Tierheim Schwedt
: Alarm wegen Mängeln, doch Stadt dämpft Erwartungen

Das Tierheim Schwedt fordert schnelle Hilfe wegen einer gesperrten Zufahrt, maroder Gebäude und Mängeln im Tierschutz. Darum ist seitens der Stadt keine schnelle Lösung in Sicht.
Von
Oliver Voigt
Schwedt
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Das Tierheim Schwedt steht vor großen Herausforderungen. Der Zugang ist derzeit erschwert, hinzu kommen alte Gebäude und fehlende Räume.

Das Tierheim Schwedt steht vor großen Herausforderungen. Der Zugang ist derzeit erschwert, hinzu kommen alte Gebäude und fehlende Räume.

Oliver Voigt
  • Tierheim Schwedt meldet gravierende Mängel: gesperrte Zufahrt, marode Gebäude, Tierschutzdefizite.
  • Zugang ist nicht barrierefrei, Ersatzweg fehlt – der Winter verschärft die Lage für Hunde.
  • Kritisch bei Hunden: keine Quarantäne, kein Krankenabteil, keine Dämmung, zu kleine Zwinger, kein Wasser.
  • Katzen- und Kleintierbereich: Quarantäne und Krankenräume fehlen, zu wenige Katzenzimmer, altes Haus.
  • Stadt prüft Übergang: Garagen-Nutzung nach Grundstücksregelung, Baumschnitthilfe, Zufahrt ab „21. September bis 29. Oktober 2026“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Tierheim Schwedt schlägt Alarm. Mit einem Schreiben an den 1. Beigeordneten der Stadt Schwedt, Silvio Moritz, macht das Tierheim Schwedt auf akute Missstände aufmerksam – und fordert rasche Hilfe.

Es geht um abgesperrte Zufahrten, fehlende Barrierefreiheit, marode Gebäude und Haltungsbedingungen, die nach Einschätzung des Tierheims den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Ohne Unterstützung drohen sich die Probleme weiter zu verschärfen.

Schon der Zugang zum Tierheim ist inzwischen ein Problem. Der bislang genutzte Zufahrtsweg sei durch die Lebenshilfe mit einer Schranke abgesperrt worden, heißt es. Der alternative Weg, der eigentlich längst hätte fertig sein sollen, stehe weiterhin nicht zur Verfügung.

Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Der Zugang zum Gelände ist derzeit nicht barrierefrei. Für eine Einrichtung, die auf Ehrenamt, Tiervermittlung und Publikumsverkehr angewiesen ist, ist das mehr als ein Ärgernis – es ist ein ernstes Hindernis im Alltag.

Tierheim Schwedt: Winter wird zur Belastungsprobe

Als besonders brisant bewertet das Team die Lage mit Blick auf den kommenden Winter und fordert dahingehend kurzfristige Lösungen, um die Unterbringung der Hunde zu verbessern. Konkret geht es um die Übernahme von Garagen der Lebenshilfe zur Nutzung durch das Tierheim, um zusätzliche Flächen auf dem angrenzenden „Sportplatz“ und um Unterstützung der Stadt beim nötigen Baumschnitt zu schaffen. „Hinter diesen Forderungen steht kein Wunsch nach Komfort, sondern die Sorge, die Tiere in der kalten Jahreszeit überhaupt angemessen versorgen zu können“, so eine Mitarbeiterin.

Zugleich macht das Tierheim Schwedt deutlich, dass die Probleme nicht neu sind, und nicht mit ein paar Übergangslösungen zu beheben sind. Nach Darstellung des Tierheims entspricht der derzeitige Standort in wesentlichen Punkten nicht mehr den Anforderungen der Tierheimverordnung des Landes Brandenburg und den Vorgaben des Tierschutzgesetzes.

Tierschutz in Schwedt: Diese Mängel machen dem Tierheim Angst

Besonders kritisch bewertet ist die Einrichtung ihrer Hundeanlage. Demnach gibt es keine Quarantänestation, kein separates Krankenabteil und keine wärmegedämmten Liegeplätze. Die Unterbringungsflächen seien zu klein, insbesondere große Hunde könnten sich nicht einmal artgerecht ausgestreckt hinlegen.

Auch die Hundehütten seien unzureichend dimensioniert. Hinzu komme, dass in der Hundeanlage fließendes Wasser fehle. Ein Waschplatz für Hunde sei nicht vorhanden, hygienische Maßnahmen seien nur eingeschränkt möglich. Der in den Zwingern verwendete Sand sei inzwischen rund 30 Jahre alt.

Fehlende Quarantäne, zu kleine Zwinger für große Hunde: Das Tierheim Schwedt sieht dringenden Handlungsbedarf.

Fehlende Quarantäne, zu kleine Zwinger für große Hunde: Das Tierheim Schwedt sieht dringenden Handlungsbedarf.

Oliver Voigt

Auch im Katzen- und Kleintierbereich sieht das Tierheim erheblichen Nachholbedarf. Es fehlten ein separates Nagetierhaus sowie Quarantäne- und Krankenbereiche. Zudem gebe es zu wenige Katzenzimmer. Vom Frühjahr bis in den Herbst bleibt den Mitarbeitenden deshalb kein eigener Innenraum, weil sämtliche Räume für Katzen benötigt würden. Das Tierheim sei außerdem bei Strom und Wasser von der Lebenshilfe abhängig. Das Katzenhaus selbst sei ebenfalls rund 30 Jahre alt und zunehmend marode.

Tierheim Schwedt: Garagen als Lösung, aber keine schnelle Hilfe in Sicht

Silvio Moritz teilt auf Anfrage mit, das Schreiben sei „in einer gemeinsamen Beratung“ mehrerer Fachbereiche „eingehend beraten“ worden. Die Antworten liegen dem Tierheim vor. Zur Zufahrt heißt es, die Ausbesserungsarbeiten seien derzeit für den Zeitraum vom 21. September bis 29. Oktober 2026 vorgesehen. Das Tierheim und die Lebenshilfe werden etwa zwei Wochen im Voraus über den konkreten Baubeginn informiert. Auch die nötigen Baumschnittarbeiten will die Stadt unterstützen.

Zur Entwicklung des Standorts erklärt Moritz: „Die räumliche Situation des Tierheims ist der Stadtverwaltung seit vielen Jahren bekannt.“ Man stehe mit dem Verein und der Lebenshilfe im regelmäßigen Austausch, um Verbesserungen zu erreichen. Die Lebenshilfe habe grundsätzlich ihre Bereitschaft signalisiert, den hinteren Bereich des Geländes einschließlich der Garagen aus dem Pachtverhältnis herauszulösen.

„Die räumliche Situation ist der Stadtverwaltung seit vielen Jahren bekannt.“
Silvio Moritz
Vizebürgermeister Stadt Schwedt

Nach den nötigen Grundstücksregelungen könne die Stadt diese Flächen an den Tierheimverein verpachten. So bestünde die Möglichkeit, die Garagen beispielsweise für die Unterbringung von Hunden umzunutzen.

Tierheim Schwedt: Stadt setzt auf Übergangslösungen statt Neubau

Eine schnelle Lösung sei aber nicht zu erwarten. „Realistischerweise wird eine Umsetzung jedoch nicht mehr im laufenden Jahr möglich sein“, so Moritz. Auch ein Neubau sei derzeit keine Option: Es stehe „weder ein geeigneter alternativer Standort zur Verfügung noch sind die finanziellen Voraussetzungen für die Errichtung eines neuen Tierheims gegeben.“

Beim fehlenden Nagetierhaus verweist die Stadt auf Absprachen mit der Tierrettung Uckermark. Damit könne aus Sicht der Verwaltung eine „tierschutzgerechte Unterbringung“ abgesichert werden. „Unser gemeinsames Anliegen ist es, die Rahmenbedingungen für das Tierheim im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten kontinuierlich zu verbessern und praktikable Lösungen für die Zukunft zu entwickeln“, so Moritz abschließend.