Über exakt 89 Minuten boten die kämpferisch starken Platzherren den durchaus tonangebenden, allerdings keineswegs übermächtig daherkommenden, Gästen intensiv Paroli und hielten auch dank einiger Glanztaten von Schlussmann Pavels Dorosevs die Null, als Seelows erfahrenem Torsteher wenige Augenblicke vor dem Abpfiff des kaum geforderten Unparteiischen Christoph Beblik ein haarsträubender Patzer unterlief. Einen eher harmlosen Distanzroller von Robin Krolikowski nahm der Lette nicht ganz bequem mit den Händen auf, sondern wollte per Fuß das Spielgerät kontrollieren. Das misslang dem kahlköpfigen Hünen jedoch völlig und der Ball trudelte am verdutzten Torsteher vorbei ins Netz.
Der Treffer lähmte die in der Nachspielzeit verzweifelten Aktionen der ungeordnet und bedingungslos anstürmenden Heimelf merklich, die sich dementsprechend prompt noch zwei weitere Tore der Greifswalder einfingen. Abermals Krolikowski sowie John Berger schraubten das Resultat auf 0:3.
"Diese unerklärlichen Aussetzer ziehen sich inzwischen wie ein roter Faden durch die letzten Wochen und haben uns bisher mehrfach um den Ertrag des Aufwandes gebracht", stöhnte kopfschüttelnd Victoria-Trainer Peter Flaig auf dem Gang in die Kabine, während Greifswalds Coach Roland Kroos von einem schmeichelhaften Erfolg seiner Schützlinge nichts wissen wollte: "Eine Begegnung dauert nun einmal mindestens 90 Minuten und auch späte Tore gehören zum Fußball dazu. Der Sieg ist hochverdient und die Treffer zum 2:0 sowie 3:0 waren blitzsauber mit sehenswerten Kombinationen meiner Elf herausgespielt. Ich finde, das muss dann auch einmal anerkannt werden."
Seelow: Pavels Dorosevs – Nabiel Nasser, Rick Drews, Dawid Jankowski, Jevgenijs Kosmacovs – Piotr Rymar, Pawel Noga, Sebastian Jankowski, Anastasios Alexandropoulos – Marvin Marquardt (69. Tobi Labes), Till Schubert (87. Philipp Pflug)
Tore: 1:0, 2:0 Robin Krolikowski (89., 91.), 3:0 Berger (93.) – Schiedsrichter: Christop Beblik (Berlin) – Zuschauer: 245