Uckermärker Milch GmbH Prenzlau: Preis statt Insolvenz – Neustart für Molkerei

Inkontakt in Schwedt: Landrätin Karina Dörk zeichnet Herbert Deniffel und Jürgen Stephani von der Uckermärker Milch Gmbh aus Prenzlau mit dem Unternehmerpreis 2024 aus.
Oliver VoigtMilch, das weiße Gold und eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel weltweit, hat in Deutschland schon lange seinen Glanz und Wert verloren. Milchbauern geben auf, Molkereien kämpfen ums Überleben. Der Grund sind Preisdumping und enorm gestiegene Kosten für Futter, Löhne, Energie und Bürokratie. Das erlebt auch die traditionsreiche Uckermärker Milch GmbH in Prenzlau.
Seit über 100 Jahren gibt es den Milchhof in Prenzlau, der Milch aus regionalen Landwirtschaftsbetrieben verarbeitet. Doch klassische Milchverarbeitung, zum Beispiel für Frischmilch, Milchprodukte wie Quark und Butter und sogar Eis, alles, womit sich das Unternehmen immer wieder neu am Markt orientieren und umstellen musste, reichen heute nicht mehr aus, um für die Zukunft zu bestehen. Uckermärker Milch setzt auf neue Strategien, um den Standort in der Uckermark und Arbeitsplätze zu retten.
Uckermärker Milch GmbH: Spezialisierung und Märkte in Asien
Die Prenzlauer Molkerei, die Produktionsstandort für die Muttergesellschaft, die Ostmilch Handels GmbH Berlin, ist, setzt auf Spezialisierung auf Milchtrocknung und der Erschließung neuer Märkte zum Beispiel in Asien, sowie für koschere Butter. Trotz schwieriger Marktlage gibt es keine Kündigungen, sondern sozialverträgliche Umsetzungen von Mitarbeitern.
Die Uckermärker Milch GmbH stehe für Qualität, Beständigkeit und enge Verbundenheit mit der Region Uckermark.
Engagement für die Region ohne Förderung vom Staat
Trotz vieler Probleme und fehlender staatlicher Unterstützung für diese systemrelevante Branche habe das Unternehmen seine Verantwortung als Lebensmittelproduzent wahrgenommen und aus eigener Kraft neue Wege in die Zukunft gefunden, würdigte Thomas Berndt, Präsident der Unternehmervereinigung Uckermark.
Dieses Engagement für die Region für die Wirtschaft, die Bauern, die Arbeitskräfte, die Menschen vor Ort trotz vieler Probleme und widriger Umstände würdigte die Unternehmervereinigung Uckermark und die Landrätin des Landkreises Uckermark, Karina Dörk, mit dem Unternehmerpreis Uckermark 2024 sowie der Goldenen Nadel der Unternehmervereinigung an die Geschäftsführer Herbert Deniffel und Jürgen Stephani.
Mittelstand fühlt sich von der Politik im Stich gelassen
Die zeigten sich überrascht, dass ausgerechnet sie den Unternehmerpreis gewinnen, wo doch alle Welt auf Schwedt, PCK und Transformation blicke. Und Herbert Deniffel sparte nicht mit Kritik, an einer von einer „völlig verfehlten Mittelstandspolitik“, die den Klimaschutz über alles setzt. Der Mittelstand werde von der Politik mit explodierenden Energiekosten und Bürokratie allein gelassen und an die Grenzen seiner Existenz gebracht, so Deniffel.
Dabei übernehmen gerade diese Unternehmen Verantwortung für die Region, die Menschen, für Nachhaltigkeit. Das ließe sich nicht nur in Zahlen messen. Hier wird Milch aus der Region, noch auch für die Region und mit Arbeitskräften der Region veredelt. Warum wird es solchen engagierten, heimischen Unternehmen von der Politik so schwer gemacht? Diese Frage schwebt über Auszeichnung.


