Die Stadt Buckow hat einen neuen ehrenamtlichen Bürgermeister. In geheimer Wahl hat der SPD-Politiker Thomas Mix eine hauchdünne 5:4-Mehrheit bekommen und eine Stimme war ungültig.
Mit der Wahl geht in der Kneipp-Kurstadt eine Ära zu Ende, denn seit vielen Jahren hatte die CDU-Fraktion das Ortsoberhaupt gestellt. Bis August hatte Host Fittler den Posten bekleidet, der nach dem Unfalltod von Thiemo Seelig 2018 gewählt worden war. Seelig hatte 2011 das Amt des verstorbenen Peter-Alexander Block übernommen, der lange Jahre die Geschicke Buckows gelenkt hatte.

Parallelen zum Job als Projektentwickler

Mix spielte denn auch vor der Abstimmung in einer kurzen Vorstellung darauf an. „Ich weiß, dass es der CDU schwer fällt, würde aber offen für alle sein, alle anhören“, versprach er. Er wisse, dass es ein schwieriges Amt sei und er habe auch lange überlegt, aber er sehe sich in der Lage dazu, so der 56-Jährige. Der Posten habe viele Parallelen zu seinem Job als Projektentwickler. Man müsse Teams bilden und Konflikte lösen, offen und kommunikativ sein. „Das hat mir in der Stadtverordnetenversammlung oft gefehlt“, sagte er.
Seine Vorstellung sei es, dass „alle Ideen auf den Ratstisch kommen“ und dann zusammen um die beste Lösung für die Stadt gerungen werde, dass man Variationen und Auswahl habe „und nicht schon vorher das Ergebnis klar ist“, sagte Mix und bekam von einem Teil des diesmal zahlreicher vertretenen Publikums eigentlich unerlaubten Beifall.

CDU-Politiker werfen neuem Bürgermeister Populismus vor

Weitere Kandidaturen gab es nicht, so dass zur Abstimmung geschritten werden konnte. Die erbrachte das genannte Ergebnis. Vizebürgermeister Egbert Müller (CDU/Bürger für Buckow), der nach Fittlers Rücktritt amtiert und die Sitzung geleitet hatte, erklärte daraufhin, er gebe sein Mandat zurück. Für ihn sei eine rote Linie überschritten. Nach seiner Einschätzung gehe es Mix nicht um sozialen Frieden in der Stadt, er habe mithin seine Unterstützung nicht verdient, folgerte er und verließ den Saal. Auch sein Fraktionskollege Detlef Helbig warf Mix „populistisches Verhalten“ vor. Beide spielten damit offenbar auf das Nachbohren des SPD-Politikers zu Grundstücksplänen des Ex-Bürgermeisters am Fischerberg an, die in der Stadt für Diskussionen gesorgt hatten. Das sei nicht das, was er sich vorstelle, sagte Helbig und schloss sich Müller an. Auch für ihre Worte gab es von Zuhörern Beifall. Als Dritter warf auch noch William Moore das Handtuch.
Mix äußerte Bedauern über den Rücktritt. Niederlagen gehörten zur Demokratie. Aber das sei nicht das Ende. Er hoffe, dass die Nachrücker offen seien für Zusammenarbeit, denn es komme nicht auf Partei oder Bündnis an, sondern darauf, die Ziele für die Stadt möglichst gut zu vertreten, die Stadt nach vorn zu bringen und Bürger mehr zum Mitmachen zu bewegen. Er jedenfalls wolle Versöhnung anstreben, denn bei allen Unterschieden seien ja alle Buckower. Sein Werben stieß offenbar auf offene Ohren, denn dem Vernehmen nach könnte die Verbindung CDU – Bürger für Buckow nunmehr auseinandergehen.
CDU-Landtagsabgeordnete Kristy Augustin, die ebenfalls im Publikum gesessen hatte, äußerte, sie hätte sich eine Wahl durch die Bevölkerung gewünscht. Sie blicke skeptisch auf Buckows Zukunft. Dass langjährige Kommunalpolitiker zurückgetreten seien, spreche nicht für Mix. Man werde ihn nun an seinen Worten messen.

Mix will auch bei der nächsten Kommunalwahl antreten

Zunächst einmal wird Mix den Posten bis zum Ende der Wahlperiode übernehmen. Er wolle aber auch bei der nächsten Wahl antreten. „Ich habe mich nicht ins Amt gedrängt, aber es ist ernst gemeint und ich würde es auch weiter gerne machen“, sagte der gebürtige Bayer, der lange in Berlin lebte und seit 2014 Buckower ist. Eigentlich habe es für das linke Lager zunächst einen anderen Kandidaten gegeben, aber er sei eingesprungen, als der dann zurückzog. Sein Hauptaugenmerk habe er in den vergangenen Monaten darauf gerichtet, für die SPD als Wahlkreiskandidat für den Bundestag nominiert zu werden. Die Entscheidung soll am Freitag in Seelow fallen. Vielleicht bringe ihm ja die Wahl in Buckow dafür Rückenwind, hofft Mix.