Wohnen in Rathenow
: Neuer RWG-Vorstandschef – Jens Hubald ist Nachfolger von Uwe Hummel

Das Rathaus in Rathenow muss den Abgang von Jens Hubald kompensieren. Wie der Ingenieur in Sachen Stadtentwicklung zur „Eierlegenden Wollmilchsau“ wurde.
Von
Simone Weber
Rathenow
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Der RWG-Aufsichtsratsvorsitzende, Mathias Hohmann (mi.), mit  Uwe Hummel, der bislang Vorstandsvorsitzender der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft war. Jens Hubald ist sein Nachfolger.

Simone Weber

Zum Jahresende hat Jens Hubald, bis dahin Leiter des Sachgebiets Stadtentwicklung und Tiefbau, Abschied vom Rathaus genommen. Er wechselte zur Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft (RWG). Die nach Hubalds Abgang noch vakante Stelle in der Stadtverwaltung war im Oktober 2021 öffentlich ausgeschrieben worden. Das Bewerbungsverfahren ist beendet. Wie es aus dem Rathaus heißt, soll eine Ingenieurin wohl zum 1. März 2022 das Sachgebiet übernehmen. Auf sie wartet eine Menge Arbeit.

Jens Hubald seit 2003 in Rathenow aktiv

Der 1977 in Berlin geborene Jens Hubald entpuppte sich als Glücksgriff für die Kommune. Noch bevor er überhaupt für die Verwaltung tätig wurde, hatte er erste Spuren in Rathenow hinterlassen. Nach dem Studium im Jahr 2004 in die havelländische Kreisstadt gezogen, wurde der diplomierte Stadt- und Regionalplaner in der Ingenieurgesellschaft Steinbrecher und Partner tätig. Schon als Student und später bei Steinbrecher hatte er maßgeblich Planungen zur Stadtentwicklung begleitet, wie etwa um 2003 die „Perspektivenwerkstatt Altstadtinsel.

Von 2007 bis 2009 leitete und moderierte Hubald das Innenstadtforum, das in Vorbereitung auf die Umgestaltung der Berliner Straße für Bürgerbeteiligung sorgte. Der Umbau mit den heute sichtbaren Ergebnissen erfolgte von 2009/2010 bis 2015, wobei Hubald auch für das Baustellen-Management zuständig war.

Stadtentwickler war auch City-Manager und auf der Suche nach Investoren

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ab 2013 war die Entwicklung verschiedener Brachflächen wie Brauerei, ROW und diverse Baulücken in städtischem Eigentum (Grundstücke). Was verbunden gewesen sei mit aufwendiger Invenstorensuche, so Jens Hubald. Wie er weiter berichtet, hätten die Entwicklung des Kirchbergs und der Aufbau des Rideplatzes als Teil eines künftigen Körgraben-Landschaftsparks sowie das City-Management zu seinen Aufgaben gehört. Für die Stadt schuf Hubald ein Innenstadtentwicklungskonzept und die City-App.

Koordinierend wirkte er bei der Entwicklung der Rathenower Schwedentage. Das jährliche Historienspektakel fand 2014 erstmals statt, war aber 2020 und 2021 wegen Corona ausgefallen. Im Grunde war Jens Hubald für die Stadtentwicklung wie eine „Eierlegende Wollmilchsau“.

Uwe Hummel nahm Abschied von RWG, Jens Hubald folgte nach

Im vorigen Jahr hatte sich Hubald bei der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft beworben. Am 1. September 2021 stellte er sich der RWG-Vertreterversammlung, der der Aufsichtsrat zuvor seinen Bestellungsbeschluss verkündet hatte. Die 50 gewählten Vertreter repräsentieren die mehr als 1.500 Mitglieder und gleichzeitig Eigentümer der Genossenschaft.

Jens Hubald ersetzt den bisherigen Vorstandsvorsitzenden, Uwe Hummel, der zum Jahresende 2021 ausgeschieden ist. „Der Aufsichtsrat dankt Uwe Hummel für die seit 2003 hervorragend geleistete Arbeit“, so der Aufsichtsratsvorsitzende, Mathias Hohmann.

Sanierung, Neubau und die Zukunft des Wohnens

Hummel hätte die Genossenschaft im Laufe seiner Tätigkeit nicht nur konsolidiert, sondern mit erheblichen Sanierungsmaßnahmen im Wohnungsbestand einschließlich Ausrüstung vieler Bestandsgebäude mit Fahrstühlen, aber auch durch den Wohnungsneubau sowie den Neubau des Verwaltungsgebäudes das Wohnungsunternehmen auf die Zukunft ausgerichtet. „Die weiter bestehenden Herausforderungen des demografischen Wandels im Rathenower Wohnungsmarkt für die RWG sind zukünftig durch Jens Hubald zu meistern“, so Homann weiter.