Politik
: Kämpferisch Gesicht zeigen

Die uckermärkischen Sozialdemokraten wollen sich unter dem wiedergewählten Vorsitzenden Stefan Zierke stärker als wirkliche Volkspartei in der Region positionieren, ehrlich und volksnah.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Alter und neuer Vorsitzender: Stefan Zierke

Daniela Windolff

Das bestimmte die Arbeit der uckermärkischen Sozialdemokraten in den zwei Vorjahren und das steht auch im Fokus der nächsten Wochen und Monate. Erst Bundestagswahlen, die auch von der Basis im Unterbezirk unterstützt wurden, dann der Kampf um das Landratsamt, das mit hauchdünner Mehrheit an die CDU abgetreten werden musste, und schließlich die Kommunalwahl für Kreistag, Stadtparlamente und Gemeinderäte. Ohne Pause schließt sich der Wahlkampf des Landtages im September an.

Beim Unterbezirksparteitag der SPD Uckermark am Wochenende in Ringenwalde gingen die Genossen kritisch und selbstkritisch mit den insgesamt unbefriedigenden Wahlergebnissen ins Gericht. Sie spiegelten einerseits den Vertrauensverlust auf Bundesebene wider, zeigen jedoch auch punktuell vergleichsweise gute Ergebnisse, wo die Sozialdemokraten vor Ort überzeugende Ideen und ehrliches Engagement entgegensetzen können. Und diese Basisarbeit auf Augenhöhe mit den Menschen vor Ort sei der Schlüssel, um den Ideen der Sozialdemokratie wieder mehr Vertrauen und Gewicht zu geben, erklärt Stefan Zierke.

Trommeln für gute Projekte

Der Bundestagsabgeordnete ist seit zwei Jahren auch Vorsitzender des SPD Unterbezirks Uckermark und wurde am Wochenende von der Mitgliederversammlung mit 33 von 35 Stimmen wiedergewählt. Enttäuscht sei man vor allem über den Verlust des Landratspostens. Doch nach der Wahl sei vor der Wahl. Nach der Analyse müsse die Arbeit für die nächste Wahl begonnen werden. „Wir müssen unsere Themen und Sacharbeit stärker nach außen tragen“, so Zierke. Da, wo die SPD Gesicht zeige und mit den Menschen im Gespräch sei, dort habe sie auch bessere Erfolge, zum Beispiel in Schwedt.

Die SPD habe gute Projekte, für die man trommeln müsse. Der Mindestlohn sei ein wichtiger Erfolg, so Zierke. Die nächste große Herausforderung sei die Mindestrente, vor allem für den Osten. „Hier haben die Menschen die friedliche Revolution eingeleitet, den schwierigen Umbruch oft unter persönlichen Verlusten von Arbeitsplätzen und Einkommen gemeistert, Neues aufgebaut. Jetzt geht diese Generation in Rente und muss für ihre Lebensleistung auch gewürdigt werden!“, erklärt Stefan Zierke.

Sein Kollege Mike Bischoff, der zum 5. Mal für die Landtagswahl kandidiert, reklamiert als Erfolge für die SPD auch die Einstufung von Angermünde als Mittelzentrum, die Verhinderung von Erdgasbohrungen in Templin und zwei gewonnene Wahlkreise zur Kommunalwahl. „Wir stehen dennoch an einem Scheideweg in Brandenburg. Es geht um unsere Vormachtstellung. Wir ackern und ackern, aber das wird nicht belohnt“, so Bischoff. Die AfD liege gleichauf. Der Blickwinkel der Menschen in den großen Städten und im Speckgürtel sei ein ganz anderer als der in ländlichen Regionen, das spiegele sich im Wahlergebnis deutlich wieder. „Eins habe ich gelernt in all den Jahren. Die Menschen haben ein Gespür, ob wir wirklich für sie kämpfen und gewinnen wollen oder im Schlafwagen durch die Wahl fahren“, so Bischoff.

Der neue Vorstand der SPD Uckermark

Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Uckermark ist Stefan Zierke (Templin). Zu seinen Stellvertretern wurden Olaf Theiß (Angermünde) sowie Michael Witt (Schwedt) und Christian Hartphiel (Templin) gewählt.

Beisitzer im Vorstand sind Wolfgang Seyfried (Templin), Susan Jahr (Schwedt), Thomas Bernstein (Angermünde), Hanka Mittelstädt (Prenzlau), Beatrice Kühnke (Prenzlau), René Stüpmann (Prenzlau), Tobias Jürschke (Angermünde) und Martin Stransky (Templin). Melanie Winkler (Templin) ist neue Kassenwartin, Michael Steffen (Prenzlau) Schriftführer. ⇥dw