Tierheim Schwedt
: Hund und Katze als Geschenk – wo die Tiere nach Weihnachten landen

Nach dem traurigen Schicksal von Kater Filou, der in Schwedt im Müll landete, appellieren Tierschützer erneut an die Verantwortung der Menschen. Tiere sind kein Weihnachtsgeschenk.
Von
Oliver Voigt
Schwedt
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Vom Umtausch ausgeschlossen: Tiere sollten, auch wenn sie besonders sehnlichst gewünscht werden, zu Weihnachten nicht verschenkt werden.

Vom Umtausch ausgeschlossen: Tiere sollten, auch wenn sie besonders sehnlichst gewünscht werden, zu Weihnachten nicht verschenkt werden.

Oliver Voigt
  • Tierschützer in Schwedt warnen davor, Tiere zu Weihnachten zu verschenken.
  • Das Tierheim Schwedt nimmt unerwünschte Weihnachtsgeschenke auf, um sie vor dem Aussetzen zu bewahren.
  • Haustiere erfordern langfristige Verantwortung und Pflege, was oft unterschätzt wird.
  • Ein Gutschein für einen Tierheimbesuch oder ein Buch über Tierhaltung sind bessere Alternativen.
  • Tiere sollten nur mit Einverständnis des Beschenkten angeschafft werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jahr für Jahr wiederholt sich das traurige Szenario: In der besinnlichen Adventszeit häufen sich die Appelle, Tiere nicht als Weihnachtsgeschenke zu betrachten. Dennoch landen nach den Feiertagen zahlreiche Vierbeiner in den Tierheimen. Die anfängliche Euphorie weicht oft schnell der Ernüchterung, wenn der Alltag einkehrt und das vermeintliche Geschenk als Bürde erkannt wird.

„Wir denken mit Grauen an das letzte Jahr zurück, als für ein kleines Kätzchen Weihnachten zum Fiasko wurde“, erzählt Ursula Wyrembeck traurig und wütend zugleich. Sie erinnert sich ungern. Kurz nach dem Fest wurde damals der kleine Kater Filou in einer Tüte an den Mülltonnen der Bertha-von-Suttner-Straße in Schwedt gefunden.

Tierheim Schwedt ist die vernünftige Wahl bei Notfällen

„Es war großes Glück, dass eine Passantin das Kitten bemerkte und erstmal nach Hause mitgenommen hatte, um anschließend das Tierheim zu informieren“, so die Leiterin des Tierheims. Ihre Befürchtung für diese Weihnacht: „Weitere Tiere als Weihnachtsgeschenke, die keinen Anklang finden, und einfach wie ein lebloses Stück Müll entsorgt werden.“

Der Verein Schwedter Tierschützer – Hilfe für Tiere in Not, der auch das Tierheim in der Nationalparkstadt betreibt, werde darum auch in diesem Jahr seine Einrichtung wieder als „Sammelstelle für unerwünschte Weihnachtsgeschenke“ rüsten, so Ursula Wyrembeck. Und sollte es trotz aller Ratschläge diese Notfälle geben, in denen tierische Geschenke eine neue Obhut brauchen, werde niemand verurteilt, wenn er oder sie zumindest das Tierheim als Anlaufstelle wählt.

Die Tierschützer kennen es zur Genüge. Fast jedes Kind träumt irgendwann von einem eigenen Haustier. Hunde und Katzen stehen besonders hoch im Kurs, und in der Vorweihnachtszeit zieren sie viele Wunschzettel. „Ein Haustier ist aber keine kurzfristige Entscheidung, sondern eine Verpflichtung, die Jahre andauern kann“, so Wyrembeck.

Tierheim Schwedt appeliert an Verantwortungsbewusstsein

Die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer des Tierheims Schwedt appellieren vor allem an die Eltern, bevor der Entschluss gefasst wird, ein Tier anzuschaffen, gründlich zu überlegen, ob sie, aber auch ihr Kind, der Verantwortung gewachsen sind. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob genügend Zeit und finanzielle Mittel vorhanden sind.

„Auch gesundheitliche Aspekte wie mögliche Allergien innerhalb der Familie sollten im Vorfeld geklärt werden“, ergänzt Wyrembeck die Liste. Schließlich sei ein Haustier kein Plüschtier, das man einfach zur Seite legen kann, wenn das Interesse nachlässt.

Im Schwedter Tierheim habe man das ganze Jahr über mit echten Notfällen zu tun. Tiere, deren Bezugsperson vielleicht verstorben sind und darum Hilfe bei der Suche eines neuen Zuhauses benötigen. Aber auch solche armen Kreaturen, die aus tierschutzrechtlicher Sicht zu ihrem eigenen Wohl aus der bisherigen Umgebung gerettet wurden. Dazu kommen immer wieder herrenlose Tiere, ob verirrt oder ausgesetzt. Niemand kann genau sagen, ob nicht auch einige dieser armen Geschöpfe zuvor mit einer Schleife geschmückt als Weihnachtsgeschenk dienten.

„Die Lebenserwartung von Haustieren kann beträchtlich sein. Katzen können bis zu 20 Jahre alt werden, Hunde je nach Rasse bis zu 15 Jahre“, weiß Ursula Wyrembeck. Diese langen Zeitspannen erfordern ein nachhaltiges Engagement. „Katzen wollen nicht nur gefüttert werden, sie brauchen Aufmerksamkeit, Zuwendung und regelmäßige Pflege, dazu gehört auch das Säubern des Katzenklos. Hunde verlangen tägliche Spaziergänge bei jedem Wetter sowie Erziehung und viel Zuwendung. Auch kleinere Tiere wie Nagetiere sind keinesfalls pflegeleicht. Sie benötigen Beschäftigung und einen sauberen Lebensraum.“

Tierheim Schwedt nennt Alternativen für Tierwohl

Das Tierwohl muss im Vordergrund stehen, nicht der kurzfristige Genuss eines Geschenks. Ein Tier ist ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, nicht ein Konsumgut, das nach Weihnachten umgetauscht werden kann. Ohnehin sei der Trubel der Feiertage wenig geeignet, damit sich der Neuankömmling an die Umgebung gewöhnen kann.

Wer dennoch den Wunsch nach einem Tier hegt, sollte alternative Wege in Betracht ziehen. Ein Gutschein für den Besuch eines Tierheims kann eine Möglichkeit sein, um sich zunächst mit der Verantwortung und den Bedürfnissen der Tiere vertraut zu machen. Bei einem Besuch vor Ort können sich die tierischen Bewohner und potenzielle Besitzer kennenlernen. Auch ein Buch über Tierhaltung ist ein geeigneteres Weihnachtsgeschenk und kann helfen, Kinder auf die langfristigen Verpflichtungen vorzubereiten.

„Letztlich liegt es an den Erwachsenen, verantwortungsbewusst mit dem Wunsch nach einem Haustier umzugehen. Die Freude an einem Tier kann groß sein, doch sie sollte niemals auf Kosten des Tieres gehen“, so Wyrembeck. Auch sollte ein Tier nicht blind verschenkt werden. Der Beschenkte sollte immer davon wissen und selbst entscheiden, ob er die Pflichten eingehen will.

„In der Vorweihnachtszeit vermitteln wir eigentlich keine Tiere mehr. Viele wollen sie als eine Art Weihnachtsgeschenk von uns haben und das sind Tiere nicht. Nach Weihnachten landen sie dann wieder bei uns und damit ist nichts gewonnen“, erklärt Wyrembek. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass vor allem junge Menschen häufig nicht wüssten, wie viel Zeit und Geld ein Haustier in Anspruch nimmt.