Es ist beschlossene Sache: Die Stadtverordnetenversammlung votierte am Mittwoch einhellig für den Antrag der SPD-Fraktion. Rosemarie Köhn, eine im Ruhestand befindliche Bischöfin  aus Norwegen, erhält die Rathenower Ehrenbürgerwürde. Die Frau wurde 1939 in der Stadt geboren und getauft.

Zum Reisen nicht mehr in der Lage

„Ich habe heute mit Rosemarie Köhn telefoniert. Sie hat sich sehr über diese ihr angetragene Ehrung gefreut. Allerdings ist sie gesundheitlich nicht mehr in der Lage zu reisen, und wird so die Ehrenbürgerschaft nicht vor Ort in Rathenow entgegennehmen können“, so Heinz-Walter Knackmuß am Donnerstag. Der Stadtverordnete der SPD und Gründungsvorsitzende des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow steht in regelmäßigem Kontakt zu Rosemarie Köhn. Seit 2009 gehört sie dem Förderkreis an. Zuletzt weilte Köhn im April 2017 in Rathenow.  Seit Jahren machte sich Knackmuß für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Rosemarie Köhn stark. Noch 2019 war die Idee in der Stadtverordnetenversammlung gescheitert.

Vater aus Rathenow, Mutter aus Norwegen

Der aus Rathenow stammende Vater von Rosemarie Köhn handelte mit optischen Geräten auch in Norwegen, wo er seine künftige Ehefrau Mathilde kennenlernte. Sie siedelte nach Rathenow um. Am 20. Oktober 1939 kam die Tochter zur Welt. Als Willy Köhn nicht aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, zog Mathilde Köhn mit der noch kleinen Rosemarie nach Norwegen. Das war 1946. Das Mädchen sollte in der neuen Heimat Landes- und Kirchengeschichte schreiben. 1993 wurde sie durch König Harald V., damals war er noch das dortige Kirchenoberhaupt, zur Bischöfin im Bistum Hamar ernannt. Erstmals gab es nun eine Oberhirtin im Königreich. Köhn blieb bis 2006 im Amt.