Café bei Schwedt
: Neueröffnung – Eisschmiede Pinnow startet mit diesen Ideen durch

Das beliebte Ausflugs-Restaurant Eisschmiede Pinnow im Nationalpark ist wieder am Start. Warum eine Stiftung aus Berlin erstmals in die Gastronomie in der Uckermark einsteigt. Das sind die Pläne.
Von
Daniela Windolff
Schwedt
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Die neuen Chefinnen der Eisschmiede Pinnow (Uckermark): Nicole Leske (l.) leitet das Café, Nina Kirch  Vorstandsmitglied der SozDia-Stiftung Berlin, die das Café übernommen hat.

Die neuen Chefinnen der Eisschmiede Pinnow (Uckermark): Nicole Leske (l.) leitet das Café, Nina Kirch Vorstandsmitglied der SozDia-Stiftung Berlin, die das Café übernommen hat. Sie sind bei den letzten Vorbereitungen für die Neueröffnung des beliebten Ausflugs-Restaurants.

Daniela Windolff
  • Eisschmiede Pinnow in der Uckermark eröffnet am 5. April 2025 neu.
  • Übernahme durch SozDia-Stiftung Berlin, Schwerpunkt auf sozialem Engagement.
  • Leitung: Nicole Leske und Nina Kirch, 15 Mitarbeiter, inkl. Geflüchtete.
  • Angebote: Hausgemachtes Eis, Bio-Spezialitäten, Veranstaltungen für Begegnung.
  • Eröffnung am 4. April exklusiv für Ortsbewohner, ab 5. April für alle.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kann man die Welt mit Eis ein bisschen schöner machen? Ja, findet Nina Kirch: „Wir können sie nicht retten, aber freundlicher machen. Denn Eis, Genuss, verbindet Menschen und schafft Begegnung."

Das ist das Anliegen der SozDia-Stiftung, die nach 30 Jahren Engagement in Berlin jetzt Neuland in Brandenburg betritt. Nina Kirch ist Vorstandmitglied. Die sozialdiakonische Stiftung hat im Frühjahr 2025 die Eisschmiede Pinnow in der Uckermark übernommen, ein beliebtes Ausflugslokal zwischen Angermünde und Schwedt, das zum Verkauf stand.

SozDia-Stiftung Berlin betritt mit Café Neuland in Brandenburg

Eigentlich liegt ein Schwerpunkt der Stiftungsarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Quartiers- und Stadtteilentwicklung und im Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt in Berlin. Hier betreibt die SozDia-Stiftung unter anderem Kitas, Jugendklubs, Schulsozialarbeit, Werkstätten und Ausbildungseinrichtungen für benachteiligte Menschen, Kinder- und Jugendwohngruppen oder Stadtteilzentren, erklärt Nina Kirch. „Wir schaffen Orte der Begegnung von Menschen mit und ohne Benachteiligung und ganz unterschiedlicher Herkunft." Aber was hat ein Eiscafé in der Uckermark damit zu tun?

Letzte Handgriffe vor der Neueröffnung der Eisschmiede Pinnow. Mitarbeiter der Stiftung und des Cafés putzen den Gastraum in der historischen Dorfschmiede.

Letzte Handgriffe vor der Neueröffnung der Eisschmiede Pinnow. Mitarbeiter der Stiftung und des Cafés putzen den Gastraum in der historischen Dorfschmiede.

Daniela Windolff

„Wir haben schon lange den Wunsch, auch in Brandenburg etwas zu tun und unsere Erfahrungen einzubringen“, erzählt die junge Frau. Vor 5 Jahren zog sie mit ihrem Mann Michael Heinisch-Kirch in die Uckermark, nach Wartin. Er ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung und hat als Sozialdiakon schon gleich nach der Wende den Grundstein für das inzwischen große soziale Engagement der Stiftung gelegt.

In ihrer Wahlheimat Brandenburg engagieren sie sich im Dorf und in der Kirchengemeinde, haben viele Kontakte geknüpft und haben oft auch die in der Region sehr beliebte Eisschmiede Pinnow besucht. Bis sie 2024 von den Vorbesitzern aufgegeben wurde und zum Verkauf stand. Das wäre doch ein idealer Ort, um nicht nur Gastronomie und Tourismus in der Region zu erhalten, sondern das auch mit den Zielen der Stiftung zu verknüpfen, fanden die Kirchs.

Die Eisschmiede soll mehr als ein Ausflugscafé werden, betont Nina Kirch. Sie soll ein Treffpunkt für Menschen im Dorf und aus der Region, für Einheimische und Touristen, für Familien, für alle Generationen, für Kultur und Bildung werden. Einwohner und Gäste können Wünsche und Anregungen einbringen.

Eisschmiede Pinnow verbindet Menschen

Neben bewährter Gastronomie, die weitergeführt wird, entwickeln die neuen Eigentümer Angebote und Veranstaltungen, um hier Menschen zusammen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Und mit wem ließe sich so ein Konzept besser umsetzen, als mit den Menschen vor Ort?

Pflanzaktion im Außenbereich der Eisschmiede Pinnow. Michel Wichmann aus Angermünde gehört zum Team. Er arbeitete bereits vor der Schließung bei den Vorbesitzern im Café und ist froh, dass es nun weitergeht. Er ist u. a. für die Eisherstellung zuständig, packt aber auch im Garten zu.

Pflanzaktion im Außenbereich der Eisschmiede Pinnow. Michel Wichmann aus Angermünde gehört zum Team. Er arbeitete bereits vor der Schließung bei den Vorbesitzern im Café und ist froh, dass es nun weitergeht. Er ist unter anderem für die Eisherstellung zuständig, packt aber auch im Garten zu.

Daniela Windolff

Die Stiftung betreibt in Berlin eine Inklusionsküche und ein Ausbildungsrestaurant, in dem benachteiligte Menschen lernen und arbeiten, die sonst auf dem 1. Arbeitsmarkt keine Chance haben. Doch das Team für die Eisschmiede Pinnow soll auch von hier kommen, betont Nina Kirch. Eine Wagnis, angesichts des Fachkräftemangels, gerade in der Gastronomie.

Die neuen Eigentümer verteilten Flyer in allen Briefkästen in Pinnow und luden zu einem Kennenlerntreffen ein. Es kamen 25 interessierte Dorfbewohner, vor allem junge Menschen.

Pinnow bietet Arbeit für Geflüchtete und Menschen mit Behinderungen

Auch in der Asylunterkunft im Ort sprach das Stiftungsteam direkt junge Geflüchtete an, wer gern mitarbeiten möchten. „Die Bewohner leben dort sehr isoliert. Wir möchten etwas tun, um sie besser in die Gemeinschaft zu integrieren, und das geht am besten durch Arbeit in einem Team. Wir wünschen uns außerdem, dass künftig auch Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen hier eine Aufgabe finden“, sagt Nina Kirch.

Vielfalt leben, Chancen ermöglichen, Perspektiven öffnen, das ist ein Anliegen der Stiftung, das auch in der Eisschmiede Pinnow erlebbar werden soll.

Mitarbeiter für die Eisschmiede Pinnow gesucht

Für die Neueröffnung der Eisschmiede am 5. April 2025 steht nun ein Team von 15 Mitarbeitern am Start, darunter zwei junge Männer aus der Flüchtlingsunterkunft. Zudem werden noch Saisonkräfte mit und ohne Berufserfahrung gesucht, gern auch Berliner, die sich hier gerade an Wochenenden nützlich machen und neue Kontakte knüpfen möchten, sagt Nina Kirch.

Letzte Vorbereitungen vor der Neueröffnung der Eisschmiede Pinnow. Auch die Bar wird geputzt und eingeräumt.

Letzte Vorbereitungen vor der Neueröffnung der Eisschmiede Pinnow. Stine Kreitel räumt die Bar ein.

Daniela Windolff

Chefin des Cafés ist Nicole Leske. Sie wohnt in Wartin, wo sie die Stiftungsvorsteher Michael und Nina Kirch durch das Engagement in der Kirchengemeinde kennenlernte. „Als ich von dem Projekt erfuhr und dass eine Leitung gesucht wird, war ich sofort begeistert. Jeder kennt hier die Eisschmiede Pinnow und wünscht sich, dass es dort weitergeht“, erzählt Nicole Leske.

Sie bringt Berufserfahrungen als Leiterin im Einzelhandel mit. Wir fangen ja nicht bei Null an und können auf die Arbeit der Vorgänger aufbauen. Ich freue mich auf die neue Herausforderung vor allem mit einem so bunten Team und wünsche mir, dass auch unsere Gäste aufgeschlossen und wertschätzend gegenüber allen unseren Mitarbeitern und Besuchern sind. Hier sollen alle willkommen sein", betont Nicole Leske.

Alle Mitarbeiter werden fachlich geschult und erhalten Weiterbildungen auch in Themen Wertschätzung, Toleranz oder Teambildung, die die Stiftung anbietet. „Man kann sich viel Wissen aneignen, aber das Wichtigste in diesem Job sind Herz und Haltung, gerade in der heutigen Zeit, in der das Miteinander immer schwieriger wird“, erklärt Nicole Leske.

In der Eisschmiede Pinnow gibt es hausgemachtes Eis und Torten

Michel Wichmann bringt Berufserfahrung und Motivation und Herz mit. Der junge Mann aus Angermünde arbeitete bereits bis zur Schließung bei den Vorgängern in der Eisschmiede. „Ich bin glücklich, dass es nun weitergeht und ich wieder einen Job ganz in der Nähe habe und freue mich auf die Arbeit in dem neuen jungen Team“, sagt Michel Leske. Er wird im Café arbeiten und macht das leckere Eis selbst, für das die Eisschmiede Pinnow bekannt ist. Auch Torten kommen aus eigener Herstellung.

Auf der Speisekarte stehen auch herzhafte Spezialitäten wie Flammkuchen oder Gulasch aus Bio-Fleisch. Die Eisschmiede Pinnow kooperiert mit regionalen Produzenten und Lieferanten, nachhaltig und überwiegend in Bio-Qualität.

Neueröffnung der Eisschmiede Pinnow am 5. April 2025

Die Inklusionsküche der Stiftung in Berlin beliefert das Pinnower Lokal mit Blechkuchen und veganen Suppen. Darüber hinaus werden Kaffeespezialitäten, Fassbier und Cocktails angeboten. Geplant ist außerdem ein Grillstrand im Außengelände. Das wird noch verschönert mit Sitzplätzen und Spielecken.

Zur Neueröffnung am 5. April 2025 gibt es neben kulinarischen Kostproben auch Spiel- und Bastelangebote für Kinder.

Schon am 4. April öffnet die Eisschmiede exklusiv nur für die Einwohner des Dorfes. Ab 14 Uhr sind alle Pinnower eingeladen, das neue Team und seine Pläne in der frisch geputzten historischen Eisschmiede kennenzulernen.

Pinnow liegt am Uckermärkischen Radrundweg und an der Eisenbahnstrecke Berlin-Schwedt. Hier hält der RE3. Vom Bahnhof Pinnow sind es zehn Minuten Fußweg zur Eisschmiede im denkmalgeschützten Dorfkern.

Bewusst genießen

Von der Lausitz bis ins Oderbruch, vom Havelland bis in die Uckermark - Brandenburg ist keineswegs die kulinarische Wüste, als die das Land oft geschmäht wird.

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