Krebs in Rüdersdorf und Buckow
: Wie Cannabis und Ernährung Nebenwirkungen beeinflussen

Wie Ernährung hilft, die Nebenwirkungen der Krebsbehandlung besser zu bewältigen und wann Cannabis zum Einsatz kommt, erklären Experten in Rüdersdorf und Buckow.
Von
Annemarie Diehr
Rüdersdorf bei Berlin
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Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin.

Informiert beim Krebsforum in Rüdersdorf und Buckow über Ernährung als wichtigen Faktor bei der Krebsbehandlung: Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin.

Brigitta Brandt/Immanuel Albertinen Diakonie gGmbH
  • Experten in Rüdersdorf und Buckow erklären, wie Ernährung und Cannabis Nebenwirkungen der Krebsbehandlung lindern.
  • Prof. Andreas Michalsen spricht über die Bedeutung der Ernährung in der Krebsbehandlung.
  • Judit Gottwald informiert über die medizinische Anwendung von Cannabis bei Krebs seit 2017.
  • Das Immanuel Krebsforum findet am 10. Mai in Rüdersdorf und Buckow statt.
  • Das Forum bietet Vorträge, Beratung und Austausch zu verschiedenen Themen der Onkologie.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Krebs heilen werden wir damit nicht“, stellt Judit Gottwald gleich zu Beginn des Gesprächs klar. Doch Begleiterscheinungen während der Krebstherapie wie Schmerzen, Ängste, Übelkeit und Appetitlosigkeit könnten durch die ärztlich verordnete und überwachte Einnahme von Cannabis gelindert werden. Über den rechtlichen Rahmen und Möglichkeiten der medizinischen Anwendung von Cannabis bei Krebs in Deutschland spricht die Fachapothekerin und Apothekeninhaberin aus Berlin beim Krebsforum für Betroffene an den Standorten der Immanuel Klinik in Rüdersdorf und Buckow.

Die berauschende und heilende Wirkung der Cannabispflanze sei schon im alten China, im antiken Rom und Griechenland bekannt gewesen, erklärt Judit Gottwald. Ab dem 20. Jahrhundert sei versucht worden, dafür eine wissenschaftliche Erklärung zu finden. „Mit der Entdeckung des menschlichen Endocannabinoid-Systems wurde die Forschung an der Pflanze intensiviert und die Bestandteile THC und CBD fanden Anwendung im medizinischen Bereich“, so die Apothekerin. Das menschliche Nervensystem nämlich verfügt über Cannabinoid-Rezeptoren, an denen die Wirkstoffe aus der Cannabispflanze andocken können.

Cannabis in der Onkologie: Einsatz bei Schmerzen und Übelkeit

Seit 2017 ist Cannabis als Medizin in begründeten Einzelfällen gesetzlich in Deutschland zugelassen und damit verschreibungsfähig. Erst mit dem im April 2024 in Kraft getretenen Cannabisgesetz und der Teil-Legalisierung habe die Zahl der durch die Krankenkassen genehmigten Cannabisabgaben massiv zugenommen, sagt Judit Gottwald. In der Onkologie kommen THC und CBD laut der Apothekerin im chemotherapeutischen Bereich, beispielsweise bei starker Übelkeit, sowie im palliativ medizinischen Bereich zur Schmerzlinderung oder bei depressiven Verstimmungen zur Anwendung – sofern andere Medikamente nicht angeschlagen haben.

Weitere Informationen und Impulse zu diesem und anderen Themen erhalten Betroffene, Angehörige und Interessierte am Sonnabend, 10. Mai, beim dritten Immanuel Krebsforum des Onkologischen Versorgungszentrums Märkisch-Oderland (OVZ). Unter dem Motto „Unser Ziel: Überlebensqualität – Standbeine der Onkologie im Jahr 2025“ beleuchtet das Forum aktuelle Entwicklungen der modernen Krebsbehandlung sowie die Lebensqualität der Betroffenen – von der Diagnosestellung bis zur Nachsorge. „Wir möchten Betroffenen Mut machen und ihnen aufzeigen, welche vielfältigen Wege es gibt, die Krankheit zu bewältigen und trotz allem ein gutes Leben zu führen“, so Dr. Kerstin Stahlhut, Leiterin des OVZ.

Starkes Immunsystem – Ernährung bei Krebs

Ein Höhepunkt des diesjährigen Forums ist der Vortrag von Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin und bekannt aus der Fernseh-Reihe „Die Natur-Docs“. Unter dem Titel „Ernährungsansätze in der Onkologie“ spricht er darüber, wie eine angepasste Ernährung dabei hilft, Nebenwirkungen wie Erschöpfung, Verdauungsprobleme oder Appetitlosigkeit in der Krebsbehandlung und -nachsorge besser zu bewältigen.

„Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle in der integrativen Onkologie – nicht als Ersatz für konventionelle Therapien, sondern als ergänzende Säule, die das Immunsystem stärkt, Entzündungen reduziert und die körperliche und seelische Widerstandskraft verbessert. Wir dürfen das Thema Ernährung nicht länger als Randaspekt betrachten – es ist ein aktiver, therapeutischer Bestandteil auf dem Weg zur Genesung und zur Erhaltung von Lebensqualität“, betont Prof. Michalsen. Sein Vortrag, ab 12.30 Uhr in Rüdersdorf, wird per Live-Stream nach Buckow übertragen.

Austausch mit Fachkräften aus Medizin, Pflege und Sozialdienst

Daneben warten auf Betroffene, Angehörige und Interessierte weitere Beiträge aus den Bereichen Onkologie, Schmerztherapie, Psychoonkologie und Sozialmedizin sowie Musiktherapie. So informiert der plastische Chirurg Chefarzt Dr. Uwe von Fritschen zu Brustrekonstruktion nach Brustkrebs und die onkologische Chefärztin Prof. Dr. Diana Lüftner über Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Teilnehmende haben die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit Fachkräften aus Medizin, Pflege, Seelsorge und Selbsthilfe.

Immanuel Krebsforum in Rüdersdorf und Buckow

Das 3. Immanuel Krebsforum am Sonnabend, 10. Mai, beginnt an beiden Standorten um 10 Uhr mit einer Begrüßung. Bis 15 Uhr informieren Expertinnen und Experten zu verschiedenen Aspekten der Onkologie. Die Teilnahme ist kostenlos. Für Brustkrebspatientinnen gibt es Beratungsgespräche zur plastischen Rekonstruktion mit Dr. med. Uwe von Fritschen, für die eine Anmeldung erforderlich ist. Weitere Informationen und das vollständige Programm gibt es hier.