Schweizerhaus Seelow
: Heimatverein ausgezeichnet – darum überzeugte er die Jury

Zum siebten Mal wurde der „Berlin Brandenburg Preis“ kürzlich verliehen. Warum er in diesem Jahr an den Heimatverein Schweizerhaus Seelow ging.
Von
Peter Grenz
Seelow
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Preisträger und Teile der Jury - Marion Krüger (Mitte), Vorsitzende vom Heimatverein "Schweizerhaus Seelow" e.V. und ihr Stellvertreter Uwe Trzewik, nahmen die Auszeichnung entgegen.

Preisträger und Teile der Jury, Marion Krüger (Mitte), Vorsitzende des Heimatvereins „Schweizerhaus Seelow“ und ihr Stellvertreter Uwe Trzewik, nahmen die Auszeichnung entgegen.

Peter Grenz

„Die geleistete Arbeit der ehrenamtlichen Mitglieder vom Heimatverein kann man gar nicht hoch genug würdigen“, sagt Seelows Bürgermeister Robert Nitz, der begleitet vom Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Wolfgang Heinze (Die Linke), an der feierlichen Preisverleihung am Dienstagsabend (8. Oktober) im Schweizerhaus Seelow teilnahm. Genau so sah es auch die Jury, die über die Vergabe dieses Preises entscheidet.

Moderiert von Harald Asel, Moderator und Redakteur beim Inforadio vom rbb und Mitglied der Jury, sprachen Katja Melzer, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, und Richard Meng, Vorstand der Stiftung Zukunft Berlin, zu den geladenen Gästen.

Schweizerhaus Seelow erhält „Berlin Brandenburg Preis“

Katja Melzer hob vor allem das Verbindende zwischen Berlin und Brandenburg hervor, welches sich in diesen gemeinsamen Preis widerspiegelt. „Die DNA der Stiftung ist, Begegnung zu schaffen – und Kultur schafft dazu Gelegenheiten“, sagt Richard Meng und bedauert, dass viel zu oft „man sollte mal...“, gesagt wird und, „nur die wenigsten tun“.

Moderiert von Harald Asel (Inforadio) erläuterten Katja Melzer und Richard Meng die Intention des Berlin Brandenburg Preises. (von rechts nach links)

Moderiert von Harald Asel (Inforadio) erläutern Katja Melzer und Richard Meng die Intention des Berlin Brandenburg Preises. (von rechts nach links)

Peter Grenz

Die Zeit werde immer knapper und es werde immer schwieriger Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren. „Bei all den tollen Projekten ist der Preis auch eine Gelegenheit, auch einmal innezuhalten“, lenkt Richard Meng den Fokus auf die diesjährigen Preisträger.

Lange Liste an Projekten beim „Berlin Brandenburg Preis“

Da Rainer Genilke (CDU), Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, wegen Krankheit nicht persönlich dabei sein konnte, richtet Manuela Hahn, Abteilungsleiterin der gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg ein Grußwort an die Anwesenden. „Wichtig bei der Auswahl der Projekte ist nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern vor allem das bürgerliche Engagement“, sagt sie. Darüber hinaus sollten die Menschen einer Region im Fokus stehen. Und dafür seien die diesjährigen Preisträger hervorragende Beispiele.

Cornelia Behm, ehemalige Abgeordnete für Bündnis 90/ Die Grünen im Deutschen Bundestag, berichtet über die schwierige Auswahl der Preisträger durch die Jury, der sie mit vielen weiteren bekannten und prominenten Vertretern angehört. „Gut vernetzt mit Kultur und Bildung der Region, erfahren wir von den verschiedenen Projekten. Diese werden dann auf einer langen Liste zusammengetragen und bepunktet“, sagt Cornelia Behm. „Und so kommt es auch immer wieder vor, dass es, wie wieder in diesem Jahr, zwei Preisträger gibt“, sagt die Politikerin im Ruhestand.

Marion Krüger und Uwe Trzewik nehme für den Heimatverein "Schweizerhaus Seelow" e.V. den Berlin Brandenburg Preis 2024 entgegen.

Marion Krüger und Uwe Trzewik nehme für den Heimatverein "Schweizerhaus Seelow" e.V. den „Berlin Brandenburg Preis“ 2024 entgegen.

Peter Grenz

Schweizerhaus Seelow: Historischer Ort wiederbelebt

Neben dem Projekt „Musikschulen öffnen Kirchen“, geht der „Berlin Brandenburg Preis“ 2024 gleichberechtigt an das Schweizerhaus Seelow. Mit der bürgerlichen Initiative des 2007 gegründeten Heimatvereins „Schweizerhaus Seelow“ e.V., konnte ein Ort wiederbelebt werden, an dem sich wie ein Brennglas deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegelt, heißt es unter anderem in der Begründung. Der Verein kümmert sich seit 2010 um die denkmalgerechte Wiederherstellung von Gebäuden und Gartenanlagen des ehemaligen landwirtschaftlichen Musterguts des Berliner Bankiers Hugo Simon.

Die Arbeit des Heimatvereins wird durch die Hugo Simon Stiftung ermöglicht, deren Aufgabe es ist, das Schweizerhaus und seine Ländereien zu bewahren und weiterzuentwickeln. Hugo Simon hat einst Kultur und Land(wirt)schaft in Seelow zusammengebracht und an die solidarische Gemeinschaft geglaubt, heißt es in der Begründung weiter. Wesentlicher Teil des Konzeptes sei vor allem die Einbindung kultureller sowie privater Veranstaltungen.

Das Schweizerhaus in Seelow ist nach seiner Restaurierung ein Ort der Begegung und bietet Platz für öffentliche und private Veranstaltungen.

Das Schweizerhaus in Seelow ist nach seiner Restaurierung ein Ort der Begegnung und bietet Platz für öffentliche und private Veranstaltungen.

Peter Grenz

„Ohne das ehrenamtliche Engagement des Vereins wäre das Anwesen nicht aus seinem Dornröschenschlaf erweckt worden“, sagt der Laudator Thomas Drachenberg, Landeskonservator Brandenburg. „Dieser hat nicht nur die physisch überwucherten Gebäude befreit, sondern den Ort samt seiner Geschichte wieder ins Bewusstsein der Menschen zurückgeholt“, sagt er weiter. Marion Krüger vom Heimatverein sieht den Preis, der undotiert ist, nicht nur als Anerkennung, sondern vor allem als Dank.