Ortsentwicklung
: Investor plant den Bau von 1500 neuen Wohnungen in Hoppegarten

Die Firma Prea beabsichtigt, an vier Standorten 1500 Wohnungen für mehr als 3000 Menschen in Hoppegarten zu errichten. Die Politik reagiert erstaunt.
Von
Dirk Schaal
Hoppegarten
Jetzt in der App anhören

Dicht bebaut: Ein Teil des Gewerbegebiets Neuer Hönower Weg grenzt an Siedlungsgebiet.

Gemeindeverwaltung Hoppegarten

Darauf bezieht sich zumindest Gabriel Kodzitski, Geschäftsführer der Prea GmbH, bei seinen Plänen, im direkten östlichen Berliner Umland den Wohnungsbau zu forcieren. Unter anderem nannte er Fredersdorf–Vogelsdorf, Schöneiche, Petershagen–Eggersdorf oder auch Hoppegarten als dafür infrage kommende Orte. Bei Hoppegarten wurde er sogar noch einmal genauer, 1500 Wohneinheiten könnten dort entstehen.

Die Prea GmbH hat ihren Sitz in Zossen, Büros befinden sich nach eigenen Angaben in Berlin, München, Frankfurt und London. Selbst bezeichnet sich die Firma als „Dienstleistungs– und Beratungsunternehmen in der Welt der Immobilien“. Ihr Augenmerk gilt nachhaltigen Wertzuwächsen für Nutzer, Investoren und Eigentümer. In der Region sind sie bisher noch nicht in Erscheinung getreten. Als Referenzen gibt die 2018 gegründete Firma Prea 6095 verkaufte und in Realisierung befindliche Wohnungen,  8000 geschaffene neue Arbeitsplätze in der Projektentwicklung sowie 515 000 Quadratmeter Grundstücksfläche für Wohnungs– und Gewerbebau an. Kein Pappenstiel also.

Umso erstaunlicher ist es, dass in Hoppegarten niemand etwas von diesem Ansinnen weiß, dort 1500 Wohneinheiten zu bauen. Bei brandenburgweit durchschnittlichen zwei Bewohnern pro Wohnung, wären das 3000 neue Hoppegartener in den nächsten Jahren. Sollte eine Vielzahl der geplanten Wohnungen für junge Familien ausgelegt sein, könnte sich die Zahl noch erheblich steigern.

„Auf uns als Verwaltung ist bisher noch niemand mit solchen Plänen zugekommen. Auch habe ich nicht von Dritten davon gehört. Sollte uns dieses Vorhaben jedoch vorliegen, werden wir uns damit beschäftigen“, sagte der Hoppegartener Bürgermeister Sven Siebert sichtlich erstaunt. Gleichzeitig machte er klar, dass die Gebietshoheit bei der Kommune liegt, die allein über Flächennutzungspläne entscheidet.

So wie Prea–Chef Gabriel Kodzitski auf Nachfrage erklärte, gibt es vier Standorte in Hoppegarten, die er nicht näher benennen wollte. Das sind Gewerbeflächen, die nach seinen Vorstellungen in Mischflächen umgewandelt werden sollen. Vier große Gewerbegebiete gibt es in Hoppegarten, auf denen theoretisch Flächen zur Verfügung stehen. Das Größte liegt an der B 1, daran schließen sich die Gebiete am Neuer Hönower Weg und an der Carenaallee an. In Hönow ist Gewerbe an der Altlandsberger Chaussee (L 33) angesiedelt. Aus dem Rathaus kommen jedoch Hinweise, dass jetzt schon viele Anfragen nach Gewerbeflächen vorliegen. Eine Umwidmung wäre kritisch.

Gegenwind zu solch einem Vorhaben kommt aus der Hoppegartener Politik. „Unsere Infrastruktur gibt das derzeit nicht her. Unsere Verkehrsinfrastruktur steht absehbar vor einem Kollaps und der ÖPNV ist vollkommen überlastet“, sagte Thomas Scherler (CDU). „Für Hoppegarten ist ein solch enormer Anstieg nicht zu verkraften. Das ginge einher mit weiterer Flächenversiegelung, wachsendem Trinkwassermangel und Verkehrsströmen, die jetzt schon kaum handlebar sind. Alles ginge zu Lasten der Lebensqualität der Einwohner unserer Gemeinde“, erklärte Christian Arndt (B90/Grüne).

Schulen und Kitas fehlen

Auch die Bauausschussvorsitzende Claudia Katzer (Linke) hat große Bedenken, dass Hoppegarten solch einen Bevölkerungszuwachs stemmen kann, Kitas und Schulen fehlen, die Verkehrsinfrastruktur gibt es nicht her. Frank Galeski (Linke) wünscht sich schon noch Wohnraum in Hoppegarten, aber bezahlbaren, auch für sozial schwächer gestellte Familien, und nicht in diesem Umfang.