Seit mehr als fünf Jahren waren die Eintrittspreise im Freibad nicht mehr verändert worden. Aufgrund der inzwischen gestiegenen Betriebskosten hatte die Verwaltung der Gemeindevertretung eine Anhebung vorgeschlagen. In dem Zuge sollte die Preisstruktur vereinfacht werden, um lange Wartezeiten beim Einlass zu vermeiden.
Ein erstes Papier aus dem Rathaus mit durchschnittlichen Steigerungen von mehr als 50 Prozent löste bei den Fraktionen indes wenig Begeisterung aus. Die Parteilosen präsentierten daraufhin einen Gegenvorschlag, der auf Vergleichen mit ähnlichen Einrichtungen in der Region sowie darüber hinaus basierte. Die Verwaltung ließ diesen nach Diskussionen in den Ausschüssen in die Dokumente einfließen.
Bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung stellte Fachbereichsleiter Gunter Kirst das Ergebnis vor. Er erwähnte unter anderem den neuen Kurztarif ab zwei Stunden vor der Schließung des Bades, der sowohl für Erwachsene als auch ermäßigt angeboten wird. Zudem wird es nunmehr eine Saisonkarte ebenfalls für beide Kategorien geben. Und er erwähnte die Möglichkeit des Bürgermeisters, von der Entgeltordnung abzuweichen und Freikarten zu gewähren. Zum Beispiel für Kitas oder Schulen.
Bei der Gemeindevertretersitzung präsentierten Linke und SPD noch Änderungsvorschläge. Bestätigt wurden die Vorschläge der Linken, auch ein Ticket für eine „Kleinfamilie“ mit einem Erwachsenen und zwei Kindern anzubieten sowie eine Saisonkarte für zwei Erwachsene und bis zu zwei Kinder mit namentlicher Bindung an mindestens einen Erwachsenen. Von mehreren SPD-Ideen fand nur ein abgewandelter Gruppentarif Aufnahme. Betreuer zahlen danach je vier Euro und für jedes Kind – egal wie viele mitkommen – wird ein Euro kassiert. Andere Vorschläge stufte Kirst als „nicht praxistauglich“ ein, zum Beispiel weil dann an der Kasse Altersnachweise abgefragt werden müssten. Steffen Napieraj (die Parteilosen) erinnerte an den Ansatz, alles einfacher zu machen, und begrüßte die nun aufgenommenen Änderungen, da man selbst nicht alles bedacht hätte. Er regte zudem an, Neuenhagener – auch Kinder – gegebenenfalls mit Freikarten auszuzeichnen. Robert Czaplinski (CDU) schlug überdies vor, neue Bezahlmöglichkeiten zu prüfen.
Am Ende fiel die Zustimmung mit 23 Ja-Stimmen und einer Enthaltung sehr klar aus. Somit komme auf Freibad-Besucher eine Preiserhöhung von im Schnitt  18 Prozent zu, haben die Parteilosen errechnet.
Laut Rathaussprecherin Jutta Skotnicki behalten Zehnerkarten aus dem Vorjahr auch in diesem Jahr noch ihre Gültigkeit. Sie verwies zudem auf die Möglichkeit, dass Kindertagesstätten der Gemeinde sowie für den lehrplanmäßigen Schwimmunterricht auch die Schulen des Ortes das Freibad wochentags von 9 bis 15 Uhr kostenfrei nutzen können. Im vergangenen Jahr besuchten nach ihren Angaben knapp 80 000 Badegäste das Neuenhagener Freibad.
Die neue Entgeltordnung tritt zum1. Mai in Kraft. Die diesjährige Saison beginnt planmäßig am 15. Mai.

Preise im Vergleich

BISHER NEU

Tageskarte ermäßigt1,70 2,00

Tageskarte Erwachsene3,80 5,00

Kinder bis zwei Jahrefrei

Zehnerkarte ermäßigt 12,00 15,00

Zehnerkarte Erwachsene 35,0042,00

Familienkarte (2 Erw./2 Kinder)9,00 10,50

+ jedes weitere Kind 1,00 1,50

Kleinfamilie (1 Erw./2 Kinder)- 7,00

Saisonkarte ermäßigt-40,00

Saisonkarte Erwachsene-75,00

Saisonkarte Familie (2 Er./2 Ki)-120,00

Kurztarif ermäßigt-1,00

Kurztarif Erwachsene2,002,50