Trinkwasser bei Seelow
: Coliforme Keime in weiteren Orten entdeckt

EilmeldungColiforme Keime im Trinkwasser weiten sich rund um Seelow aus. Das Abkochgebot gilt jetzt auch für Orte zwischen Werbig und Zechin.
Von
Katja Gehring
Seelow
Trinkwasser: ARCHIV - 15.04.2024, Berlin: Tinkwasser läuft aus dem Wasserhahn in einer Küche in ein Glas mit Limettenstücken. (zu dpa: «SPD-Fraktion fordert rasche Landesstrategie zum Wasser») Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nicht trinken: Von dem Abkochgebot sind weitere Gemeinden nahe Seelow betroffen. Auch dort wurden coliforme Keime im Trinkwasser gefunden.

Monika Skolimowska/dpa
  • Coliforme Keime im Trinkwasser breiten sich rund um Seelow aus – Abkochgebot erweitert.
  • Neu betroffen: Werbig, Neuwerbig, Altlangsow, Neulangsow, Seelower Loose, Zechin u.a.
  • Abkochgebot gilt weiter u.a. für Golzow, Gorgast, Bleyen, Manschnow, Küstrin-Kietz, Reitwein.
  • Kontrollen vom 31. August bestätigten Funde; Ergebnisse benötigen 48 Stunden Auswertung.
  • Ursache wird gesucht: Verdacht auf Rohrbrüche an der B1; Leitung wurde gespült, neue Proben laufen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Von coliformen Keimen im Trinkwasser sind weitere Gebiete rund um Seelow betroffen. In Kontrollen vom 31. August (Montag) sind sie auch in Werbig, Neuwerbig, Altlangsow, Neulangsow, Seelower Loose, Zechin, Zechiner Loose, Buschdorf, Friedrichsaue und Genschmar nachgewiesen worden.

Das Abkochgebot gilt somit ab sofort auch für diese Gemeinden und weiterhin für Golzow einschließlich Heimstättensiedlung, Gorgast einschließlich Schäferei, Bleyen einschließlich Altbleyen und Kuhbrücke, Manschnow einschließlich Neu Manschnow, Küstrin-Kietz, Rathstock, Reitwein, Hathenow, Podelzig einschließlich Wuhden und Klessin, Sachsendorf einschließlich Werder, Alt Tucheband einschließlich Neu Tucheband und Hackenow. Das teilte das MOL-Gesundheitsamt am Mittwoch, 2. September, gegen Mittag mit.

Gefunden wurden in den Wasserproben Umweltkeime, die in der Erde vorkommen und mit denen man auch im eigenen Garten in Berührung kommen könnte. Nichts deute auf Fäkalien oder tote Tiere hin, so Henry Zinke, Geschäftsführer vom WAZ Seelow. Wäre das der Fall, bliebe es wohl nicht bei dem Abkochgebot. Dann müsste die Nutzung des Trinkwassers komplett untersagt werden.

Suche nach Ursache für coliforme Keime im Wasser läuft

Unterdessen wird weiter nach der Ursache gesucht. Henry Zinke geht noch immer davon aus, dass die Rohrbrüche in der alten Leitung entlang der B1 verantwortlich für die Verunreinigung sind. „Das ist naheliegend“, sagt er auf Anfrage. Dass die Keime nun gestreut haben, liege an den vielen Querverbindungen, die von dieser großen Transportleitung abgehen.

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Schreenshot: Katja Gehring

Die Kontrollen werden gemeinsam mit dem Gesundheitsamt weiterhin regelmäßig an jedem Hydranten in den betroffenen Abschnitten durchgeführt. Erst am Mittwoch seien zehn neue Proben entnommen worden, um den Bereich der Verunreinigung eingrenzen zu können. Das Problem: Die Auswertung der Wasserentnahme braucht 48 Stunden. „Erst dann liegt ein Ergebnis vor“, bedauert der WAZ-Geschäftsführer. „Es gibt leider kein anderes Verfahren.“

Keine Bekanntgabe genauer Werte

Zinke und die Kreisverwaltung Märkisch-Oderland bitten um Verständnis, dass genaue Zahlen und Werte zu den Ergebnissen der Prüfberichte nicht bekannt gegeben werden. „Sobald der Grenzwert von Null überschritten ist, werden Maßnahmen eingeleitet“, heißt es in einer Mitteilung.

Wie nach jedem Rohrbruch wurde die Leitung im Bereich des Lecks auch diesmal ausgiebig gespült. In den vergangenen Jahren sei es häufiger zu Brüchen im alten Rohr an der B1 gekommen, weshalb der WAZ Seelow sich entschlossen hatte, die erst später geplante Verlegung einer neuen Leitung vorzuziehen.

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