Festveranstaltung
: Ehemalige Justizministerin erinnert an die Zeit nach 1989

Einstige Justizministerin Beate Blechinger hält die Festrede und fordert gegenseitigen Respekt in Ost und West.
Von
Irina Voigt
Hoppegarten
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Beate Blechinger spricht beim Tag der Deutschen Einheit in Hoppegarten.

Irina Voigt

Bürgermeister Karsten Knobbe begrüßte als Festrednerin Beate Blechinger, die brandenburgische Justizministerin von 2004 bis 2009. Sie hatte als Landtagsabgeordnete für die CDU nach der Wende auch an der Kommunalverfassung mitgearbeitet. In einer sehr persönlichen Ansprache ließ sie die aufregenden Wendejahre 1989/90 Revue passieren. „Heute vor 30 Jahren hätte es kaum jemand für möglich gehalten, dass die DDR ein Jahr später nicht mehr existieren würde“, sagte sie. Sie erinnerte an Demonstrationen in Leipzig, Zeiten, als Tausende ihre Arbeit verloren, sich von einer ABM in die Nächste retteten oder in den Vorruhestand geschickt wurden. „Noch ist die Kränkung über das Wertloswerden von Kenntnissen und Berufserfahrungen bei vielen präsent“, sagte sie.

Einheitsfeier bleibt Tradition

Solche Erfahrungen in den vergangenen 29 Jahren würden empfindlich gegen Belehrungen und Erziehungsversuche machen. „Dennoch wollen die wenigsten die DDR zurückhaben. Aber sie erwarten zu Recht Respekt vor ihren Lebensleistungen, die sie teilweise unter schwierigeren Bedingungen erbrachten als viele Westdeutsche, die das Glück hatten, in einer freiheitlich–demokratischen Grundordnung aufzuwachsen. Probleme können wir nur gemeinsam, sowohl in Ost und West und in Europa, ja in der Welt, lösen, indem wir das Trennende überwinden und dem anderen Entwicklungs– und Einsichtsfähigkeit zutrauen.“

Für den gerade gewählten Bürgermeister und Nachfolger von Karsten Knobbe, Sven Siebert (parteilos), steht fest, dass er an der Tradition der Festveranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit festhalten werde.