„In der Eggersdorfer Siedlung hatten wir zum Glück bisher keinen großen Brandfall, sonst wären wir vermutlich mit dem Wasser nicht hingekommen“, sagt Thomas Stähr. Er ist Ortsvorsteher und zugleich stellvertretender Stadtbrandmeister in Müncheberg sowie bei der Feuerwehr des Ortsteils und nahm mit seinem Kollegen Kai-Uwe Bohne, weiteren Feuerwehrverantwortlichen sowie Vertretern der Stadtverwaltung und dem Chef der Brunnenbaufirma in der Waldstraße den Funktionstest für die Abnahme vor. 800 Liter pro Minute kann der Brunnen ausspucken, kein Vergleich zu den alten Hydranten aus DDR-Zeiten. „Hier ist nirgends genügend Druck auf den Wasserleitungen. Die hätten komplett erneuert werden müssen“, sagt der Feuerwehrmann und kuppelt ein Stück Schlauch an das Rohrende.
Am ebenfalls neuen Schaltkasten daneben erläutern Anke Katschmarek und Ronny Schäfer, im Müncheberger Rathaus für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig, kurz die Handhabung und die Schlüsselfrage. Zum Test kann diesmal noch nicht der dort vorhandene Netzanschluss genutzt werden, sondern muss wie an den meisten anderen Standorten ein Stromerzeuger angeworfen werden, um die Pumpe in Betrieb zu setzen. Als die Polung stimmt, fiept es ein wenig, dann strafft sich der Schlauch, sprudelt wenig später wie erhofft am Ende ordentlich Wasser heraus. Für Iwo Gesche, Chef der gleichnamigen Lebuser Brunnenbaugesellschaft, keine Überraschung. Er habe natürlich vorher getestet, verrät er.

Zwei Entnahmestellen auch im Stadtwald, weitere sollen folgen

Dann zieht der Tross weiter zu den beiden Anlagen im Stadtwald. Dort werde ein Netz von Entnahmestellen für den Waldbrandschutz aufgebaut, erläutert Stadtförster Andreas Christoffel. Für jeweils 500 Hektar Wald sei so ein Tiefbrunnen vorgesehen, zwei weitere sollen im nächsten Jahr entstehen, kündigt er an. Für die kann die Stadt wie für die beiden jetzt fertig gestellten Fördermittel bekommen. Der Brunnen in der Eggersdorfer Siedlung und der Vierte, der sich in der Bungalowsiedlung Münchehofe im Ortsteil Obersdorf befindet und bereits ein paar Tage vorher mit der Feuerwehr und dem Vorstand der Bungalowanlage übergeben worden war, sind von der Stadt allein finanziert. Rund 100.000 Euro seien für die vier Anlagen investiert worden, hieß es.
Und auch im Haushalt 2021 sind wieder Mittel für weitere Brunnen vorgesehen. Denn es gibt nach Aussage der Verantwortlichen noch einige „weiße Flecken“ im Stadtgebiet, wo die Löschwasserversorgung nicht ausreicht. Nicht überall sei es der fehlende Wasserdruck, wie Anke Katschmarek erläutert. Und man sei auch mit dem zuständigen Wasserverband Märkische Schweiz in gutem Kontakt, dass für dessen Tätigkeit nicht mehr benötigte Hydranten nicht ohne Rücksprache entfernt werden. Aber an einigen Stellen machten auch die Klimaerwärmung und die langen Trockenperioden zu schaffen, erzählt sie. So lägen an manchen Gräben oder Teichen, aus denen früher Wasser gezogen werden konnte, die Stutzen inzwischen trocken. Sie vermutete, dass dies auch ein Grund sein könnte, warum die Brunnenbaufirma seit wenigen Jahren eine deutlich stärkere Nachfrage nach solchen Anlagen registriert.

Manche Brunnen sind bis zu 100 Meter tief

Die vier Neuen in den Ortsteilen sind zwischen 20 und 60 Meter tief, aber es gibt laut Anke Katschmarek noch ein halbes Dutzend weiterer, die schon länger in Betrieb und im Einzelfall bis zu 100 Meter tief seien. Je zwei davon seien in der Stadt Müncheberg selbst und in Eggersdorf, je einer in der Maxsee-Siedlung und in Jahnsfelde Grube. Gerade die in der Stadt nutze auch der Wirtschaftshof zum Bewässern der Bäume und Grünanlagen in heißen Perioden. Gesche begrüßte dies, denn ein- bis zweimal jährlich sollte schon die Funktion der Brunnen getestet werden. Gegebenenfalls sonst bei Einsatzübungen.