Oper in Angermünde
: Selten gespieltes Stück feiert Premiere in der Kirche

Die Ucker-Oper, das kleinste Musiktheater in Brandenburg, bringt in Angermünde 2025 eine Rarität auf die Bühne. Das Programm und die Termine.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
Jetzt in der App anhören
Die Macher der Ucker-Oper Angermünde, das wohl kleinste Musiktheater in Brandenburg, stellen ihr Programm 2025 vor. Gründer und Regisseur Holger Müller-Brandes, Beate Schwigon, Claudia Müller-Zetzsche, Ingrid Pieper und Jürgen Bruns, Chefdirigent des Preußischen Kammerorchesters (v.r.)

Die Macher der Ucker-Oper Angermünde, das wohl kleinste Musiktheater in Brandenburg, stellen ihr Programm 2025 vor. Gründer und Regisseur Holger Müller-Brandes, Beate Schwigon, Ingrid Pieper, Claudia Müller-Zetzsche, und Jürgen Bruns, Chefdirigent des Preußischen Kammerorchesters (v.r.).

Daniela Windolff
  • Die Ucker-Oper in Angermünde bringt 2025 die selten gespielte Oper "David und Jonathan" von Marc-Antoine Charpentier auf die Bühne.
  • Die Premiere findet am 27. Juni in der Marienkirche Angermünde statt.
  • Das Werk thematisiert Frieden und Versöhnung und wird von einem erfahrenen Team inszeniert.
  • Tickets sind bereits im Vorverkauf erhältlich, Preise: 38 Euro, ermäßigt 28 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Oper in der Provinz, ausgefallene Stücke, ungewöhnliche Orte und ein neuartiges Konzept: Das ist der Erfolg der Ucker-Oper. Das Projekt wurde 2021 von einer Opernsängerin und Theaterregisseur aus Angermünde aus der Taufe gehoben. Die Vorstellungen sind ausverkauft. 2025 steht eine neue Produktion an, wieder eine kleine Sensation, die es so auf keiner Bühne der Welt zu sehen gibt.

Die Ucker-Oper Angermünde inszeniert 2025 eine Oper, die ganz selten in Deutschland gespielt wird: „David und Jonathan“. Es ist ein Werk des französischen Komponisten Marc-Antoine Charpentier.

Charpentier lebte im 17. Jahrhundert in der Zeit von Ludwig XIV., des berühmte Sonnenkönigs. Er greift ein Thema aus der Bibel auf: Es geht um den Hirten David und Jonathan, den Sohn von König Saul, ein Liebespaar zwischen zwei Männern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch innig verbunden sind. Ihr gemeinsames Ansinnen ist es, den grausamen Krieg in ihrem Land zu beenden.

Angermünde bringt brisanten Stoff aus der Bibel auf die Bühne

David ist am Hofe Sauls aufgestiegen und hat als erfolgreicher Feldherr das feindliche Heer besiegt. Gemeinsam mit Jonathan kämpft er um einen Friedensschluss. Doch ihre Vision von einer friedlichen, gerechteren Gesellschaft scheitert an der Rachsucht und Gewalt von König Saul, der die Liebesbeziehung zwischen seinem Sohn Jonathan und dem aufstrebenden David zerstören will. David wird dem König zu mächtig, ist jedoch im Volk sehr beliebt.

Saul verfolgt die beiden und trachtet David nach dem Leben. Der König treibt den Krieg bis zum Äußersten, bis Blut fließt. Sein Sohn stirbt in den Armen seines Geliebten David. Aus Verzweiflung stürzt sich König Saul in sein Schwert und richtet sich selbst. David wird schließlich als gebrochener, seelisch tief verwundeter Held zum neuen König ausgerufen.

Ucker-Oper Angermünde besticht durch Aktualität

Mit dem ungewöhnlichen Werk „David und Jonathan“ und seinem antiken Mythos greift Regisseur Holger-Müller Brandes für die Ucker-Oper erneut ein Thema auf, das Brisanz und Aktualität angesichts der zahlreichen Konflikte und Kriege in der heutigen Zeit nichts verloren hat. Es geht um das Thema Frieden und Versöhnung mit dem Feind, um Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Gibt es eine Alternative zu den wenig tradierten Mustern der Gewalt?

Regisseur Holger-Müller Brandes ist es erneut gelungen, einen zeitlosen Stoff zu suchen, der eine starke gesellschaftliche und emotionale Botschaft hat, aber auf keinem Spielplan der großen Opernhäuser steht. „Wir wollen etwas anbieten, was man nirgendwo anders sieht, um uns als kleines Opernprojekt auf dem Land ohne eigene Bühne und festes Ensemble einzigartig zu machen und nicht mit den Repertoires der Komischen Oper in Berlin oder der Oper in Stettin zu konkurrieren“, erklärt Holger Müller-Brandes.

Premiere in Angermünde an ausgefallenen Orten

Das Publikum der Ucker-Oper erwartet das Besondere, dass das Team um Müller-Brandes durch ungewöhnliche Inszenierungen und ausgefallene Spielorte auch bietet.

Charpentiers Werk „David und Jonathan“ wird trotz seiner brisanten Geschichte um ein homosexuelles Liebespaar und seiner opulenten Barockmusik ganz selten in Deutschland aufgeführt. Dabei kennt fast jeder zumindest ein Stück des französischen Komponisten. Er komponierte die berühmte Erkennungsmelodie von Eurovision „Te Deum“.

Marienkirche Angermünde wird Opern-Bühne

In Angermünde können Musikfreunde nun sogar eine ganze Oper erleben, neu interpretiert und außergewöhnlich inszeniert, große Oper komprimiert als Musiktheater zum Anfassen, bei dem das Publikum hautnah und mittendrin im Bühnengeschehen sitzt.

Theaterbühne ist die Marienkirche Angermünde, die nicht nur eine exklusive barocke Kulisse für ein biblisches Thema bietet, sondern auch eine hervorragende Akustik.

Die barocke Wagnerorgel in der Marienkirche Angermünde ist eine historische Kostbarkeit. Sie ist eine der wenigen original erhaltenen Barock-Orgeln in Deutschland. Hoch oben auf dem Prospekt thronen wieder die Engel.

Die barocke Wagnerorgel in der Marienkirche ist eine historische Kostbarkeit. Doch sie muss dringend restauriert werden. Orgelbauern und Gemeindemitglieder begutachten das Instrument.

Die prunkvolle Wagnerorgel in der Marienkirche Angermünde ist eine historische Kostbarkeit. Sie ist eine der wenigen original erhaltenen Barock-Orgeln in Deutschland. 2025 wird diese Kirche zur Opernbühne.

Daniela Windolff

Das weiß auch Jürgen Bruns, Chefdirigent des Preußischen Kammerorchesters, längst zu schätzen. Mit dem heimischen Ensemble hat die Ucker-Oper einen musikalisch exzellenten, erfahrenen und begeisterten Partner gefunden.

Preußisches Kammerorchester begleitet die Ucker-Oper

Auch das neue Stück des französischen Komponisten Charpentier ist wieder ein spannendes musikalisches Experiment und mit den Barockstimmen eine große Herausforderung, die man nicht einfach vom Original-Notenblatt übernehmen kann, gesteht Jürgen Bruns: „Wir sind als Orchester in der Region verwurzelt und unterstützen deshalb solche engagierten Projekte vor Ort mit Profis und Laien auf sehr hohem Niveau. Hier machen wir Kultur.“

Die Hauptfiguren wurden ausgeschrieben und nach einem umfangreichen Casting besetzt. Auch dabei gibt es Überraschungen. Die Rolle von König Saul übernimmt eine Frau: Mezzosopranistin Daniela Strothmann, die bereits in früheren Inszenierungen der Ucker-Oper mitwirkte.

„Frauen haben häufig eigene Erfahrungen mit Autorität gemacht und können durch ihre Analyse der Machtverhältnisse oftmals gefühlvoller darauf eingehen", erklärt Müller-Brandes die weibliche Besetzung der Rolle.

Die Oper Judith wird als zweite Produktion der Ucker::Oper zur Aufführung gebracht. Premiere feiert das Stück in der Angermünder Marienkirche.Judith (Anna Vishnevska)

Die Oper Judith wird als zweite Produktion der Ucker::Oper zur Aufführung gebracht. Premiere feiert das Stück in der Angermünder Marienkirche.

Judith (Anna Vishnevska)

Die Ucker-Oper Angermünde inszenierte 2023 die Oper „Judith“. Premiere feierte das Stück in der ausverkauften Angermünder Marienkirche.

Oliver Voigt

Die Hauptrolle des David übernimmt ein französischer Künstler, der Tenor Daniel Brant aus Versailles-Paris. Er meistert die ungewöhnlich hohe Tonlage der französischen Komponisten des 17. Jahrhunderts. Manuel Ried aus Augsburg ist für die Figur des Jonathan ausgewählt worden.

Chor mit Sängern aus der Uckermark

Die in der Uckermark bekannte Sängerin und Songwriterin Lilli Bandt führt als Erzählerin durch das Stück. Auch der Chor der Ucker-Oper repräsentiert erneut die Musikqualität der Uckermark. Dafür wurden 12 talentierte Amateure, Sängerinnen und Sänger verschiedener Ensembles aus der Region, gewonnen, die unter der Leitung von Jakub Rabizo gemeinsam singen. Premiere hat die Ucker-Oper 2025 mit „David und Jonathan“ am 27. Juni um 19 Uhr in der Angermünder Marienkirche.

Termine und Tickets der Ucker-Oper 2025

Premiere: 27. Juni um 19 Uhr in der Angermünder Marienkirche.
Es folgen weitere Aufführungen am 4. Juli (19 Uhr), 6. Juli (17 Uhr) und 12. Juli (19 Uhr).

Danach gastiert die Ucker-Oper im Dominikaner-Kloster Prenzlau am 18. Juli (19 Uhr) sowie am 20. Juli (17 Uhr).

Der Vorverkauf für die sechs Aufführungen läuft bereits. Tickets (38 Euro, ermäßigt 28 Euro) gibt es in der Touristeninformation Angermünde, Hoher Steinweg 17/18, und in der Stadtinformation Prenzlau bzw. online über www.uckeroper.de.