Bärbel Wachholz in der DDR
: Fanclub für eine Schlagerlegende im Osten

Sie war die Königin des DDR-Schlagers, mit einer Aura wie Marilyn Monroe und einer Stimme wie Doris Day. Warum Bärbel Wachholz, in Angermünde und Berlin noch immer verehrt wird.
Von
Mark Borkenhagen
Angermünde
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Porträt der Schlagerlegende Bärbel Wachholz aus der DDR. Die Sängerin hat noch immer einen Fanclub in ihrer Geburtsstadt Angermünde und in Berlin.

Porträt der Schlagerlegende Bärbel Wachholz aus der DDR. Die Sängerin hat noch immer einen Fanclub in ihrer Geburtsstadt Angermünde und in Berlin. (Archivbild)

Michael-Peter Jachmann
  • Bärbel Wachholz war eine berühmte DDR-Schlagersängerin, geboren 1938 in Angermünde.
  • Sie starb 1984 in Berlin, ihr Grab befindet sich in Französisch Buchholz.
  • Zum 40. Todestag kamen viele Fans an ihr Grab, um ihrer zu gedenken.
  • Es gibt Straßen und einen Fanclub in Angermünde und Berlin, die nach ihr benannt sind.
  • Eine Ausstellung im Museum Angermünde über ihre Kindheit ist für März 2025 geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie begeisterte einst Millionen Menschen in Deutschland und anderen Ländern Europas, bei Gastspielen, aber auch in Asien und im arabischen Raum, mit ihrem Gesang und Konzerten – Bärbel Wachholz. Die Schlager-Legende aus der DDR ist auch nach ihrem viel zu frühen Tod unvergessen. Zu ihrem 40. Todestag kamen viele Fans auf den Parkfriedhof des Nordostberliner Ortsteils Französisch Buchholz an ihr würdig geschmücktes Grab.

Nach langen Jahren der Krankheit hatte die 1938 in Angermünde geborene Sängerin, die in Eberswalde ihre Schul- und Lehrzeit und die ersten Jahre ihrer Gesangskarriere verlebte, die Kraft zum Weiterleben verloren. Sie starb wenige Wochen nach ihrem 46. Geburtstag am 13. November 1984 in Berlin.

Sohn Stephan Kämpf, damals nicht ganz 14 Jahre alt, sagte zum 40. Gedenken am Grab seiner Mutter überwältigt: „Sie wäre glücklich zu wissen, dass selbst viele Jahre später so viele Menschen ihren Gesang lieben und sogar manche, die damals noch gar nicht oder gerade erst geboren waren.“

Die Sängerin Bärbel Wachholz wurde in Angermünde geboren

Der Berlin-Brandenburger Freundeskreis „Unsere Bärbel Wachholz!“ hatte zu einer Gedenkrunde eingeladen. Neben Familie, Freunden und Fans kamen auch Vertreter des Buchholzer Bürgervereins. Michael-Peter Jachmann vom Bärbel Wachholz-Archiv Angermünde erinnerte an die künstlerischen Leistungen der Sängerin, ihre Einmaligkeit – es erklangen ihre drei größten Erfolgslieder „Damals“, „Mama“ und „Ich hab Musik im Blut“. Die Besucher raunten – „War das eine schöne Stimme“, „Soviel Gefühl", „Das hat auch Heintje nicht schöner gesungen“.

Der Buchholzer Bürger Roy Voigt, der mindestens 20 Jahre nichts wissend am Grab der Sängerin vorbeigelaufen war, machte sich mit anderen Bärbel Wachholz-Fans bekannt und gemeinsam überlegte man, wie man in Französisch Buchholz die Sängerin öffentlich würdigen könnte.

In Angermünde und Eberswalde gibt es Bärbel-Wachholz-Straßen

Ähnlich wie in Angermünde und Eberswalde, wo es bereits Straßen gibt, die nach der Sängerin benannt wurden, könnte das auch in dem Berliner Ortsteil möglich sein. Immerhin verbrachte Bärbel Wachholz hier nahezu die Hälfte ihres kurzen Lebens von 1962 bis zu ihrem Tode 1984.

Fans am Grab von Bärbel Wachholz auf dem Friedhof in Berlin-Buchholz. Die in Angermünde geborene Sängerin wurde nur 46 Jahre alt.

Fans am Grab von Bärbel Wachholz auf dem Friedhof in Berlin-Buchholz. Die in Angermünde geborene Sängerin wurde nur 46 Jahre alt.

Michael-Peter Jachmann

Roy Voigt trat in den Bürgerverein Buchholz ein und brachte dort das Anliegen vor, der Künstlerin zu gedenken. Er traf auf offene Ohren.

Sängerin aus Angermünde wird auch in Berlin verehrt

So nahmen drei Vertreter des Vorstands an der Gedenkrunde teil. Der Vorsitzende Lars Bocian erklärte: „Bärbel Wachholz war ohne Zweifel eine herausragende Künstlerin und als langjährige Bürgerin unseres Ortsteils hat sie es verdient, in die Buchholzer Chronik aufgenommen zu werden. Wir werden uns dafür einsetzen, eine Straße nach Bärbel Wachholz zu benennen, möglichst die Straße 76, in der sie einst wohnte. Der Vorschlag erfüllt wichtige Voraussetzungen – so dürfen derzeit Straßen nur nach Frauen benannt werden und der Name muss der Reputation des Ortes dienen.“ Das quittierten die Teilnehmer an der Gedenkrunde mit Beifall.

In Angermünde gibt es ein Bärbel-Wachholz-Archiv

Beifall erhielt auch Roy Voigt, der zwei Lieder von Bärbel Wachholz zur Gitarre sang: „Mach die Tür auf zum Glück" und „Lass die Erinnerung ruhn“.

Michael-Peter Jachmann las einen Auszug aus dem in Entstehung befindlichen „Bärbel Wachholz-Familienbuch“ über ihre ersten Erfolge als Sängerin im Schüleralter.

Ausstellung im Museum Angermünde geplant

„Mit ihrer Kindheit und Jugend beschäftigt sich die nächste Ausstellung im Museum Angermünde, die voraussichtlich am 7. März 2025 eröffnet wird. Außerdem gibt es gute Chancen, dass am 14. Juni das 12. Bärbel Wachholz-Schlagerfest stattfindet, wo bekannte Interpreten ihre Lieder singen.“ Mehrere Buchholzer kündigten bereits an, zu beiden Veranstaltungen nach Angermünde kommen zu wollen.

Grab von Bärbel Wachholz auf dem Friedhof in Berlin

Mit einem schönen Blumenstrauß dankte Stephan Kämpf, der seit vielen Jahren im südlichen Brandenburg wohnt, der Buchholzerin Sigrun Becker, die das Grab seiner Mutter regelmäßig pflegt. Bescheiden wehrte sie ab: „Ich mache das doch gern für ihre Mutter, ich habe sie und ihre Lieder sehr gemocht.“