Corona-Krise: Strausberger Hightech-Chemie-Firma Allresist reagiert auf die Krise
Präzision als Kernkompetenz
Doch nicht das war der Grund für die Erweiterung der Produktpalette. „In Zeiten von Corona haben wir nun überlegt, was wir gegen die Verbreitung des Virus tun können“, berichtet Geschäftsführerin Brigitte Schirmer, „aufgrund der großen Desinfektionsmittel-Knappheit kamen wir auf die Idee, selber Desinfektionsmittel auf der Basis der Ausnahmezulassung der Baua (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) entsprechend der neuen WHO-Rezeptur herzustellen.“
Das Mischen von hochpräzisen Rezepturen ist eine der Kernkompetenzen von Allresist, mit denen die Strausberger anspruchsvolle Kunden in aller Herren Ländern bedienen. Und selbstverständlich sind die größtenteils promovierten Chemiker im Mitarbeiterstamm in der Lage, die Desinfektionsmittel in der erforderlich hohen Qualität herzustellen. Doch braucht es dazu auch eine materiell-technische Basis und Infrastruktur, um das in Hektoliter-Tanks gelieferte Isopropanol im richtigen Verhältnis mit dem Wasserstoffperoxid, dem Glyzerin und dem gereinigten Wasser zu mischen und in Fünf-Liter-Kanister abzufüllen. Nicht zuletzt müssen die Rohstoffe und Behälter zusätzlich und gesichert auf dem Firmengelände gelagert werden. Das alles zu organisieren, hat Brigitte Schirmer einiges an Kraft, Zeit und Nerven an Telefon und E-Mail-Account mit Genehmigungsbehörden gekostet.
So wird improvisiert und dabei darauf geachtet, dass Rezepturen und Arbeitsschutz peinlichst eingehalten werden, denn das Wohl der Mitarbeiter ist für die Unternehmer nicht minder wichtig: „Wir haben keine Kurzarbeit beantragt und zahlen alle Zulagen wie gewohnt“, sagt Brigitte Schirmer. Ob es am Jahresende die üblichen Gratifikationen gibt, muss freilich vom Ergebnis abhängig gemacht werden.
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Um das neue Produkt an die Bedarfsträger zu bringen, hat Brigitte Schirmer die alleinerziehende Mitarbeiterin Svenja Kaiser aus dem Homeoffice geholt und mit unbürokratischer Unterstützung des Landkreises die Notbetreuung der beiden Kinder organisiert. „Wir haben geradezu begeisterte Resonanz gefunden“ berichtet sie, „im Strausberger Rathaus hat man gleich für die Lise-Meitner-Oberschule und die Grundschule Am Annatal Desinfektionsmittel geordert.“ Auch die Stadtverwaltungen Wriezen und Altlandsberg, Friseursalons und der Jugendsozialverbund Strausberg gehören zu den ersten Kunden. Dabei bietet Allresist das begehrte Mittel quasi zum Selbstkostenpreis an: „Wir liefern unsere Desinfektionsmittel in Fünf-Liter-Kanistern sowie 200-Liter-Fässern zu fairen Preisen, weil wir vor allem solidarisch mithelfen wollen, dass Ansteckungen vermieden werden und die Corona-Krise bald vorbei ist“, begründet das Brigitte Schirmer.
Nachfrage wird sich schnell erweitern
Die Lockerungen der Einschränkungen des Lockdowns nach Ausbruch der Corona-Pandemie haben den enorm gestiegenen Bedarf von Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Ämtern sowie Unternehmen an Desinfektionsmitteln für den Schutz ihrer Mitarbeiter noch um den Bedarf von Geschäften und Dienstleistern erweitert. So müssen Friseure, die seit Montag wieder öffnen durften, ihre Instrumente bzw. Geräte regelmäßig desinfizieren. Allresist kann nicht nur Handdesinfektionsmitteln, sondern auch Flächendesinfektion anbieten.⇥js
Kontakt unter order@allresist.de

