Flüchtlinge bei Seelow
: Hubschraubereinsatz – Bundespolizei deckt Schleusung auf

Auf frischer Tat: Mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers griff die Bundespolizei einen mutmaßlichen Schleuser in Manschnow auf. Was dazu bekannt ist.
Von
Peter Grenz
Manschnow
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Auf der Autboahn A12 bei Frankfurt (Oder) war die Polizei mit einem Hubschrauber im Einsatz, um einen mutmaßlichen Schleuser zu stellen. (Symbolfoto)

Ein Hubschrauber der Bundespolizei ist bei einem Kontrollflug über dem Waldbrandgebiet auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz unterwegs. Auf zwei ehemaligen Übungsplätzen im südwestlichen Mecklenburg sind am 12.06.2023 Brände ausgebrochen. Das Feuer nahe Lübtheen hatte dazu geführt, dass Einwohner einer Ortschaft evakuiert werden mussten. +++ dpa-Bildfunk +++

Nachdem der Schleuser sich einer Routinekontrolle entziehen wollte, kam ein Hubschrauber der Bundespolizei zum Einsatz. Dabei wurde eine versuchte Schleusung aufgedeckt (Symbolbild).

Jens Büttner/dpa

Am 16. Juli beabsichtigten gegen 12:30 Uhr Einsatzkräfte des Zolls in der Ortslage Manschnow einen aus Polen kommenden Pkw mit Berliner Kennzeichen zu kontrollieren. Doch der mit zwei Personen besetzte Pkw entzog sich der Kontrolle und trat die Flucht an. Ohne größere Beschädigungen kam er schließlich auf einer Pferdekoppel in der Ortslage Sachsendorf zum Stehen. Wie die Bundespolizei dazu mitteilt, flohen im Anschluss beide Insassen des Pkw zu Fuß.

Mithilfe hinzugezogener Einsatzkräfte der Bundespolizei und eines Polizeihubschraubers konnte nach kurzer Zeit ein 37-jähriger Vietnamese, der nicht über erforderliche Dokumente für einen Aufenthalt verfügte, gestellt werden und zur Dienststelle mitgenommen werden. Der 37-Jährige hatte bereits am Tag zuvor, am 15. Juli 2024, versucht, in Frankfurt (Oder) per Zug unerlaubt nach Deutschland einzureisen. Deshalb wies die Bundespolizei ihn am 16. Juli 2024 gegen 2 Uhr in der Nacht von dort aus nach Polen zurück.

Haftbefehl gegen Schleuser beantragt

Den zweiten Flüchtigen nahmen die Einsatzkräfte der Bundespolizei, nach einem Bürgerhinweis, dann gegen 18.50 Uhr fest. Bei dem Mann, der barfuß unterwegs war, handelte es sich um einen 28-jährigen Vietnamesen, der augenscheinlich der Fahrer des Schleuserfahrzeugs war. Er konnte seinen vietnamesischen Pass und einen gültigen Aufenthaltstitel der Slowakei vorlegen.

Die Beamten leiteten gegen den 37-jährigen Mann Ermittlungen wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise ein, der nach Abschluss der polizeilichen Bearbeitung um 18.50 Uhr am Grenzübergang Küstrin-Kietz erneut nach Polen zurückgeschickt wurde, so die Bundespolizei. Gegen den 28-Jährigen mutmaßlichen vietnamesischen Schleuser leitete der Ermittlungsdienst ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Einschleusung von Ausländern ein. Nach seiner Vernehmung am Mittwoch beantragte die Bundespolizei Haftbefehl beim Amtsgericht Frankfurt (Oder). Eine Entscheidung des Gerichts steht noch aus.