Hund in Schwedt: So reagiert die Stadt auf die Wünsche von Hundehaltern

Hunde gelten landläufig als die besten Freunde der Menschen und auch in Schwedt leben viele kleine und große Fellnasen. Wie kann das Zusammenleben noch stressfreier werden?
Julian Stratenschulte / dpaAls der beste Freund des Menschen gilt er und kaum ein Besitzer, der wahrscheinlich nicht stundenlang, mit einem Leuchten in den Augen, über seine Fellnase sprechen kann. Gemeint ist der Hund. Aber wo drückt der Schuh im urbanen Zusammenleben mit dem Hund und was kann vielleicht verbessert werden?
MOZ.de hat bei den Hundehaltern in Schwedt einmal nachgefragt, was sie sich wünschen würden, damit das Zusammenleben, in der Stadt, mit dem besten Freund des Menschen noch angenehmer und vielleicht auch reibungsloser funktioniert. Die Stadtverwaltung hat in einem ausführlichen Gespräch mit MOZ.de Rede und Antwort gestanden.
MOZ.de erreichten, nach einem Aufruf bei Facebook, viele Zuschriften von Hundehaltern in Schwedt und seinen Ortsteilen. Der erste Beigeordnete und stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Silvio Moritz, hat sich dieser Zuschriften angenommen. Ein Thema, das sowohl Hundehalter als auch die Stadt offensichtlich sehr beschäftigt, sind die Hinterlassenschaften.
Hundekot ist für alle ein großes Problem
Stefanie Wolf schieb dazu: „Ich würde gern wissen, warum es so wenig Mülleimer und Beutelspender in Schwedt gibt. In vielen anderen Städten ist das kein Problem. […] Hier sind viele Hundehalter mit ihren Vierbeinern unterwegs. Leider mit unschönen Hinterlassenschaften. Ich selber habe zwei Dackel, immer Tüten dabei. Aber man kann sie nicht wirklich entsorgen. Es gibt an den Bushaltestellen und den beiden Hundewiesen. Am Waldrand […] Richtung Berkholz nichts mehr. Da liegen dann unsinniger Weise in Tüten verpackte Kothaufen. Auch im Wohngebiet selber gibt es keine Mülleimer. Sehr schade, wie ich finde.“
Die Stadtverwaltung prüft in regelmäßigen Abständen den Bedarf an Mülleimern im Stadtgebiet und ergänzt den Bestand bei Bedarf. So gibt es aktuell mehr als 600 Mülleimer im Stadtgebiet. Jedoch kostet ein Mülleimer, je nach Ausstattung, zwischen 600 und 800 Euro, verrät Felizitas Gabriele Stäudten, zuständig für die Stadtreinigung. Die ebenfalls in vielen Zuschriften angefragten Kotbeutelspender stellen die Stadt neben einer logistischen auch vor eine große Kostenfrage. Grundsätzlich ist, nach städtischer Ordnung, jeder Hundebesitzer selbst dafür verantwortlich, entsprechende Beutel dabei zu haben und vor allem den Kot fachgerecht zu entsorgen.
Ein teures „Geschäft“
Patrick Fechner vom Ordnungsamt sagt auf Nachfrage: „Bei Missachtung reicht die Spanne von einer Verwarnung bis hin zu einem Bußgeld von 1000 Euro.“ Diese Höhe verhänge die Stadt jedoch sehr selten und auch nur bei unbelehrbaren Wiederholungstätern. Thomas Ziesche erklärte, dass die Stadt sehr gern die Wünsche der Hundehalter prüfe und auch umsetzte, solange auch die Folgekosten kalkulierbar seien. Als Beispiel nannte er die Schleusen an den Hundewiesen, von denen es im Stadtgebiet sieben Stück gibt. Diese seinen auf Bitten der Hundehalter installiert worden.
Eine Absage erteilte er jedoch den Kotbeutelspendern. Aufgrund des gestiegenen Vandalismus in Schwedt, fürchte er um Schäden. Ein weiterer Vorschlag kommt von Alexander König: „Im Bereich des Bollwerkes und des Uferradweges gehen sehr viele Hundebesitzer mit ihren Tieren spazieren. Einige lassen ihre Tiere regelmäßig neben der Flussbadestelle in der HoFriWa baden. An der wasserseitigen Einfahrt zum Holzhafen gibt es eine kleine ungenutzte Fläche, welche momentan stark verkrautet ist, aber auch einen Zugang zum Wasser ermöglichen kann.“
Gegenseitige Rücksicht ist der Schlüssel
Diese Idee ist, laut den Beteiligten der Stadt, nur sehr schwer umsetzbar, da schwimmende Hunde etwaige Absperrungen einfach umgehen könnten und somit unangeleint ausbüxen würden. Da auch die Verantwortlichen der Stadt keinem, auch keinem Hund, den Badespaß an heißen Tagen verderben wollen, raten sie den Hundehaltern den Kanal, ein Stück stadtauswärts, oder einen See aufzusuchen.
Da im Stadtgebiet ein Leinenzwang gilt, sind Badeausflüge dort eh nur eingeschränkt möglich. Wenn die Menschen mit und ohne Hund einfach mehr Rücksicht aufeinander nehmen und zum Beispiel ihren Hund nicht durch die Mitnahme an volle, laute oder turbulente Orte stressen, können viele Missverständnisse im Vorfeld schon vermieden werden. Das gilt im Besonderen für Spielplätze. Dort sind Hunde grundsätzlich verboten.

