Kriminalität in Bad Freienwalde
: Bundespolizei mit explosivem Fund in Hohenwutzen

Bei einer Grenzkontrolle in Hohenwutzen ist der Bundespolizei ein dicker Fisch ins Netz gegangen. Die Polizisten stoppten ein Auto mit gefährlicher Ladung.
Von
Steffen Göttmann
Hohenwutzen
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Dumme-Jungen-Streich: Ein Böller wie dieser setzte am Mittwoch die Mülltonne einer Grundschule in Brand.

ARCHIV - Der Zollamtmann Andreas Behnisch vom Hauptzollamt in Frankfurt (Oder) zeigt am 16.12.2015, in einem Lager des Spreewerk Lübben GmbH in Lübben (Brandenburg), einen kleinen Teil beschlagnahmtes Silvester-Feuerwerk aus Polen. Das Spreewerk Lübben GmbH ist für die Vernichtung des der illegalen Böller verantwortlich. Die Knaller aus Osteuropa können mehr als hier zugelassene Feuerwerkskörper und sind dabei brandgefährlich. Foto: Patrick Pleul/dpa (zu lbn «Alle Jahre wieder: Geschäft mit gefährlichen Böllern aus Polen» vom 27.12.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Volltreffer: Was die Bundespolizei bei der Kontrolle eines Autos mit niederländischem Kennzeichen am 30.-September in Hohenwutzen entdeckt hat.

Patrick Pleul/dpa

Wer über den Grenzübergang Hohenwutzen von Polen nach Deutschland fährt, muss mit Kontrollen rechnen. Nicht alles, was an den unzähligen Ständen und in den Basaren verkauft wird, darf über die Grenze gebracht werden.

Ein derartiger Verstoß ist einem Autofahrer aus den Niederlanden am Vormittag des 30. September zum Verhängnis geworden.

Kontrolle in Bad Freienwalde: 36 Kilo Sprengstoff im Gepäck

Wie die Bundespolizei am 1. Oktober mitgeteilt hat, stoppten die Beamten am Tag zuvor ein Fahrzeug mit niederländischem Kennzeichen. Darin entdeckten sie Feuerwerkskörper mit rund 36 Kilogramm Sprengmasse und beschlagnahmten die explosive Fracht.

Im Rahmen der vorübergehend wiedereingeführten Grenzkontrollen kontrollierten die Polizistinnen und Polizisten am Montag gegen 10.30 Uhr einen PKW mit niederländischen Kennzeichen kurz hinter der Grenze in Hohenwutzen. Bei der Durchsicht des Fahrzeugs fanden die Einsatzkräfte mehrere Kartons mit mehr als 20.000 Feuerwerkskörpern. Das Nettogewicht der Sprengmasse betrug mehr als 36 Kilogramm, teilte ein Polizeisprecher mit. Eine Einfuhrgenehmigung und weitere erforderliche Berechtigungsdokumente zum Beispiel für das Abbrennen der solcher Feuerwerkskörper konnten die drei Insassen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren jedoch nicht vorlegen.

Bundespolizei leitet Ermittlungsverfahren ein

„Die Bundespolizei beschlagnahmte die gesamte Pyrotechnik und leitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz gegen die drei niederländischen Staatsangehörigen ein“, teilte die Behörde mit.

In Holland gelten die gleichen strengen Gesetze wie in Deutschland. Geknallt werden darf nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu Silvester. Feuerwerkskörper sind in den Niederlanden viel teurer als Deutschland. Daher bildet sich zur Verkaufsfreigabe kurz vor dem Jahreswechsel ein Feuerwerkstourismus von Niederländern, die ins angrenzende Niedersachsen kommen, um sich mit Feuerwerkskörpern einzudecken, was kein Verbot darstellt.

Häufiger Niederländer mit Sprengstoff in Hohenwutzen erwischt

Im März 2023 erwischte der Zoll ebenfalls Hohenwutzen einen Niederländer mit 41 Kilogramm Feuerwerkskörpern im Kofferraum. Im November 2022 war den Behörden wiederum ein Niederländer ins Netz gegangen, der für Silvester einen Revolver mit 200 Knallpatronen gekauft hatte, für den er in Deutschland einen Munitions-Erwerbsschein hätte vorweisen müssen, den er jedoch nicht besaß.