800 Jahre Trebnitz
: Jubiläum – Jahr der Feierlichkeiten hat begonnen

Die Gemeinde Trebnitz feiert 800 Jahre Geschichte und möchte das ein ganzes Jahr lang mit verschiedenen Veranstaltungen feiern. Was ist alles geplant?
Von
Peter Grenz
Trebnitz
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Unter großer Beteiligung der Trebnitzer wurde am Neujahrstag der Gedenkstein enthüllt, der auf die 800-jährige Geschichte der Gemeinde hinweisen soll.

Peter Grenz

Im Jahr 2024 jährt sich die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde Trebnitz, einem heutigen Ortsteil der Stadt Müncheberg, zum achthundertsten Mal. Dieses Jubiläum möchten die Trebnitzer ordentlich feiern und haben dafür für das ganze Jahr verschiedene Veranstaltungen im Ort geplant.

Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten bildete am Neujahrstag die festliche Enthüllung eines Gedenksteines.

Auftakt für ein Festjahr mit verschiedenen Höhepunkten

„Trebnitz 1224 – 2024“ steht auf dem Stein, den der Trebnitzer Ortsvorsteher am 1. Januar 2024 feierlich enthüllt. Trotz des Regenwetters kamen rund sechzig Gäste zum Ortseingang von Trebnitz, um der feierlichen Enthüllung des Steins anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Gemeinde beizuwohnen. In einer kurzen Ansprache betonte Thomas Berendt, Ortsvorsteher von Trebnitz, dass es sich um die erste urkundliche Erwähnung handelt.

„Das ist sehr wichtig“, sagte er mit einem Augenzwinkern, „denn die Stadt Müncheberg, wozu Trebnitz gehört, ist nicht so alt.“ Doch das hänge mit dem Stadtrecht zusammen und könne von Geschichtsinteressierten in der Chronik nachgelesen werden, die demnächst erscheinen wird. Offizielle Vertreter aus dem Münchberger Rathaus waren nicht vor Ort, also stießen die Trebnitzer allein auf das Jubiläumsjahr an.

Der Gedenkstein befindet sich am Ortseingang von Trebnitz von Jahnfelde aus kommend.

Peter Grenz

Die Enthüllung des Findlings ist der erste Höhepunkt für das Jubiläumsjahr 2024. Geplant sind weitere Veranstaltungen wie zum Beispiel das traditionelle Neujahrsfeuer der Feuerwehr, Filmvorführungen über das Landleben in der DDR, eine Osterfeier mit Eiersuche sowie ein Windfest. Aber auch ein Jubiläumsfest mit verschiedenen Aktivitäten wie einer Diashow und einer Lasershow, ein Sommerlichterfest, ein deutsch-polnischer Jugendaustausch sowie ein Adventsmarkt sind geplant.

Das neue Feuerwehrgerätehaus soll im Frühjahr 2024 fertiggestellt und feierlich eingeweiht werden.

Peter Grenz

Besonderer Höhepunkt wird jedoch die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses sein, welches in der Ortsmitte neu errichtet wurde. Das soll mit einem Tag der offenen Tür und einem großen Fest gefeiert werden, freut sich der Ortsvorsteher schon jetzt. „Aktuell sind noch Restarbeiten zu erledigen und der Außenbereich muss noch fertiggestellt werden“, sagt Thomas Berendt.

Geschichte von Trebnitz begann in Schlesien

„Die Wurzeln der Trebnitzer Geschichte reichen bis nach Schlesien“, berichtet Ortsvorsteher Thomas Berendt (SPD). Dort befindet sich im heutigen polnischen Trzebnica das Zisterzienserkloster Trebnitz. Es war das erste Frauenkloster im Bistum Breslau und wurde im Jahr 1202 von Heinrich dem Bärtigen, Herzog von Schlesien, gegründet. Der Name Trebnitz wurde erstmals im Jahre 1224 in einer Schenkungsurkunde über Grund und Boden des Herzogs an das Kloster Trebnitz erwähnt. „Und so wurde kurzerhand der Name des Klosters hierher ins Lebuser Land übernommen“, erklärt Berendt.

Der Förderverein des Schlosses Trebnitz arbeitet aktuell an einem Lesebuch, welches die Geschichte des Dorfes Trebnitz und der Region für eine breite Leserschaft verständlich und wissenschaftlich fundiert aufbereitet. Das Besondere an diesem Werk ist, dass es keine reine chronologische Aufreihung von Erzählungen und Ereignissen ist, wie in vielen anderen Dorfchroniken, sondern diese im Zusammenhang mit der Weltgeschichte und anderen Einflüssen von außen beleuchtet. Das Buch soll als Beispiel dienen, wie Dorfgeschichte zeitgemäß, unterhaltsam, verständlich und zugleich politisch-historisch bildend erzählt werden kann.

Das Schloss Trebnitz beheimatet das Begegnungszentrum und ist zentraler Bestandteil des kulturellen Lebens in Trebnitz.

Peter Grenz

Schlaglichter aus 800 Jahre Trebnitzer Geschichte

In bis zu dreißig „Schlaglichtern“ aus 800 Jahre Trebnitz beleuchten verschiedene Autoren die Geschichte des Ortes und der Region in eigenständigen und in sich geschlossenen Artikeln. Es beginnt mit einer Einführung in die Landschaft und die geologischen Besonderheiten, gefolgt von historischen Ereignissen wie dem Landesausbau, der Gründung des Klosters Trebnitz, der Reformation und dem Dreißigjährigen Krieg.

Weitere Themen umfassen die Gutsherrschaft, die Industrialisierung, den Bau der Ostbahn, die Entwicklung des Schlosses und die jüngere Geschichte bis hin zur „Wende“ und der heutigen Nutzung des Schlosses als Begegnungsort. Das Lesebuch über Trebnitz soll voraussichtlich im Frühjahr 2024 erscheinen.