Ausbildung: Kontaktverbot wegen Corona hat Folgen für Azubis beim IB Neuenhagen
Frau Dünkel, wie hat ihr Bereich bislang die Corona-Krise überstanden?
Wir haben auf alternative Lernformen umgestellt. Das heißt, es wurde von zu Hause gelernt. Unsere Azubis wurden von uns entweder online oder per Post mit Aufgaben beliefert, die zu erledigen waren.
Hat das gut funktioniert?
Wir waren überrascht, wie gut das funktioniert hat, wenn man die Schnelligkeit bedenkt, mit der wir es umsetzen mussten. Aber es war auch seitens der Ausbilder viel Hilfestellung notwendig. So waren tägliche Telefonate die Regel, teils sehr lange, um z. B. Aufgabenstellungen zu erläutern. Für einige sind die Ausbilder wichtige Bezugspersonen im Leben. Da gingen die Telefonate auch über die Ausbildung hinaus. Aktuell können wir sagen, dass der Ausbildungsstand der Azubis dem auch der Vorjahre entspricht.
Was nehmen Sie mit aus dieser Zeit?
Dass wir im Bereich des digitalen Lernens noch Nachholbedarf haben. Nicht alle Auszubildenden können zu Hause auf moderne Technik zurückgreifen. Zwar haben fast alle ein Handy, aber damit lassen sich nicht alle Vorgaben umsetzen.
Das Praktische blieb aber auf der Strecke ...
Nicht unbedingt. Zum Beispiel haben wir im Bereich der Hauswirtschaft unsere Azubis gebeten, einen Kuchen zu backen. Sie mussten alles allein machen – von der Einkaufsliste bis zu den Fotos der fertigen Kuchen. Die Familie sollten den dann bewerten. Da kamen durchweg positive Rückmeldungen. Aber auch die Aufgabe Fensterputzen wurde als Hausaufgabe mitgegeben. So musste genau der Ablauf vorher beschrieben werden mussten dann auch Bilder nach der Arbeit geschickt werden. Die Ausbilder haben sehr kreativ Ideen umgesetzt, um die Jugendlichen praktisch begleiten zu können.
Wie viele Azubis haben Sie zurzeit?
Seit etwa fünf Jahren sind wir stabil bei etwa 120. Für das nächste Ausbildungsjahr, das Anfang September beginnt, sind noch sehr viele Plätze frei.
Woran liegt das?
Wir sind neben den Angeboten der Erwachsenenqualifizierung insbesondere eine Ausbildungsstätte für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf. Wir finanzieren die Ausbildung mit Fördermitteln der Agentur für Arbeit. Die Agentur schätzt in einem persönlichen Gespräch ein, wer diese überbetriebliche Ausbildung bei uns machen darf, eben einen besonderen Förderbedarf hat. Da die Agentur derzeit wegen der Corona-Auflagen keinen Publikumsverkehr hat, fehlt diese persönliche Beratung für Jugendliche. Außerdem mussten die Ausbildungsmessen im Frühjahr ausfallen, wo wir uns sonst präsentieren konnten. Und somit sind die Plätze bei uns derzeit umbesetzt.
Was kann man dagegen tun?
Man kann ganz gezielt telefonisch bei der Agentur nachfragen oder zu einem Beratungsgespräch zu uns kommen. Wir klären im Gespräch den Bedarf und können der Agentur zuarbeiten.
In welchem Bereich sind noch viele Ausbildungsplätze frei?
Eigentlich haben wir in allen Bereichen noch freie Plätze. Im Bereich Maler und Lackierer, die eigentlich sehr beliebt sind, haben wir noch keine Anmeldungen. Aber auch in den Richtungen Kosmetik/Friseur und Bau können wir noch Plätze anbieten.
Wird die Ausbildung vergütet?
Ja, es gibt ein Ausbildungsentgelt, das abhängig vom Einkommen der Eltern ist. Das wird beantragt und bewilligt bei der zuständigen Agentur für Arbeit.
Kann man bei Ihnen auch eine Art Schnupperkurs machen?
Ja, es gibt ein Vorbereitungsjahr, in dem man alle Angebote durchlaufen kann. Danach wird diese Zeit ausgewertet, werden Vorschläge gemacht. Aber auch während der Ausbildung wird beobachtet, ob der Auszubildende die Anforderungen erfüllen kann. Wenn nicht, wird gemeinsam mit den Ausbildern eine Lösung gesucht und eventuell in einen anderen Fachbereich gewechselt.
Welche Voraussetzungen müssen ihre Ausbilder erfüllen?
Sie sind alle Fachleute in ihrem Bereich und haben eine rehapädagogische Zusatzqualifikation.
Mehr Informationen bei Susanne Dünkel, Telefon 03342 253877 oder 0151 12264658, E-Mail susanne.duenkel@ib.de, Anschrift: IB Region Brandenburg Nordost, Ziegelstraße 16, 15366 Neuenhagen
Ausbildungsort Neuenhagen
Wirtschaft und Verwaltung- Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement (Ausbildungsdauer 36 Monate)- Fachpraktiker/-in für Bürokommunikation (36 Monate)- Verkäufer/-in (24 Monate)- Fachpraktiker/-in (24 Monate)- Fachlagerist/-in
Metall- und Elektrotechnik- Fachpraktiker/-in für Metallbau (42 Monate)- Fahrradmonteur/-in (24 Monate)- Elektroinstallationswerker/-in (36 Monate)
Farbe und Raumgestaltung- Maler/-in und Lackierer/-in (36 Monate)- Bauten- und Objektbeschichter/-in (24 und 36 Monate)
Hotel / Gaststätten / Hauswirtschaft- Hauswirtschafter/-in (36 Monate)- Hauswirtschaftshelfer/-in (36 Monate)- Koch oder Köchin (36 Monate)- Fachpraktiker/-in Küche (36 Monate)- Fachkraft im Gastgewerbe (24 Monate)- Fachpraktiker/-in im Gastgewerbe (24 Monate)
Kosmetik und Körperpflege- Kosmetiker/-in (36 Monate)- Friseur/-in (36 Monate)
Garten- und Landschaftsbau- Gärtner/-in Fachrichtungen: Garten- und Landschaftsbau oder Zierpflanzenbau (36 Monate)- Helfer/-in im Gartenbau (36 Monate) StrausbergBautechnik- Mauer/-in (36 Monate)- Hochbaufacharbeiter/-in (36 Monate)- Ausbaufacharbeiter/-in (24 Monate)- Tiefbaufacharbeiter/-in (24 Monate)- Hochbaufachwerker/-in (24 Monate)
Holztechnik- Tischler/-in (36 Monate)- Fachpraktiker/-in für Holzverarbeitung (36 Monate)


