Mit dem geänderten Klimaschutzgesetz hat der Bund das Ziel formuliert, in Deutschland bis zum Jahr 2045 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Bereits bis 2030 sollen die Kohlenstoffdioxid-Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken. Die Kommunen sind demnach aufgefordert, Maßnahmen zu entwickeln, um dieses Ziel zu erreichen.
Die Stadt Strausberg ist auf einem guten Weg: Sie hat ihre CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1993 um 70 Prozent reduziert, sagt Uwe Fügener, Fachbereichsleiter Erzeugeranlagen/Wärmenetz bei den Stadtwerken Strausberg. Gelungen sei dies hauptsächlich durch Kraft-Wärme-Kopplung – also die gleichzeitige Umwandlung von Energie in mechanische oder elektrische Energie und nutzbare Wärme innerhalb eines Prozesses.
Sei es der Ersatz von Brennstaub durch Biomasse im Heizwerk Vorstadt oder der Ersatz von Erdgas im Bereich Wärmeservice durch Biomasse in Neue Mühle und an der Gustav-Kurtze-Promenade – eine Vielzahl von Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass die Stadtwerke ihren Energieverbrauch reduziert haben.

Klimaschutzkonzept 2020 ausgelaufen

Doch um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, gibt es viel zu tun. Das haben Vertreter der Stadtwerke und Wirtschaftsberater in ihren Redebeiträgen bei der elften Energiekonferenz auf dem Gelände des STIC Mitte November deutlich gemacht. „2045 soll Deutschland klimaneutral sein. Es stellt sich die Frage, wie wir als Stadt diesen Pfad beschreiten wollen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Elstermann.
Vom klassischen Versorger zum agilen Dienstleister: Geschäftsführer Frank Elstermann spricht auf der Energiekonferenz über den Wandel der Stadtwerke GmbH.
Vom klassischen Versorger zum agilen Dienstleister: Geschäftsführer Frank Elstermann spricht auf der Energiekonferenz über den Wandel der Stadtwerke GmbH.
© Foto: Annemarie Diehr
Einen Wegweiser in Richtung Zukunft gibt es aktuell nicht, denn das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Strausberg ist im vergangenen Jahr ausgelaufen. Derzeit ringen Verwaltung und Politik um eine Fortschreibung des Konzeptes bis 2040. Dafür habe die Stadt Fördermittel bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg beantragt, informierte Heinz-Dieter Gransee, Fachbereichsleiter Technische Dienste im Strausberger Rathaus, im Ausschuss für Klima und Umwelt Ende September. Ob das Geld bewilligt wird, dazu soll es in der nächsten Ausschusssitzung Informationen geben.

Zukunftsprojekte mit komplexer Energieversorgung

„Die Stadtwerke sehen sich als kommunaler Partner für die Umsetzung von Klima- und Smart-City-Projekten“, betont Geschäftsführer Elstermann. Beispielhaft in Sachen Zukunftsprojekt seien sogenannte Quartierslösungen bei denen die Stadtwerke mit Wohnungsbaugesellschaften zusammenarbeiten.
So baut die Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ seit Juni an der Gustav-Kurtze-Promenade vier Wohnblöcke mit 78 Wohnungen, die künftig über Wärmepumpen mit Erdsonden geheizt werden, für Elektrofahrzeuge wird es eine Lade-Infrastruktur geben und mit eigenen Photovoltaikanlagen auf den Dächern soll ein Großteil des Stroms, der in den Häusern verbraucht wird, selbst erzeugt werden.
Ein ähnliches Projekt plant die Strausberger Wohnungsbaugesellschaft in der Landhausstraße. Dort sollen laut Geschäftsführer Markus Derling 22 Wohnungen mit Mieterstrommodell entstehen. Voraussichtlich Ende 2022 könnten die Bauarbeiten starten.
Die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes 2020 ist Thema im nächsten Ausschuss für Klima und Umwelt, am 16. November, ab 18.30 Uhr im Mehrzweckgebäude der Hegermühlen-Grundschule. Die Sitzung ist öffentlich, aber eine Anmeldung für Besucher ist erforderlich (Tel. 03341 381-138; E-Mail: sitzungsdienst@stadt-strausberg.de).