Nachts im Museumspark Rüdersdorf 2023: Autoschau mit DDR-Oldtimer Trabant und US-Cars

Nachts im Museumspark: Michael Weber aus Berlin-Staaken mit seinem seltenen Chrysler New Yorker, Baujahr 1947.
Dirk SchaalTausende Besucher strömten am Sonnabend in den Museumspark Rüdersdorf. „Die Nacht im Museumspark“, eine Schau mit fast 500 Young-, Oldtimer und aktueller Fahrzeuge traf den Nerv vieler Menschen aus vielen Teilen Deutschlands. Darunter waren Hobbybastler oder auch der amtierende deutsche Drift Champion. „Von dem Ansturm waren wir auch sehr positiv überrascht. Die ganze Arbeit hat sich gelohnt“, sagt Christian Wiegmann vom Veranstalter AsphaltRowdies. „Stand jetzt, wird es im kommenden Jahr die dritte Nacht im Museumspark geben“, fügt er hinzu.
So unterschiedlich die Fahrzeuge in Farbe, Form oder PS-Leistung sind, eines hatten alle gemeinsam – sie werden liebevoll gepflegt. „Zu liebevoll“, wie die Partnerin eines Hobbyschraubers mit einem Hauch von Eifersucht über ihren Partner sagte. Der VW Golf II, einer der ersten von 1983, sieht aus wie gerade vom Band gerollt. „Den hatte mein Onkel damals neu gekauft. Als kleiner Junge bin ich damit gefahren und habe den auch damals schon auf der Straße gewaschen, so wie man es damals eben gemacht hat“, sagt Dennis Richter aus Berlin.

Schon der Opa fuhr damit: Max Kroker aus Strausberg mit einem alten Trabant Kübel
Dirk SchaalAuch beim Strausberger Max Kroker ist das Fahrzeug in Familie geblieben. „Der Trabant Kübel ist früher beim KSC Strausberg gefahren. Später hat ihn da mein Opa übernommen“, erzählt der 30-Jährige. Der Trabi war 14 Jahre alt, als der Strausberger zu Welt kam. „Selbst diese Zeit überlebt heute kaum noch ein Auto“, sagt Kroker.
Alles an dem Fahrzeug wurde in sechs Jahren mit viel Liebe restauriert. Der Lack ist weitestgehend original, eben aufpoliert worden, sagt der Strausberger stolz. Ansonsten hat er seinem „Schätzchen“ ein Luftfahrwerk spendiert, dass sich in der Höhe verstellen lässt und neue Felgen. „So ein wenig glänzen darf das auch“, sagt er verschmitzt. Von der Polizei wurde er auch schon angehalten. „Die wollen aber bloß wissen, ob alles noch original ist“, berichtet Kroker.
„Ob es den nochmal in Deutschland gibt? Ich glaube nicht“, sagt Martin Weber aus Berlin.-Staaken zu seinem Oldtimer, der immer wieder die Besucher anzieht. Es ist ein Chrysler New Yorker Baujahr 1947. „Das Auto ist an und für sich nichts Großartiges, aber hierzulande extrem selten“, fügt er hinzu. Gerade erst ist er aus den USA nach Europa – noch richtig frisch auf dem Markt, sagt der Oldtimerexperte mit eigener Werkstatt. „Die Besonderheit hat dem Chrysler ist, dass er einen Reihe-8-Motor hat. Er verfügt über 5,2 Liter Hubraum und mehr als 100 PS“, erzählt Weber immer wieder den Besuchern, die den chromglänzenden Flitzer umringen.

Verliebt in DDR-Oldtimer: Tobias Ruscher aus Ahrensfelde mit seinem Barkas B1000
Dirk SchaalNostalgie ist auch bei Tobias Ruscher zu spüren. Mit einem Trabi fing es beim Ahrensfelder an. „Als ich 18 war und Lehrling, da hatte ich nicht viel Geld. Da kam mir ein alter Trabant gerade recht“, erzählt er. Dann kam ein Barkas B1000 hinzu, dann ein zweiter und nun ist erst einmal Schluss: „Meine Frau meint, es wäre genug“. Aber er hat auch genug mit der Restauration der vorhandenen Fahrzeuge zu tun. Die Teppiche sind aufwendig auf Maß genäht und die sonst typisch wackelige Barkas-Schaltung sitzt bei seinem B1000 straff und schaltet genau.
Neben der Pritsche hat der Ahrensfelder auch einen Kasten-Barkas, der noch einiges an Arbeit benötigt. „Mit dem B1000 fahre ich auch im Alltag. Ist zwar nicht ganz billig bei 15 Litern Verbrauch, aber dafür kann man auch eine Menge transportieren“, sagt Ruscher. Gerade jetzt ist ihm die Ladefläche von Nutzen, wenn er mit seinem Surfboard an den See fährt. Was der schönste Lohn für seine viele Arbeit an den Autos ist: „Wenn jemand einen Daumen hoch zeigt, dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe.“


