Musik in Angermünde
: Kleinstadt gewinnt 30.000 Euro ‒ darum ist sie Landmusikort 2024

Angermünde ist als musikalischster Ort in Deutschland ausgezeichnet worden. Wo liegt in der uckermärkischen Kleinstadt überall Musik drin und was steckt hinter dem Preis?
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Großer Jubel in Angermünde: Die Stadt hat den 1. Preis als Landesmusikort 2024 erhalten. Einen großen Anteil daran trägt die Uckermärkische Musik- und Kunstschule mit vielfältigen Projekten für Kinder und Jugendliche.

Großer Jubel in Angermünde: Die Stadt hat den 1. Preis als Landesmusikort 2024 erhalten. Einen großen Anteil daran trägt die Uckermärkische Musik- und Kunstschule mit vielfältigen Projekten für Kinder und Jugendliche.

Daniela Windolff

In Angermünde liegt Musik in der Luft. Die Kleinstadt im Nordosten Brandenburgs mit rund 14.000 Einwohnern ist vom Deutschen Musikrat als musikalischster Ort 2024 ausgezeichnet worden. Sie darf als erste Stadt in Deutschland den Titel "Landmusikort 2024" tragen.

Dieser Bundespreis wurde zum ersten Mal verliehen und würdigt ein vielfältiges, breit vernetztes kulturelles und musikalisches Engagement im ländlichen Raum, das sich durch hohe Qualität, Kreativität und die Vernetzung vieler lokaler Akteure und Institutionen auszeichnet.

Angermünde erfüllt diese Kriterien bestens und wurde dafür mit dem mit 30.000 Euro dotierten ersten Preis ausgezeichnet, als einzige in Brandenburg. Bundesweit weitere zehn Kommunen wurden mit je 8.000 Euro Preisgeld gewürdigt. Was zeichnet Angermünde als Landmusikort aus?

Experten-Jury aus professioneller und Amateur-Musik

Die Jury, mit Experten aus den Bereichen der professionellen Musik als auch der Amateurmusik sowie Vertretern der Landesmusikräte, stellte in Angermünde das„ breit gefächerte und gut vernetzte musikalische Angebot über alle Genres und Altersstufen“ hinweg heraus. Damit bereichere Angermünde das kulturelle Leben in der dünn besiedelten Region Uckermark und gebe neue Impulse, die weit über die Stadt hinaus strahlen.

Die Oper Judith wird als zweite Produktion der Ucker::Oper zur Aufführung gebracht. Premiere feiert das Stück in der Angermünder Marienkirche.Judith (Anna Vishnevska)

Die Oper "Judith" ist die zweite Produktion der Ucker-Oper in Angermünde, die 2023 Premiere in der Marienkirche feierte.

Oliver Voigt

Die Vielfalt der musikalischen Angebote und Akteure in Angermünde reicht von der engagierten Talentförderung der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule „Friedrich Wilhelm von Redern“ mit zahlreichen Angeboten, Ensembles, Chören bis zu Singklassen in der Grundschule, sowie auch internationalen Projekten und vielen öffentlichen Konzerten, unter anderem auch in der Brandenburgischen Benefizreihe „Musikschulen öffnen Kirchen“ über das traditionsreiche Uckermärkische Blasmusikfest mit Landesblasmusikwettbewerb, das der Angermünder Fanfarenzug seit über 30 Jahren organisiert, bis zur Ucker-Oper, ein junges und einzigartiges Musikprojekt mit Profis und Laien, das in der Fachwelt und beim Publikum für Furore sorgte. Und das sind nur die Leuchttürme der vielseitigen musikalisch-kulturellen Landschaft in Angermünde.

Vom Musik-Kita bis Harfen-Musik für Senioren

Kulturelle Farbtupfer setzen auch die Stadt- und Dorfchöre, die Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde mit vielfältigen Projekten und Konzerten in der Marienkirche und dem berühmten Angermünder Orgelsommer mit international renommierten Künstlern, der Angermünder Klostersommer, das neue Kinder- und Jugendtanzfestival, das Schlagerfestival, die neue Veranstaltungsreihe Angermünder Sommergarten, Musikangebote für Senioren wie die Veehharfen-Gruppe „Harfenmädels“ und noch viel mehr. Ist die Kita „Wichtelhaus“ im Ortsteil Neukünkendorf als erste Musik-Kita in Brandenburg zertifiziert und ausgezeichnet worden.

Der Mix und die Verbindung von professioneller und Amateurmusik, das große ehrenamtliche Engagement in der Kulturarbeit, die aber auch von der Stadt gefördert und unterstützt wird, die Generationen verbindenden Angebote und die bunte Genrevielfalt von Klassik bis Blasmusik haben die Jury in Angermünde begeistert.

Plakette macht Angermünde als Musikstadt sichtbar

Die Vorsitzende Professor Dr. Ulrike Liedtke erklärt dazu: „Das Projekt Landmusikorte hat viel in Bewegung gebracht. Für die Jury war die Auswahl nicht leicht. Die Auszeichnung würdigt spannende musikalische Konzepte sowie besonders ehrenamtliches Engagement und sorgt zugleich für wirtschaftstouristische Aufmerksamkeit.“

Abschlusskonzert der Uckermärkischen Musik– und Kunstschule Angermünde mit der polnischen Musikschule aus Stettin und ihrem Streichorchester.

Konzert der Uckermärkischen Musik– und Kunstschule Angermünde mit der polnischen Partner-Musikschule Stettin und ihrem Streichorchester.

Daniela Windolff

Die Preisgelder werden für die weitere kulturelle Arbeit vor Ort verwendet. Mit dem Preisgeld verbunden ist die Verleihung der Plakette „Landmusikort des Jahres 2024“, die den Ort sichtbar als ein kulturelles Zentrum kennzeichnet. Die Übergabe der Plakette findet ab Juni 2024 in den jeweiligen Orten statt.

Das sind alle Preisträger 2024

Als Landmusikorte 2024 ausgezeichnet wurden:
Erster Preis (30.000 Euro): Angermünde (Brandenburg), weitere Preisträger-Gemeinden (je 8.000 Euro): Triberg (Baden-Württemberg), Burghausen (Bayern), Schöneck (Hessen), Gadebusch (Mecklenburg-Vorpommern), Brelingen (Niedersachsen), Roetgen (Nordrhein-Westfalen), Löf (Rheinland-Pfalz), Frankenberg (Sachsen), Wettin-Löbejün (Sachsen-Anhalt) und Eisfeld (Thüringen).
Das Förderprogramm Landmusik wird finanziert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Amateurmusikfonds des Bundesmusikverbandes Chor und Orchester e. V. Den Bundespreis in Höhe von insgesamt 80.000 Euro wird außerdem durch das Haus von Kulturstaatsministerin Claudia Roth finanziert.

Uckermark Update
Freitag um 16.30 Uhr
Von Schwedt bis Templin, von Angermünde bis nach Prenzlau: Wir zeigen Ihnen was die Region in dieser Woche bewegt hat und geben Ausblick.