Flüchtlinge bei Seelow: Polizei erwischt Schleuser an der Grenzbrücke in Küstrin

Grenzbrücke in Küstrin-Kostrzyn: Die Bundespolizei verstärkt dort im Rahmen der wiedereingeführten Grenzkontrollen ihre Aktivitäten.
Ulf GriegerAm Donnerstagvormittag (3. Oktober) hat die Bundespolizei die Einschleusung von drei Personen am ehemaligen Grenzübergang Küstrin-Kietz festgestellt. Den mutmaßlichen Schleuser nahmen die Beamten vorläufig fest.
Gegen 10.35 Uhr überprüften Einsatzkräfte im Rahmen der wiedereingeführten Grenzkontrollen an dem Grenzübergang Küstrin-Kietz/Kostrzyn einen PKW mit polnischem Kennzeichen. Im Fahrzeug befanden sich neben dem Fahrer, zwei 21- und 37-jährige Männer und eine 41-jährige Vietnamesin.
Schleuser in Küstrin ohne Aufenthaltserlaubnis erwischt
Der 22-jährige vietnamesische Fahrer wies sich mit einem vietnamesischen Reisepass und einem zeitlich abgelaufenen polnischen Aufenthaltstitel aus. Die drei Mitfahrenden führten vietnamesische Reisepässe mit ungarischen Visa mit sich. Sie gaben an, einen längerfristigen Aufenthalt und eine Arbeitsaufnahme in Deutschland anzustreben. Keiner der Insassen verfügte dafür über Dokumente, die einen Aufenthalt in Deutschland legitimieren.
Die Beamten nahmen die Gruppe zur Bearbeitung mit zur Dienststelle und leiteten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise und des unerlaubten Aufenthaltes ein. Gegen den mutmaßlichen Schleuser ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern.
Kontrollen bei Küstrin verstärkt, aber weiter unregelmäßig
Einsatzkräfte stellten bei der Bearbeitung fest, dass zwei der vietnamesischen Geschleusten bereits Ende September unerlaubt in das Bundesgebiet eingereist waren. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wies die Bundespolizei die vier Personen nach Polen zurück.

Straßenbrücke in Küstrin: Wegen ihrer Baufälligkeit wurde der Verkehr dort auf 3,5 Tonnen begrenzt. Das Einhalten der Begrenzung wird jedoch nicht ständig kontrolliert.
Ulf GriegerDie Kontrollen am Grenzübergang waren am 3. Oktober bereits in den sozialen Netzwerken im Internet, unter anderem auf der Seite des Grenzmarktes in Kostrzyn, thematisiert worden. Die Grenzkontrollen an der Oderbrücke in Küstrin-Kostrzyn erfolgen nun zwar verstärkt, aber weiterhin anlassbezogen und unregelmäßig, erklärte auf Nachfrage ein Sprecher der Bundespolizei.

