Darin ist festgelegt, dass Polen die Planung und Bauausführung übernimmt, jede Seite aber für Grunderwerb, Anbindung und Kampfmittelräumung verantwortlich ist.
Die Brücke soll zwischen der alten Straßenbrücke und der im Bau befindlichen Bahnbrücke errichtet werden. Auf deutscher Seite bekommt sie ihr Lager im Zuge der Ostbahnstraße auf dem Areal der "Schanze", auf der bis 1945  die Odermalzfabrik stand. Auf polnischer Seite kommt das Lager in den Bereich der einstigen Küstriner Knabenmittelschule. Die Kosten für Deutschland werden auf drei Millionen Euro geschätzt. "Die Vertragsparteien streben an, sowohl das Vorhaben als auch die Anbindung bis Ende 2025 fertig zu stellen", heißt es im Abkommen.
Die Reaktionen im Oderland sind zwiespältig. Das betont Hans Georg von der Marwitz, Bundestagsabgeordneter der CDU aus Friedersdorf. Zum einen sei die leistungsfähige Verkehrsanbindung wichtig. Er hatte sich aber auch frühzeitig an die Seite der Bürger gestellt, die durch den Brückenneubau und den damit ermöglichten Gütergrenzverkehr erhebliche Belastungen entlang der B1 erwarten. "Ich werde die Forderungen nach einer erforderlichen Herrichtung der B1 mit Nachdruck unterstützen", so Marwitz. Auch der Bundesverkehrswegeplan sei nicht in Stein gemeißelt. Aber angesichts der durch die Coronakrise anstehenden Probleme finde man dafür aktuell nur schwer Gehör.
B1-Anpassung notwendig
Landrat Gernot Schmidt (SPD) will die Gesetzesabstimmung zum Anlass nehmen, um die Gespräche mit dem Landesbetrieb  und dem Infrastrukturministerium wieder zu vertiefen. Durch die Neubildung der Landesregierung und die Coronakrise hatte dies etwas geruht.
In Abstimmung mit dem Amtsausschuss von Golzow hat Amtsdirektor Lothar Ebert den Brückenbau als wichtige Infrastrukturmaßnahme grundsätzlich begrüßt. Allerdings sei die Aufhebung der Tonnagebegrenzung auch im Sinne des Klimaschutzes das falsche Signal. Er kritisiert, dass es keinen Hinweis auf Anpassungen der B1 gibt und auch die Folgekosten zum Beispiel durch erhöhte Feuerwehreinsätze nicht thematisiert werde.
Für den Abschnitt der B1 in der Umgebung zur Grenzbrücke gibt es seitens des Ministeriums einen Prognosewert von 10 000 Fahrzeugen je 24 Stunden für 2030. Der Anteil von Lkw wird für den Prognosezeitraum bis 2030 auf fünf Prozent  geschätzt, so  Ministeriumssprecherin Katharina Burkardt. Zusätzlich wird derzeit eine weitere Verkehrsuntersuchung durchgeführt. Ergebnisse hierzu werden bis zum Jahresende erwartet.

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