651 Jahre Gorgast
: Dorf bei Seelow feiert Doppeljubiläum, das wird geboten

Ein Doppeljubiläum feiert Gorgast bei Seelow: 651 Jahre Dorf und 150 Jahre Feuerwehr. Das große Familienfest wurde ein Jahr lang vorbereitet.
Von
Katja Gehring
Gorgast
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Werner Finger, Bürgermeister der Gemeinde Küstriner Vorland

Doppeljubiläum bei Seelow: Auf dem Gelände am Spielplatz von Gorgast wird am 26. und 27. Juni gefeiert. Werner Finger, Bürgermeister der Gemeinde Küstriner Vorland, freut sich auf die Party. Seine Festrede ist schon geschrieben.

Katja Gehring
  • Gorgast feiert 651 Jahre Dorf und 150 Jahre Feuerwehr auf dem Dorfplatz bei Seelow.
  • Termin: 26. und 27. Juni – Planung lief ein Jahr, Eintritt ist frei.
  • Freitag ab 18 Uhr mit DJs, ab 22 Uhr Techno. Samstag ab 10 Uhr Fest und 11 Uhr Eröffnung.
  • Bürgermeister Werner Finger würdigt Vereine und besonders die Freiwillige Feuerwehr.
  • Programm mit Blasmusik, Essen, Kinderangeboten, Trödelmarkt und Infos zur Feuerwehrgeschichte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwei Tage, zwei Jubiläen – so könnte man die Party am 26. und 27. Juni (Freitag und Samstag) in Gorgast knapp umschreiben. Auf dem Dorfplatz, direkt neben dem Jugendintegrationszentrum (Amthof 3), erwarten die Besucher Attraktionen, deren Planung ein ganzes Jahr in Anspruch genommen hat, erzählt Ortsvorsteher Andreas Fröhlich.

Die Gorgaster wollen zusammen mit möglichst vielen Gästen die Geburtstage von Dorf und Feuerwehr begehen. Seit mittlerweile 150 Jahren sind die Feuerwehrleute nun schon in dem kleinen Ort im Oderbruch organisiert. Gorgast selbst gibt es bereits 501 Jahre länger.

In die Jubiläumsfeierlichkeiten sind neben der Gemeinde und dem Förderverein der Feuerwehr Gorgast maßgeblich auch der Verein „Gorgaster Leben“, der Pferdesportverein „Oderland“, der SV Gorgast-Manschnow sowie der Jägerstammtisch involviert.

Gorgast bei Seelow: Kriege, DDR und Dorfleben heute

Im Landbuch Kaiser Karls IV. ist Gorgast im Jahr 1375 zum ersten Mal erwähnt worden. Damals gehörte das Dorf dem Johanniterorden, der Gorgast als wirtschaftlichen Stützpunkt nutzte. 1584 brannte das Dorf komplett nieder und musste neu aufgebaut werden. Bis 1811 blieb es im Besitz der Ordensgemeinschaft.

Danach wurde das Gebiet vom preußischen Staat übernommen und als Verwaltungsamt geführt, wie Andreas Fröhlich berichtet. Im 19. Jahrhundert entstanden ein Gutshaus, ein großer Landschaftspark und das bekannte Fort Gorgast. Eine neugotische Kirche aus dem Jahr 1888 wurde in der Schlacht um Küstrin 1945 komplett zerstört, 1959 aber auf den Grundmauern die neue und jetzige Dorfkirche Gorgast errichtet.

Überhaupt war Gorgast am Ende des Zweiten Weltkriegs (1945) schwer in Mitleidenschaft gezogen, weil dort die Front zwischen deutscher Wehrmacht und Roter Armee verlief. Nachdem es wieder aufgebaut worden war, spielte zur DDR-Zeit die Landwirtschaft eine große Rolle.

Nach der Wende – im Januar 1997 – schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Gorgast, Manschnow und Küstrin-Kietz zur Gemeinde Küstriner Vorland zusammen. „Mit nur wenigen hundert Einwohnern ist Gorgast ein ruhiger, ländlicher Ort – aber mit einer überraschend langen und spannenden Geschichte und vielen Vereinen, die sich um das Dorfleben kümmern“, macht Andreas Fröhlich sein Dorf schmackhaft.

Zum Jubiläum: Auf Techno am Abend folgt Würdigung

Die Feierlichkeiten zum Doppeljubiläum starten am Freitag (26. Juni) um 18 Uhr mit dem Warm-up, bei dem das Party-DJ-Team Tank & Basti für Stimmung sorgt. Gegen 22 Uhr steht Huschke mit Techno-Musik auf dem Plan – rund anderthalb Stunden lang.

Am Samstag beginnt das Fest um 10 Uhr. Die offizielle Eröffnung findet um 11 Uhr statt. Werner Finger, Bürgermeister der Gemeinde Küstriner Vorland, wird die Festrede halten. Darin werde er kurz die Geschichte umreißen, verrät er im Vorfeld. „Aber ein Ort lebt nicht nur von historischen Gebäuden und Daten“, findet der Bürgermeister.

Banner an der B1 zum Doppeljubiläum in Gorgast

Hängt an der B1 in Manschnow: Das große Banner weist auf das Doppeljubiläum in Gorgast hin.

Katja Gehring

„Sondern von den Menschen, die ihn gestalten.“ Und genau denen – den Familien, Vereinen und Ehrenamtlichen, die sich in Gorgast einsetzen – will er danken. Allen voran den Leuten der Freiwilligen Feuerwehr, die wie überall im ländlichen Raum auch in dem kleinen Ort im Oderbruch das Herzstück des gesellschaftlichen Lebens sei.

„Sie vermittelt Werte wie Kameradschaft, Verlässlichkeit und Hilfsbereitschaft“, betont der Bürgermeister. „Sie bringt Menschen zusammen und zeigt uns, wie wichtig Gemeinschaft in einer Zeit ist, in der Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit mehr ist“, sagt er über die Freiwillige Feuerwehr Gorgast.

Essen in Gorgast: Es gibt nicht nur Steaks und Bratwurst

Nach der Eröffnung geht es weiter mit Blasmusik, die zu den rustikalen Mittagsangeboten passt. Die Leute von der Gorgaster Feuerwehr grillen Steaks, Bratwürste und Buletten. Dazu können Pommes oder Kartoffelspalten gegessen werden. Die Feuerwehrleute aus Genschmar bringen die Feldküche mit und kochen darin deftige Erbsensuppe. „Aber auch Knoblauch-Baguettes, Langos und Crêpes sowie Softeis wird es geben“, kündigt Andreas Fröhlich an. Der Verein „Gorgaster Leben“ veranstaltet einen Kuchenbasar und die Jäger verkaufen Wild.

Für die Kinder sind ein Karussell und der sogenannte Scheibenwischer vor Ort. Außerdem können sie auf Ponys reiten und sich im Fußball und Schießen ausprobieren. Wer es ruhiger mag, kann sich über die 150-jährige Geschichte der Feuerwehr Gorgast informieren. Im Amtshof findet von 10 bis 16 Uhr ein großer Trödelmarkt statt.

Der Eintritt zum Jubiläumsfest ist frei, Toiletten stehen im Jugendintegrationszentrum zur Verfügung. Besucher von weiterher finden auf der großen Wiese Richtung Genschmar Parkplätze, der Weg dorthin wird ausgeschildert sein. „Zu beachten ist, dass die Straßen Birkenallee und Amtshof von Freitag, 16 Uhr, bis Sonntag, 10 Uhr, nicht befahrbar sind“, informiert Ortsvorsteher Fröhlich. Gleiches gilt für die Bahnhofstraße, die von der B1 kommend von Manschnow nach Gorgast führt und umgekehrt. Dort wird gerade der Bahnübergang saniert. Umleitungen sind sowohl aus Richtung Frankfurt (Oder) als auch aus Richtung Seelow ausgeschildert.