Babyleiche: Suchaktion mit Tauchern im Kanal bei Schwedt
Taucher haben am Mittwoch den Kanal bei Schwedt an der Querfahrt abgesucht. Die Wasserstraße wurde mehrere Stunden für den Schiffsverkehr gesperrt. Die Mordkommission sucht intensiv nach Hinweisen zu der am 22. März bei Teerofenbrücke gefundenen Babyleiche. Damals hatte ein Spaziergänger am Ufer der Hohensaaten–Friedrichsthaler–Wasserstraße den leblosen Körper am Ufer entdeckt. Seitdem laufen die Ermittlungen nach der Mutter und den Tatumständen.
Der Sucheinsatz mit einem Großaufgebot an Tauchern startete sieben Kilometer entfernt vom eigentlichen Fundort. Ein zuvor eingesetzter Spürhund, der hier reagiert hatte, führte die Mordkommission an diese Stelle. „Wir erhoffen uns Spuren, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Babyleiche stehen“, so Maik Zimmermann, Leiter der Mordkommission in der Polizeidirektion Ost. „Das können zum Beispiel Handtücher, Laken, Bettwäsche oder andere Behältnisse sein, um ein Baby zu transportieren.“ Die Polizei ermittelt wegen Verdacht des Totschlags.
Säugling war lebensfähig
Nach Angaben der Beamten war das gerade erst geborene Mädchen voll lebensfähig. Durch den Zustand der Leiche lässt sich derzeit jedoch nichts zur Todesursache sagen. Ebensowenig ist bekannt, an welcher Stelle der kleine Körper ins Wasser geworfen wurde und wie lange er schon dort lag.
Deshalb stiegen erfahrene Polizeitaucher in das neun Grad Celsius kalte Kanalwasser, um Meter für Meter in einem Umkreis von 200 Metern um die Brücke zur Querfahrt den Grund abzusuchen. Allerdings ohne Ergebnis. Ein angeforderter Suchtrupp schwärmte dagegen in die umliegenden Böschungen aus und stöberte akribisch jede Grünfläche nach Anhaltspunkten ab. Sogar mit einer Drohne wurde das Gelände abgeflogen. Doch außer den Hinterlassenschaften von Anglern oder Spaziergängern kam nichts zum Vorschein, was der Polizei weiterhilft. Lediglich ein aufgefundenes kleines Kissen nahmen die Ermittler zur näheren Untersuchung mit.
Hinweise aus Bevölkerung
Inzwischen hat die Polizei erneut um Mithilfe der Bevölkerung gebeten. Nach einem öffentlichen Aufruf sind neun Hinweise eingegangen. Der entscheidende war aber noch nicht dabei. Die Kripo fragt deshalb, wer Hinweise zu den Eltern, vor allem zur Mutter, geben kann. Wer hat in den vergangenen Wochen eine schwangere Frau bemerkt, deren Schwangerschaft beendet ist, aber bei der offenbar kein Baby lebt? Wer hat zwischen dem 1. Januar und dem 22. März im Bereich der Hohensaaten–Friedrichsthaler–Wasserstraße zwischen Schwedt und Friedrichsthal Personen oder Fahrzeugbewegungen wahrgenommen, die mit der Ablage des Säuglings in Verbindung stehen könnten?
Verbindung zu Friedrichsthal
Ob die Babyleiche in Verbindung mit einem weiteren Fall im Frühjahr des Jahres 2014 in Friedrichsthal steht, wollen die Ermittler aus taktischen Gründen derzeit nicht sagen. Damals war ein toter Säugling an einer Wiese in einer Plastiktüte abgelegt worden. Die Mutter blieb damals unentdeckt, obwohl sogar zahlreiche Speichelproben bei Menschen in der unmittelbaren Umgebung genommen wurden.
Die Polizei nimmt Hinweise unter Rufnummer 03984 350 entgegen. Sie können auch anonym sein.
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