Bürgermeisterstichwahl: Knobbe oder Siebert?

Am Mast vereint: Plakate zur Bürgermeisterwahl an der Lindenallee in Hoppegarten
Gerd MarkertKnobbe wird am Sonntag von den Ortsverbänden der CDU und Bündnis 90/Die Grünen unterstützt, was auf seinen Plakaten kenntlich gemacht ist. Er wertete dies als Zeichen, dass es ihnen abseits von Parteibüchern um die Gemeinde gehe. Bei den Christdemokraten stehen aber offenbar nicht alle hinter dieser Entscheidung, denn Kreisvorsitzende Kristy Augustin hatte sich veranlasst gesehen, in einer Pressemitteilung extra darauf hinzuweisen. Ortsvorsitzender Thomas Scherler machte geltend, dass er beide kenne. Siebert hatte noch bis Mai für die CDU in der Gemeindevertretung gesessen. Beim Kreisverband der Grünen hieß es, man habe die Entscheidung den Personen vor Ort überlassen.
So haben sich die Kandidaten den MOZ–Lesern vorgestellt:
In sozialen Netzwerken hatte das Bündnis bei manchem Fragen aufgeworfen, weil CDU und Grüne in der Vergangenheit den Bürgermeister oft kritisiert hatten. Zudem waren dort geäußerte Schlussfolgerungen des Amtsinhabers, dass sein Kontrahent offenbar die Stimmen von AfD–Wählern eingesammelt habe, nicht gut angekommen. Knobbe hatte daraufhin selbst klargestellt, dass Siebert nicht der AfD nahe stehe.
Die SPD hat sich indirekt hinter Siebert gestellt. Sie bat in einer Pressemitteilung vom Ortsvorsitzenden Michael Meder und Bürgermeisterkandidatin Kerstin Dittrich alle Hoppegartener, zur Wahl zu gehen und „für einen längst überfälligen Wechsel im Rathaus zu stimmen“. Beim jetzigen Amtsinhaber vermisse man Ehrlichkeit und fairen Umgang miteinander, heißt es da.
Die beiden Bewerber hatten in den vergangenen Tagen an verschiedenen Punkten noch einmal persönlich für sich geworben. Siebert sagte, er habe eine „positive Stimmung für den Wechsel“ ausgemacht, monierte aber, dass es auf der Startseite des Internetauftritts der Gemeinde keinen klaren Hinweis auf die Stichwahl gegeben habe. Er habe da viel Aufklärung leisten müssen. Siebert zeigte sich optimistisch, dass er die Nase vorn haben werde. Knobbe sieht reale Chancen für beide Bewerber und erwartet ein enges Ergebnis. Das Wetter scheine mitzuspielen und nicht eine weitere Hürde zu Wahlmüdigkeit und erfahrungsgemäß niedrigerer Beteiligung an einer Stichwahl hinzukommen.
Im Vorfeld der Abstimmung gab es einige Aufregung. So waren zunächst Briefwahlunterlagen doppelt versendet worden — durch eine technische Panne. Und am Donnerstag gab es Nachfragen, weil eine Reihe älterer Bürger nach Briefwahl in der ersten Runde für die Stichwahl nicht automatisch neue Unterlagen bekommen hatte. Wahlleiterin Ulrike Kämpf verwies auf einen Passus im Gesetz: „Wer zur Hauptwahl Briefwahlunterlagen be–antragt hat, erhält diese von Amts wegen für die Stichwahl, es sei denn, aus dem Antrag der/des Wahlberechtigten geht hervor, dass sie/er bei der Stichwahl im zuständigen Wahllokal wählen will.“ Entscheidend sei der Wille der Wahlberechtigten, der durch Ankreuzen bei der Beantragung der Unterlagen zu bekunden war.
Einen Sieger wird es am Sonntag auf jeden Fall geben. Ob der dann Bürgermeister wird oder bleibt, hängt auch davon ab, ob das Quorum erreicht wird, also mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz für diesen Kandidaten gemacht haben. Ansonsten würde die Gemeindevertretung die Entscheidung treffen. Die Wahlleiterin rechnet damit, dass die Beteiligung hoch genug ausfällt. In der ersten Runde hatte sie bei 62,8 Prozent gelegen. Rund 2600 Bürger haben zur Stichwahl Briefwahl beantragt.