Essen in Berlin-Spandau
: Alternative zum Döner – wo es nun Tantuni und Kavurma gibt

In Berlin-Spandau gibt es ein neues kulinarisches Angebot, das dem Döner Konkurrenz machen möchte. Bisher sind Tantuni und Kavurma einzigartig in der Spandauer Altstadt.
Von
Jessica Neumayer
Spandau
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Hüseyin Er (l.) und Asmahan Er (r.) haben einen neuen Laden in der Spandauer Alstadt eröffnet. Mit Tantuni und Kavurma wollen sie dem Döner Konkurrenz machen. Zuvor haben sie in dem Laden Waffeln verkauft. Nun haben sie ihren Laden umstrukturiert.

Hüseyin Er (l.) und Asmahan Er (r.) haben einen neuen Laden in der Altstadt von Berlin-Spandau eröffnet. Mit ihrem neuen Angebot wollen sie dem Döner Konkurrenz machen.

Jessica Neumayer
  • Neuer Imbiss in Berlin-Spandau bietet Tantuni und Kavurma an, betrieben von Hüseyin und Asmahan Er.
  • Laden „Biggies“ in der Altstadt, bekannt für traditionelle türkische Küche ohne Konservierungsstoffe.
  • Preise: Tantuni und Kavurma zwischen 6-9 Euro, Köfte ab 5 Euro, wöchentliche Suppenangebote.
  • Ziel: Alternative zum Döner, einzigartig in Spandau.
  • Zweiter Laden „Burgerzimmer XV deluxe“ bietet halal Burger an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Altstadt von Berlin-Spandau hat kulinarisch viel zu bieten. Von asiatischen und thailändischen Gerichten über mexikanische und italienische Küche sowie deutsche Hausmannskost findet jeder etwas nach seinem Geschmack. Das Angebot wird nun noch um eine kulinarische Neuheit erweitert.

Seit längerer Zeit durftet es in der Moritzstraße nicht mehr nach süßen Waffeln. „Junglewaffel“ hat geschlossen. „Waffeln haben sich nicht mehr gelohnt“, bekräftigt Geschäftsführer Hüseyin Er seine Entscheidung, das Angebot neu zu gestalten. Nach der Corona-Pandemie habe sich das Waffel-Geschäft nicht mehr erholt.

Einzigartiges kulinarisches Angebot – Tantuni und Kavurma

„Wenn die Leute etwas für fünf Euro essen wollen, dann wollen sie davon auch satt werden.“ Also hat Er seinen Laden umgekrempelt. Vier Monate habe der Umbau gedauert. Jetzt gibt es ein Angebot, das kein zweiter Imbiss in der Altstadt hat.

Neuer Laden in der Spandau Altstadt, Tantuni und Kavurma wird angeboten, türkische Spezialitäten, Moritzstraße, ehemaliger Waffelladen, Kavurma wird in einer speziellen Kavurma-Pfanne zubereitet

Ein neuer Laden in der Altstadt von Berlin-Spandau bietet Tantuni und Kavurma an. Die türkischen Spezialitäten werden in einer speziellen Pfanne zubereitet.

Jessica Neumayer

„Meşur Kavurmaci & Tantuni“ steht auch auf der Marquise am Laden. Wobei der Schriftzug nicht den Namen des Imbisses zeigt, sondern das Angebot anpreist. „Meşur Kavurmaci“ bedeutet übersetzt kleiner Braten. Den Laden hat Er nach dem Spitznamen seines Sohnes „Biggies“ benannt.

„Tantuni und Kavurma, habe es vorher noch nie in der Altstadt gegeben“, sagt Asmahan Er, die zusammen mit ihrem Mann den Laden führt. Wer sich fragt, woraus die Speisen bestehen, wird schon vor dem Eintreten aufgeklärt. „Tantuni ist ein traditionelles türkisches Gericht“, steht im Infotext unter dem Ausgabefenster. Es besteht hauptsächlich aus dünn geschnittenem Rind- oder Lammfleisch.

Traditionelle türkische Küche in der Altstadt von Berlin-Spandau

Das Fleisch wird in einer speziellen Pfanne – in der Form einer flachen, großen Schale, oft aus Alu und ohne Griff – gebraten. Dazu kommen noch Öl, Gewürze, Tomaten und Paprika. Wenn das Fleisch fertig ist, wird es im Fladenbrot serviert oder in einen dünnen Fladen eingewickelt.

Neuer Laden in der Moritzstraße, die türkischen Gerichte Tantuni und Kavurma im Angebot, früher war dort Junglewaffel. Seit Dezember 2024 heißt der Laden nun Biggies

Wer am Ausgabefenster in Berlin-Spandau auf die türkischen Spezialitäten wartet, kann sich über die Geschichte der Gerichte informieren. Neben Tantuni oder Kavurma werden auch Köfte und wechselnde Suppen angeboten.

Jessica Neumayer

Auch Kavurma kommt aus der traditionellen türkischen Küche. Das gewürfelte Lamm- oder Rindfleisch wird mit Knochen und Ölen über mehrere Stunden mit wenig Hitze geschmort, erklärt Asmahan Er. „Das gewonnene Fett wird aufbewahrt, um später das Fleisch darin zu braten.“

Am Ende kommen noch Tomaten und Paprika dazu. Gegessen wird es im Baguettebrot oder gerollt im Fladen, ähnlich wie ein Dürüm.„Früher wurde das als Essen für den Winter gemacht“, sagt Er über die Speisen aus dem osmanischen Reich.

Zubereitung von Tantuni und Kavurma ohne Konservierungsstoffe

Es ist eine Mahlzeit, die sich lange hält, gehaltvoll ist und satt macht. Gekocht wird bei „Biggies“ ohne Konservierungsstoffe oder andere künstliche Zusätze. „Wir kochen nur mit Gewürzen“, sagt Er.

Bei Familie Er gibt es Kavurma auch mit Huhn. Ursprünglich wird das Gericht eigentlich nur mit Tomaten und Zwiebeln gegessen. Doch in Deutschland erwartet die Kundschaft auch Soßen und Salat, verrät Hüseyin Er.

Eine vegetarische Variante gibt es ebenfalls. Hierzu wird Gemüse wie Peperoni, Zwiebeln und Tomate gebraten und im Brot serviert. Preislich liegen im „Biggies“ sowohl Kavurma als auch Tantuni derzeit noch zwischen sechs und neun Euro.

Köfte im Brot ab fünf Euro steht ebenfalls auf der Speisekarte. Jedes Wochenende gibt es zudem eine wechselnde Suppe ebenfalls ab fünf Euro. Zubereitet werden die Speisen von Hüseyins Frau Asmahan Er in der offenen Küche direkt im Laden.

Einzigartige Alternativen zum Döner in Berlin-Spandau

Auf den ersten Blick wirkt der kleine Laden neben dem groß beschrifteten Burgerladen „Burger Zimmer XV deluxe“ etwas unscheinbar. Das Angebot werde aber gut angenommen, sagt Er. „Viele Kunden sind dankbar, dass es mal etwas anderes gibt.“ Wer es einmal ausprobiert hat, komme gerne wieder.

Tantuni ist ein Beispiel dafür, wie vielseitig das kulinarische Angebot aus dem osmanischen Reich sein kann. „Wir wollten auch mal eine Alternative zum Döner anbieten“, sagt Asmahan Er. Ihr Angebot in der Form sei in Spandau einzigartig.

Wer weder Lust auf Döner oder Tantuni noch Kavurma hat, kann bei Familie Er vielleicht dennoch satt werden. Das „Burgerzimmer XV deluxe“ gleich einen Laden weiter wird ebenfalls von ihnen betrieben. Alle sieben Familienmitglieder helfen mit, dass die beiden Läden laufen.

Seit fünf Jahren gibt es den Burgerladen in der Moritzstraße. Auf der Speisekarte stehen „100 % Homemade“ Burger mit 150, 300 oder 450 Gramm Fleischbeilage und XL Pommes.

Die Burger tragen Namen wie „Papas Liebling“, „1001 Nacht“ oder „Mamas Liebling“ und sind ab 7,50 Euro zu haben. Das Fleisch der Burger ist halal, ebenso wie die Zutaten für Tantuni und Kavurma im Laden nebenan, sagt Asmahan Er.

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