Oper „Faust“ in Gartz: Warum die Stadt manchem als Blankenese der Uckermark gilt

Gartz aus der Luft - die kleine Stadt an der Oder gilt noch als Geheimtipp für Kultur- und Naturfreunde und als „Blankenese“ der Uckermark. Hier kann man sogar Oper „Faust“ live erleben. Ein Besuch, der sich doppelt lohnt.
Oliver Voigt- Uckeroper zeigt „Faust“ in Gartz: Aufführung am 1. August 2028, 19 Uhr, in der Stephanskirche.
- Gartz gilt als Geheimtipp an der Oder – „Blankenese der Uckermark“, so Regisseur Müller-Brandes.
- Kultur-Allianz Gartz belebt seit 2022 das Stadtleben und holte 2025 erstmals die Uckeroper.
- Ensemble international besetzt, Musik von Gounod auf historischen Instrumenten, kompakte Fassung.
- Tipp für Besucher: Zeit für Uferbummel und Altstadt mit Tor, Museum, Tabakscheune und Fahrgastschiffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine kleine Stadt im Nordosten Brandenburgs an der Grenze zu Polen weckt immer mehr das Interesse der Öffentlichkeit, und zieht Kulturschaffende, Naturliebhaber, Touristen und neue Bewohner an.
Gartz an der Oder, lange ein unterbelichtetes, abgelegenes Provinzstädtchen im Nationalpark Unteres Odertal, mausert sich langsam zu einem innovativen, jungen und attraktiven Städtchen. Immer noch ein Geheimtipp und deshalb vielleicht gerade reizvoll.
Daran hat auch ein junger Verein großen Anteil, der das Kultur- und Gemeinschaftsleben in Gartz neu auffrischt: die Kultur-Allianz Gartz. Aus einem losen Zusammenschluss engagierter Einwohner, Kulturschaffender und Kulturaktiver hat sich 2022 ein Verein gegründet, der Menschen und Generationen zusammenbringen, neue Treff- und Kulturorte in Gartz schaffen und Veranstaltungen verschiedener Formate organisieren will.
Kultur-Allianz holt die Uckeroper nach Gartz
Mitbegründer ist Luca Piwodda, der seit 2024 auch Bürgermeister von Gartz ist, mit damals gerade mal 24 Jahren einer der jüngsten in Deutschland. Dieser frische Aufbruch ist in Gartz zu spüren. 2025 holte die Kultur-Allianz erstmals die Uckeroper nach Gartz.
Das ungewöhnliche mobile Musiktheater aus Angermünde bringt große Opernwerke aus teuren Opernhäusern der Metropolen in neuer, fokussierter Form in die Provinz und hautnah zu den Menschen, auch zu jenen, die bisher eher wenig Berührung mit großer Kunst und Oper hatten.
Das Konzept ist ein Erfolg. 2025 gastierte die Uckeroper erstmals mit „Carmen“ in Gartz. Die Vorstellung war ausverkauft.
Warum in Garzt wieder eine Oper aufgeführt wird
Regisseur und Uckeroper-Gründer Holger Müller-Brandes ist von dem Spielort an der Oder entzückt: „Nicht nur die restaurierte Stephanskirche, die zur Kulturkirche entwickelt wird, bietet eine einzigartige und wunderschöne Kulisse für unsere Aufführungen. Mit der Kultur-Allianz haben wir auch einen tollen, engagierten Partner an der Seite, der uns bei der Organisation und Vorbereitung unterstützt“, sagt Holger Müller-Brandes.

Die Uckeroper Angermünde bringt in der Spielzeit 2026 "Faust" auf die Bühne. Hier sind André Angenendt als Mephisto und Lea Kohnen als Margarete mit Regisseur Holger Müller-Brandes (v.l.) bei einer Probe zu sehen.
Daniela WindolffDie Uckeroper ohne festes Ensemble und eigene Bühne lebt vom Engagement und der Unterstützung der Menschen vor Ort.
Das sagt der Uckeroper-Regisseur über Gartz
Regisseur Müller-Brandes schwärmt aber auch aus anderen Gründen von Gartz. „Diese Stadt ist für mich das Blankenese der Uckermark, nur nicht so nobel und teuer“, sagt Holger Müller-Brandes, der lange Zeit in Hamburg lebte. Dort schlenderte er gern durch den Hamburger Vorort Blankenese an der Elbe entlang und erlebte in Gartz ein Déjà-vu.
„Bei schönem Wetter spazieren die Menschen in der Sonne mit einem Eis in der Hand am Ufer entlang, plaudern, verweilen auf den Bänken. So ist es auch in Gartz am Oderufer“, schwärmt Holger Müller-Brandes.
Deshalb folgte er mit der Uckeroper 2026 erneut der Einladung der Kultur-Allianz nach Gartz. Am Sonnabend, dem 1. August 2028, um 19 Uhr gastiert die Uckeroper on tour wieder in der Stephanskirche Gartz mit dem neuen Stück „Faust“. Die Oper nach Charles Gounod und Johann Wolfgang von Goethe wird recht selten aufgeführt und ist in der komprimierten Form der Uckeroper einmalig. Die Premiere in Prenzlau wurde vom Publikum gefeiert.
Es ist das berühmteste Werk von Goethe, voller Dramatik, Herzschmerz, List und Weisheiten, gemixt mit faszinierender Musik von Gounod, gespielt von einem Quartett auf historischen Instrumenten, und großartigen Stimmen.
Das Sängerensemble ist international. Der Tenor, Daniel Yan Pruzansky als Faust, kommt aus Israel und hat russische Wurzeln, Gretchen (Lea Kohnen, Sopran) aus Deutschland und Mephistoteles (André Angenendt, Bass) ursprünglich aus Brasilien.
Warum sich ein Besuch in Gartz lohnt
Gartz ist einer von insgesamt sechs Spielorten der Saison 2026. Für die Aufführung in der Stephanskirche gibt es noch Tickets. Müller-Brandes empfiehlt Gästen vor dem Opernbesuch mehr Zeit einzuplanen für einen Bummel an der Oder entlang mit einem Eis in der Hand sowie durch die kleine Altstadt mit dem Stettiner Tor, dem Kanonenschuppen, dem Storchenturm, dem Ackerbürgermuseum und der historischen Tabakscheune. Die Stadt am Nationalpark Unteres Odertal liegt direkt am Oder-Neiße-Radweg.
Bis zum 5. September 2026 legen in Gartz jedes Wochenende auch wieder Fahrgastschiffe für einen Ausflug nach Mescherin und Stettin ab und wieder an.
Nächste Vorstellungen der Uckeroper: 1.8., 19 Uhr, in der Stadtkirche St. Stephan Gartz, 19.9., 20 Uhr im Multikulturellen Zentrum Templin, 20.9., 17 Uhr, in den Uckermärkischen Bühnen Schwedt. Karten und Infos: uckeroper.de



