Tafel in Angermünde und Prenzlau: Nachfrage übersteigt Kapazitäten – Hilfe gesucht

Lebensmittel werden in der Ausgabestelle der Tafel einsortiert. Die Zahl der Hilfesuchenden in Angermünde hat sich verdreifacht, in Prenzlau werden zuverlässige Helfer gesucht. (Symbolbild)
Roland Weihrauch/dpa- Die Anzahl der Hilfesuchenden bei der Tafel Angermünde hat sich verdreifacht.
- Angermünde unterstützt derzeit etwa 400 Personen, weitere Anfragen können nicht bedient werden.
- In Prenzlau werden dringend zuverlässige ehrenamtliche Helfer gesucht, vor allem Kraftfahrer.
- Kühlwaren sind Mangelware in beiden Tafeln.
- Prenzlau verzeichnete im letzten Jahr 6377 Besucher, darunter 5286 mit Migrationshintergrund.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie die Schutzhütte in Schwedt leisten auch die Tafeln in Angermünde und Prenzlau einen unschätzbaren Beitrag zur Unterstützung bedürftiger Menschen. Seit der Übernahme durch das Angermünder Bildungswerk im Januar 2024 hat sich die Zahl der betreuten Kunden nahezu verdreifacht. Derzeit werden rund 120 Familienbedarfsgemeinschaften unterstützt, was etwa 400 Personen – Erwachsene und Kinder – umfasst.
Die Angermünder Tafel sieht sich jedoch auch großen Herausforderungen gegenüber. „Fast täglich erhalten wir weitere Anfragen von Personen, die die Versorgung bei der Tafel wünschen. Die Kapazität des aktuellen Angebotes macht eine Aufnahme weiterer Kunden derzeit leider nicht möglich“, erklärt Susann Jihlawez, Tafelleitung in Angermünde, auf Nachfrage dieses Nachrichtenportals.
Tafel: Engpässe bei der Versorgung in Angermünde
Die Versorgung der Kunden erfolgt überwiegend durch Lebensmittelspenden regionaler Märkte, wobei Obst, Gemüse und Backwaren den größten Teil der Spenden ausmachen. Kühlwaren wie Wurst und Käse sind hingegen rar.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Angermünder Tafel ist die enge Zusammenarbeit mit Logistikzentren der Tafeln in Brandenburg und Berlin. Diese verteilen Großspenden auf kleinere Tafeln, was es der Tafel Angermünde ermöglicht, Überschüsse abzuholen und somit die Versorgung zu sichern. Dennoch bleibt die Warenaufteilung unberechenbar, was bedeutet, dass der tatsächliche Bedarf der Familien nicht immer gedeckt werden kann.
Schon die Schließung eines Marktes – zum Beispiel für Umbauarbeiten – stellt für die Einrichtung eine besondere Herausforderung dar. In solchen Fällen konnte die Angermünder Tafel im vergangenen Jahr erfolgreich Waren von anderen Tafeln, etwa aus Oranienburg und Potsdam, beziehen.
Zusätzlich werden notwendige Lebensmittel durch Geldspenden oder Zuschüsse beschafft, um vor allem länger haltbare Produkte zu erwerben. „Diese Mittel kommen unter anderem aus Privatspenden oder von Unternehmen, größerer regionaler oder überregionaler Anbieter sowie aus Fördermitteln der Stadt Angermünde und des Landkreises Uckermark“, sagt Susann Jihlawez. Letztlich helfe jede Spende – ob Geld, Lebensmittel oder Sachspenden – die Versorgung der Bedürftigen sicherzustellen.
Tafel in Angermünde: Kühlmöglichkeiten begrenzen Versorgung
Doch auch die logistischen und personellen Kapazitäten sind begrenzt. Die Notwendigkeit von Lagerungsmöglichkeiten und ausreichender Kühlung für Frischwaren zeigt die Grenzen der Versorgungsmöglichkeiten auf, und dennoch: Bei einer Ausweitung des Warenumfangs könnte die Tafel in Angermünde etwa 50 weitere Familienbedarfsgemeinschaften versorgen.
„Wir sind den regionalen Märkten sowie allen anderen Unterstützenden der Tafelkunden sehr dankbar und freuen uns über die erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft der Tafel Deutschland“, betont Jihlawez.
Seit 1999 ist die Tafel in Prenzlau ein fester Bestandteil der Unterstützung bedürftiger Menschen in der Region. Getragen vom AWO Kreisverband Uckermark e. V., bietet sie nicht nur einen Mittagstisch und eine Zusatzversorgung zu geringen Kosten, sondern auch individuelle Hilfeangebote, Beratung bei Alltagsproblemen und informative Veranstaltungen. Die Tafel ist eine Anlaufstelle für viele, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Im vergangenen Jahr verzeichnete die Prenzlauer Tafel 6377 Besucher, von denen 543 regelmäßig den Mittagstisch in Anspruch nahmen. Der Großteil der Besucher, nämlich 5286 Personen, haben einen Migrationshintergrund, erklärt Kerstin Kühn, Leiterin der Prenzlauer Tafel. Trotz der hohen Nachfrage gab es bisher keinen Aufnahmestopp, jedoch bleiben die grundlegenden Probleme bestehen. Insbesondere in Bezug auf die Versorgungslage wird deutlich, dass es vor allem an Kühl- und Tiefkühlware mangelt.
Mangel an Helfern bringt die Prenzlauer Tafel unter Druck
Die Prenzlauer Tafel wird von einem engagierten Team von durchschnittlich 18 Ehrenamtlichen unterstützt, dazu kommen zwei MAE-Kräfte und zwei geringfügig Beschäftigte. Die enge Zusammenarbeit mit Discountern und Supermärkten ermöglicht es der Tafel, nach einem festen Tourenplan zu arbeiten und so effizient wie möglich Hilfe zu leisten. „Besonders erfreulich ist die großzügige Spende eines Kühlfahrzeugs, die von der Stadt Prenzlau und der VR-Bank kam, während Mercedes in Prenzlau die Wartung und Reparaturen übernimmt“, betont Kerstin Kühn.
Trotz aller Bemühungen stehe die Prenzlauer Tafel vor der Herausforderung, zuverlässige ehrenamtliche Helfer zu finden. „Insbesondere wird ein Kraftfahrer dringend gesucht, um bei der Logistik zu unterstützen“, appelliert Kühn an mögliche Helfer und ergänzt: „Viele Menschen sind sich nicht bewusst, welcher Einsatz und welche Verantwortung hinter der Arbeit in einer Tafel stehen.“
Die Tafel Prenzlau wird von verschiedenen Unterstützern getragen, darunter der Landkreis Uckermark, die Stadt Prenzlau, Supermärkte, Bäckereien, Lebensmittelhersteller, Privatpersonen und Vereine. Ihre großzügige Hilfe trägt maßgeblich dazu bei, dass die Prenzlauer Tafel weiterhin bedürftige Menschen in der Region unterstützen kann.



