Krankenhaus Angermünde
: GLG stoppt Schließung – denkwürdiger Neuanfang

Der Aufsichtsrat der GLG hat die Sanierungspläne gestoppt. Damit endet ein aufreibender Streit, der völlig unnötig wäre.
Kommentar von
Daniela Windolff
Angermünde
Jetzt in der App anhören
Eingang zum GLG-Krankenhaus Angermünde: Wochenland stand die Zukunft des traditionsreichen Krankenhauses auf der Kippe. Es sollte geschlossen werden. Jetzt sind die Pläne von Tisch.

Eingang zum GLG-Krankenhaus Angermünde: Wochenland stand die Zukunft des traditionsreichen Krankenhauses auf der Kippe. Es sollte geschlossen werden. Jetzt sind die Pläne von Tisch.

Daniela Windolff

Es ist eine Binsenweisheit der Kommunikation, dass man sich gegenseitig zuhört und Argumente austauscht. Und es ist ein Grundsatz jedes Handelns, dass man vor einer Entscheidung die Konsequenzen überdenkt. Das versucht man schon Kindern beizubringen, nur dass sie dafür ein gewisses Alter, eine gewisse intellektuelle und emotionale Reife brauchen.

Das sollten doch aber die Verantwortlichen in der GLG-Geschäftsführung besitzen, beherrschen und erst recht beherzigen, wenn sie Entscheidungen treffen wollen, die nicht nur Hunderte Beschäftigte betreffen, sondern auch Tausende Patienten und eine ganze Region.

Mal einfach so einen Sanierungsplan aufzustellen, der mit durchaus nachvollziehbarer Absicht den Gesundheitskonzern gesunden soll, aber mit niemandem kommuniziert, geschweige denn mit den Betroffenen beraten und mit fachlichen Argumenten abgewogen wurde, das ist ein schlechtes Vorbild.

Proteste gegen GLG-Pläne in Angermünde und Prenzlau

Ärzte, Schwestern, die Landrätin, der Kreistag, die Bürgermeister, die Bürger, sie erfuhren überwiegend erst aus der Presse, was da geplant ist und vor allem, was die beabsichtigten Klinikschließungen für weitreichende Konsequenzen hätte, nicht nur für die Gesundheitsversorgung, sondern auch für Angermünde und Prenzlau als Standortfaktor.

Dass die Geschäftsführung selbst nach dem unüberhörbaren Aufschrei, Demos und umfangreichen Faktensammlungen nicht zuhörte und im Alleingang agierte, ist gescheitert.

Ich will nicht hämisch „Ätsch“ sagen. Ich bin dankbar, dass es ein Umdenken gibt, vielleicht Einsicht, künftig mehr Umsicht. Vor allem, dass so viele Menschen gemeinsam, couragiert, hartnäckig und fair gekämpft haben. Von der Landrätin bis zu Patienten. Das Krankenhaus Angermünde ist gerettet. Zum 2. Mal seit der Wende. Es ist ein historischer Tag, ein Neubeginn auch in der GLG. Vielleicht wird sie wieder eine Familie.