Entscheidung
: Grüne blockieren Busknoten am U-Bahnhof Hönow

Hoppegarten streicht Mittel für Haltestellenerweiterung im Etat 2020, Geld für Radwege und Spielplätze wurde aufgenommen.
Von
Uwe Spranger
Hoppegarten
Jetzt in der App anhören

Bushalt am U-Bahnhof Hönow: Der Kreis wollte hier Platz für vier Fahrzeuge und Umsteigemöglichkeiten bieten, die Hoppegartener lehnten dies auf Grünen-Antrag in der Haushaltsdiskussion ab.

Uwe Spranger

Die Gemeindevertretung Hoppegarten hat in dieser Woche den Haushalt für 2020 bestätigt. In einer gut dreistündigen Sitzung wurden noch einige Veränderungen am rund 40 Millionen Euro umfassenden Etat vorgenommen.

Wertmäßig die größte Änderung ist die eine Million Euro, die auf CDU-Initiative  mit fraktionsübergreifender Unterstützung für den Bau und die Planung von Spielplätzen in Hönow und Dahlwitz eingestellt wurde. Mit großer Mehrheit bestätigt wurden auch 300 000 Euro für den Bau kombinierter Rad- und Fußwege vom Ortsausgang Münchehofe bis zur B 1/5 bzw. zur Friedrichshagener Straße. Die seien notwendig und seit Jahrzehnten im Gespräch, passiert sei bisher jedoch nichts, begründete Thomas Scherler (CDU). Bürgermeister Karsten Knobbe kündigte für nächste Woche ein Gespräch mit Landesbetrieb Straßenwesen und Landratsamt an, bei dem es auch um eine Zwischenlösung von der Ampel am Abzweig B 1 nach Münchehofe bis zum neuen Rewe-Markt in Neuenhagen gehen soll. Aus seiner Sicht sei zwar unklar, ob 2020 gebaut werden könne, aber das Geld könne notfalls ins Folgejahr übertragen werden. Eine Planung für den Weg vom Dorf bis zur B 1 liege jedenfalls vor, die Grundstückseigentümer hätten vorab Zustimmung signalisiert.

Für die „Gestaltung“ einer bislang ungenutzten Fläche an der Kalkseestraße in der Nähe der Schule wurden 50 000 Euro eingeplant. Dort sollen nach Möglichkeit Parkplätze und ein Hundeauslauf entstehen. Behandelt wurden ferner Zuschüsse für Volksfeste, eigene Wohnungsbauideen und die Sozialarbeit, und mehrere Summen wurden mit Sperrvermerken belegt.

Kleine Summe, aber großes Diskussionspotenzial bot ein Antrag von Bündnis 90/Grüne, die Haushaltsansätze  für die Erweiterung der Bushaltestellen am U-Bahnhof Hönow zu streichen, was letztlich mit 16:6 bei fünf Enthaltungen angenommen wurde. Man lehne den Ausbau des Bahnhofsumfeldes zum Omnibus­standort ab, weil das den Ortsteil verschandele, erklärte Fraktionschef Christian Arndt. Zudem werde ein Fehler „zu unseren Lasten korrigiert“, spielte er darauf an, dass mit dem 20-Minuten-Bustakt am Berliner Rand ab Ende 2018 die Haltestellen am Grünzug in Hönow gekappt worden waren. Die sollen ab Fahrplanwechsel Mitte Dezember durch eine neue Linie von Altlandsberg zum U-Bahnhof Hönow wieder bedient werden, zu spät, wie er und Hönows Ortsvorsteher Christian Klahr bemängelten. Der Bürgermeister solle unverzüglich eine andere Lösung suchen.

Eigentlich wollte der Landkreis statt den bislang zwei Bus-Haltebuchten auf  beiden Seiten der Mahlsdorfer Straße vier Plätze auf der Seite des U-Bahnhofs anordnen, so dass ein Überqueren der Fahrbahn überflüssig würde. Zudem sollte der Standort als Busknoten fungieren, an dem auch zwischen verschiedenen Linien umgestiegen werden kann. Und nicht zuletzt sollten Busfahrer die Stelle für Pausen im Dienst nutzen können. Da der Haltestellenbau Sache der Kommunen ist, sollte Hoppegarten Mittel dafür einstellen. Der Kreis hatte eine Förderung von 50 Prozent in Aussicht gestellt, so dass letztlich etwa 25 000 Euro von Hoppegarten aufzubringen gewesen wären.

Vorerst Übergangslösung

Der Bürgermeister verwies zum einen auf die Umsteigemöglichkeiten und argumentierte, dass die Linie eine Anbindung der Stadt Altlandsberg an die U-Bahn schaffe, was man den Nachbarn nicht verbauen sollte. Aus seiner Sicht sei eher die Vielzahl an Autos, die im Umfeld des U-Bahnhofs parken, belastend und verschandele. Er gab zu, dass man im vergangenen Jahr einen Fehler gemacht habe. Dass die Haltestellen im Grünzug im damals unterzeichneten Vertrag zum 20-Minuten-Takt fehlten, sei einfach nicht aufgefallen, es habe im Vorfeld auch keine Hinweise auf die veränderte Streckenführung gegeben. Die Argumentation jetzt sei indes „kleinlich“ und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen nicht hilfreich. Er sei überzeugt, dass der Umbau irgendwann kommen werde, weil es „vernünftig“ sei.

Jörg Schleinitz, in der Kreisverwaltung für den Busverkehr verantwortlich, zeigte sich enttäuscht von der Hoppegartener Entscheidung, die natürlich in kommunaler Hoheit liege. Man müsse nun neu überlegen. Ein Busknoten am Markt Altlandsberg sei aber auch schwierig.

Für die neue Linie sei gerade die Konzession erteilt worden, so dass sie ab 15. Dezember starten könne. Da die zusätzlichen Halteplätze ohnehin bis dahin nicht fertig gewesen wären, sei mit Berlin als Übergangslösung verabredet, das Dreieck an der Ecke Böhlener Straße zu nutzen. Dort entfallen so lange ein Dutzend Autostellplätze. Die neue Linie im Stundentakt sei zwar „besser als nichts“, werde aber nicht massenhaft Pendler zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen, ist ihm bewusst. Mit im Schnitt elf Cent Einnahmen pro Fahrgast sei aber auch nicht viel zu machen. Man müsse versuchen, in Absprache mit Berlin attraktive Angebote zu schaffen.  Und er hoffe weiter auf eine Lösung mit Hoppegarten.