Wahl 2024 in Letschin: Kandidatenflut ‒ wer am 9. Juni in der Gemeinde antritt

Erfahrene Wahlleiterin: Steffi Katzorke, Ordnungsamtsleiterin von Letschin, hatte bereits 1997 Erfahrungen bei den unterschiedlichsten Wahlen gesammelt. Hier zeigt sie den Stimmzettel des Ortsteils Ortwig.
Ulf GriegerOhne Beanstandung und Probleme hat der Wahlausschuss von Letschin die Bewerber um die Mandate in der Gemeindevertretung und in den Ortsbeiräten bestätigt. Die rund 3500 wahlberechtigten Letschiner bestimmen am 9. Juni von 8 bis 18 Uhr darüber, wer die Geschicke der amtsfreien Gemeinde für die nächsten Jahre mitbestimmt. Nicht zur Wahl steht der hauptamtliche Bürgermeister Michael Böttcher. Er war erst vor drei Jahren wiedergewählt worden.
Die Bewerberzahl für die Gemeindevertretung Letschin hat den Rekordwert von 56 erreicht. Neben so erfahrenen Kommunalpolitikern wie Norbert Kaul, Klaus Büttner, Roland Grund, Manfred Neubauer und Christel Rosenbaum, die schon seit 2003 Mandatsträger dort sind, gibt es viele neue Kandidaten, die erstmals in das Gremium gewählt werden wollen wie Velten Förster, Georg Jungnitz, Frank Strauch, Astrid Gellenthin oder Lutz Wercham.
Mehr Wahlvorschläge als bisher zur Wahl 2024 in Letschin
Auch die Zahl der Wahlvorschläge ist größer geworden. Das liegt zum Teil auch an den größer gewordenen Herausforderungen, die vor der Gemeinde liegen und an den Entscheidungen, die zum Beispiel im Zuge der Energiewende anstehen. Aktuell ist die Freie Wählergemeinschaft Letschin FWL vor SPD, CDU und „Wir im Oderbruch“ stärkste Fraktion. Um die Mandate der künftigen Gemeindevertreter bewerben sich nun auch die AfD (zwei Bewerber), die Linke (5), Bündnis90/Grüne (1) und die Wählergemeinschaft Zukunft Letschin (11). Die meisten Bewerber hat der Wahlvorschlag Freie Wählergemeinschaft Letschin mit 16 Kandidaten. „Wir im Oderbruch“ tritt mit acht Kandidaten an, die SPD mit acht und die CDU mit fünf.
Im Gegensatz zur Bundestagswahl, bei der kleine Wahllokale zusammengelegt werden mussten, wird es diesmal wieder in jedem Ortsteil, in dem ein Gremium zu wählen ist, Wahllokale geben, informiert Wahlleiterin Steffi Katzorke. Die Zusammenlegung der Wahllokale war vor allem bei den älteren Wählern auf große Kritik gestoßen und hatte auch die Zahl der Briefwähler erhöht.
Wahl 2024: Nur zwei Kandidaten in Groß Neuendorf
Bei den Ortsbeiräten der Ortsteile werden in Letschin fünf Mandate vergeben, in den anderen Orten jeweils drei. Mit Ausnahme von Groß Neuendorf, wo sich nur zwei Kandidaten fanden, gibt es auch überall genug Bewerber, so die Wahlleiterin. In Kienitz, wo Ortsvorsteher Roland Grund wieder antritt, sind es sieben Bewerber. In Gieshof-Zelliner Loose treten drei Kandidaten an, darunter auch Ortsvorsteherin Ricarda Schmidt. In Ortwig, wo Ortsvorsteherin Evelin Miethke wieder antritt, sind es sogar sieben. In Neubarnim gibt es eine Liste von „Wir im Oderbruch“ mit dem aktuellen Ortsvorsteher Andreas Sorge an der Spitze. In Kiehnwerder, wo mit Peter Hübner der Ortsvorsteher wieder antritt, gibt es drei Kandidaten und in Steintoch, wo auch Ortsvorsteher Hans-Jörg Vollberg die Liste der Freien Wählergemeinschaft anführt, sind es acht. In Sietzing ist Ortsvorsteherin Ines Zochert-Köhn unter den fünf Kandidaten. Ein neuer Ortsvorsteher wird in Sophienthal gesucht, wo es drei Kandidaten gibt. Dort tritt Ortsvorsteher Botmer Mischke nicht mehr an.
Die meisten Bewerber gibt es um die fünf Mandate im Ortsbeirat von Letschin. 17 Kandidaten aus fünf Wahlvorschlägen stehen dort auf dem Stimmzettel: zwei auf der Liste der Linken, fünf hat die SPD aufgestellt, darunter auch Ortsvorsteher Manfred Neubauer. Die CDU hat einen Kandidaten, die freie Wählergemeinschaft hat sieben und „Wir im Oderbruch“ zwei.
Wahlleiterin Steffi Katzorke rechnet damit, dass die Wahlbenachrichtigungskarten zum 19. Mai in den Haushalten angekommen sind. Bereits jetzt könnte man aber auch schon die Briefwahlunterlagen anfordern. Jedoch seien noch nicht für alle Wahlen die Unterlagen in der Verwaltung angekommen. Die EU-Wahl findet gleichzeitig mit den Kommunalwahlen statt.

