Musik in Angermünde
: So gewann die Stadt den 1. Platz beim Bundeswettbewerb

Großes deutsch-polnisches Festival junger Musiker aus Angermünde und Stettin mit stehenden Ovationen: So klingt der musikalischste Ort in Deutschland.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Preisverleihung "Landmusikort 2024":  Prof. Ulrike Liedtke, Präsidentin des Landesmusikrates und des Landtags Brandenburg, überreicht Frederik Bewer, Bürgermeister von Angermünde, den 1. Preis im Bundeswettbewerb. Festort ist das große deutsch-polnische Konzert der Musikschulen Angermünde und Stettin in der Marienkirche.

Preisverleihung "Landmusikort 2024": Prof. Ulrike Liedtke, Präsidentin des Landesmusikrates und des Landtags Brandenburg, überreicht Frederik Bewer, Bürgermeister von Angermünde, den 1. Preis im Bundeswettbewerb. Festort ist das große deutsch-polnische Konzert der Musikschulen Angermünde und Stettin in der Marienkirche.

Daniela Windolff

Wie klingt der musikalischste Ort in Deutschland? Wie ein leidenschaftliches „Halleluja“ hunderter Stimmen. Das erklang als emotionales Finale des großen deutsch-polnischen Festkonzertes in der Marienkirche Angermünde, gemeinsam gesungen von Chören, Orchestermusikern und Publikum. Denn Angermünde hatten allen Grund zum Feiern.

Die Stadt wurde mit dem 1. Platz im Bundeswettbewerb „Landmusikort 2024“ ausgezeichnet und verband diese Preisverleihung mit dem Jubiläum der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule „Friedrich Wilhelm von Redern“ Angermünde, die ihren 20. Geburtstag mit einem stimmungsvollen Musikfestival und einem großen gemeinsamen Konzert mit der Partnermusikschule „Tadeusz Szeligowski“ aus Stettin (Polen) feierte.

Vom Streichensemble der Angermünder Musikschule bis zum großen Stettiner Orchester, vom Angermünder Kinder- bis zum Kammerchor boten sie nicht nur eine beeindruckende Show junger Talente und ausgezeichneter Musikalität, sondern zündeten ein wahres Feuerwerk der Stimmung und Emotionen, das das Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten Marienkirche vom ersten Ton an mitriss.

Festkonzert der Musikschulen Angermünde und Stettin

Das Programm reichte von festlichen geistlichen und klassischen Klängen für Streicher und Orchester, achtstimmig gesungene Motetten des Kammerchors, über mitreißende irische Folklore, fröhliche aber auch sinnliche Kanons des Kinder- und Jugendchors, wie das israelische Friedenslied „Schalom“, bis zur bombastischen Filmmusik aus „Fluch der Karibik“, mit dem das Orchester Stettin unter Leitung von Piotr Sawrymowicz das Publikum zu Begeisterungsstürmen riss.

Musik im Blut: Piotr Sawrymowicz ist Dirigent des Orchesters der Musikschule Stettin, das als Partnermusikschule das Festkonzert der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule in Angermünde gestaltete. Ein Band aus Musik und Freundschaft bindet beide seit vielen Jahren.

Musik im Blut: Piotr Sawrymowicz ist Dirigent des Orchesters der Musikschule Stettin, das als Partnermusikschule das Festkonzert der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule in Angermünde gestaltete. Ein Band aus Musik und Freundschaft bindet beide seit vielen Jahren.

Daniela Windolff

Die Gäste, darunter auch viele aus Polen, hielt es schließlich zum Finale mit dem großen „Halleluja“ von Leonard Cohen und „It's my Party“ von Wally Gold nicht mehr ruhig in den Bänken. Sie sangen und klatschten mit und feierten die Musik und die Musikschulen mit donnerndem Applaus und stehenden Ovationen.

Angermünde: Stehende Ovationen für junge Musiker

Hätte die Jury des Deutschen Musikrates diese musikalische Vielfalt auf hohem Niveau, diese leidenschaftliche Begeisterung und das Miteinander der Chöre, Ensembles und Orchester miterlebt, sie hätte Angermünde gewiss erneut zum Bundessieger im Wettbewerb Landmusikort gekürt. Immerhin konnte sich Prof. Dr. Ulrike Liedtke als Jurymitglied, Präsidentin des Landesmusikrates Brandenburg und Landtagspräsidentin persönlich überzeugen, denn sie war als Ehrengast zum Festkonzert eingeladen, um diesen würdigen Anlass für die offizielle Preisverleihung „Landmusikort 2024“ an die Stadt und an den Bürgermeister Frederik Bewer zu nutzen.

Mit dem Titel, Pokal und Plakette sind außerdem 30.000 Euro Preisgeld zur Förderung der Musik in Angermünde verbunden. Großen Anteil an dieser höchsten Auszeichnung für Kommunen für kulturelles und musikalisches Engagement hat die Uckermärkische Musik- und Kunstschule „Friedrich Wilhelm von Redern“ Angermünde, die mit inzwischen schon rund 500 Schülern den musischen Nachwuchs heranbildet und fördert.

Bewer: Musikschule ist Markenzeichen für Angermünde

Die Musikschule in Trägerschaft des Vereins „Musikfreunde Angermünde“ „sei nicht nur ein großes Puzzleteil des kulturellen Lebens in der Stadt ist, sondern ein Markenzeichen für Angermünde“ würdigte Bürgermeister Frederik Bewer das herausragende Engagement der Musikschule unter der Leitung von Dorothea Janowski. Hervorzuheben sei neben der Musik auch die wichtige Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche über alle sozialen Probleme und nationalen Grenzen hinweg.

Kinderchor der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule: Förderung und Gemeinschaft von jungen Menschen ist Credo der Musikschule. Die Jüngsten sind 4 Jahre alt.

Kinderchor der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule: Förderung und Gemeinschaft von jungen Menschen ist Credo der Musikschule. Die Jüngsten sind 4 Jahre alt.

Daniela Windolff

Davon können auch die zahlreichen anderen Musikvereine, Gruppen, Ensembles, Chöre und Initiativen auch profitieren, die ebenfalls durch ihr leidenschaftliches, vielfältiges Wirken Angermünde zur bundesweit musikalischsten Stadt, zum „Landmusikort 2024“ machen.

Dazu gehören der Angermünder Fanfarenzug und der Verein Uckermärkische Blasmusiktage, die Stadtsänger und der Angermünder Stadtchor, die Dorfchöre Schmargendorf, Günterberg und Mürow oder die Seniorengruppe „Harfenmädels“ ebenso, wie die Kantorei St. Marien, das Vocalensemble sequere vocem und die Ucker-Oper, aber auch die Kita Neukünkendorf, die durch die Kooperation mit der Redern-Musikschule Brandenburgs erste „Musik-Kita“ wurde.

Angermünde ist „Landmusikort 2024“ – Musikrat begeistert

Der Deutsche Musikrat war von dieser Vielfalt an Musik und gemeinschaftlichen kulturellen Aktivitäten so begeistert, dass die Jury die Stadt Angermünde mit ganz großem Abstand zu allen bundesweit rund 200 Mitbewerbern zur Nummer 1 im Wettbewerb „Landmusikort“ kürte, berichtete Vizepräsidentin Ulrike Liedtke in ihrer Laudatio.

Orchester der Musikschule "Tadeusz Szeligowski" Stettin

Das Orchester der Musikschule "Tadeusz Szeligowski" Stettin war bei der Feier ebenfalls vertreten.

Daniela Windolff

Seit 2021 gibt es diesen bundesweiten Wettbewerb für Kommunen im ländlichen Raum, den Ulrike Liedtke mit initiierte. Das Besondere: Für diesen Preis, der je Bundesland nur einmal verliehen wird, müssen sich die Bürgermeister bewerben. „Ich wollte damit erreichen, dass sich die Bürgermeister und Verwaltungen mal Gedanken über kulturelles Engagement und Angebote in ihrer Kommune machen und wie sie es unterstützen können“, erklärt Ulrike Lüdtke.

Musik über Grenzen: Musiker der Musikschulen Stettin und Angermünde gestalteten zum Jubiläum ein Festkonzert.

Musik über Grenzen: Musiker der Musikschulen Stettin und Angermünde gestalteten zum Jubiläum ein Festkonzert.

Daniela Windolff

Neben dem 1. Platz für Angermünde erhielten zehn weitere Kommunen die Anerkennung „Landmusikort 2024“ und je 8.000 Euro Förderung. In Angermünde sollen die 30.000 Euro auf jeden Fall wieder der Musik in der Stadt zugutekommen, versichert Bürgermeister Bewer. Er teilte einen Teil des Preisgeldes aber bereits auf, und überreichte allen beteiligten Akteuren je 400 Euro als Dankeschön, der Musik- und Kunstschule 500 Euro.

Musik für alle. Viele Akteure aus Angermünde haben Anteil an der Auszeichnung der Stadt als Landmusikort 2024. Bei der Preisverleihung gab es von Bürgermeister Frederik Bewer vom Preisgeld für die Gesamtstadt ein Dankeschön-Bonus für die Vereine und Initiativen.

Musik für alle. Viele Akteure aus Angermünde haben Anteil an der Auszeichnung der Stadt als Landmusikort 2024. Bei der Preisverleihung gab es von Bürgermeister Frederik Bewer vom Preisgeld für die Gesamtstadt ein Dankeschön-Bonus für die Vereine und Initiativen.

Daniela Windolff