Während der Einwohnerfragestunde äußert Manfred Gebert seinen Unmut, dass es auch nach drei Sitzungen des Ausschusses noch keine Fortschritte bei den selbst gesteckten Zielen Erhalt der Natur und Zugang aller zur Trainierbahn gegeben hat. Es wird zu kleinteilig gedacht und nicht demokratisch genug, warf er dem Ausschuss vor. Die zeitliche Trennung der Benutzung der Trainierbahn, ein angedachter Kompromiss, vormittags Reitsport und Freigabe zur öffentlichen Nutzung abends, sei nicht hinnehmbar, denn der würde Kitas und Schulen von der Benutzung ausschließen. Dem Ausschussvorsitzenden Klaus Obendorf unterstellt er u. a. reaktionäres Denken, der sich solche Bemerkungen in sichtbarer Erregung verbittet.
Zunächst kommt der Antrag der Parteilosen auf die Tagesordnung, der eine Wohnbebauung auf den Flächen der Trainierbahn Neuenhagen sowohl im Innenoval als auch auf den angrenzenden Flächen ausschließt. Die Rennbahn als Eigner der Trainierbahn hatte im Mai als Zukunftsplanung neben beabsichtigten Stallungen auch Wohnbebauung in drei Varianten vorgestellt.
Kritische Infrastruktur
Rico Obenauf (Parteilose) wirbt für den Antrag, indem er die im Exzess betriebene Wohnbebauung der letzten Jahre in der Gemeinde kritisiert, bei der die Entwicklung der Infrastruktur nicht Schritt halten kann.
Hartmut Kretschmer (Grüne/B90) schließt sich dem Beschluss­antrag an, fordert aber eine konkrete Benennung der Flurstücke, auf denen Wohnbebauung ausgeschlossen sein soll, um gleich von Anfang an für Klarheit zu sorgen. Dabei sollen jedoch nicht nur Flurstücke der Rennbahn in Betracht kommen, um den Anschein eines Affronts nicht aufkommen zu lassen.
Diskussionsbedarf besteht noch, wie man mit dem Alten Gut und dem Dotti-Schloss verfahren will. Obenauf will auch diese Gebiete für Wohnungsbau ausschließen, ebenfalls mit Nennung der Flurstücke, die dieses Verbot betrifft. Gegenteilige Meinungen gibt es nicht.
Bürgermeister Ansgar Scharnke erwartet konkrete Planungen der Rennbahn, um den tatsächlichen Bedarf an Bebauung auch einschätzen zu können. "Die Rennbahn hat das Gelände nicht für die Wohnbebauung erworben. Das sollten wir auch nicht kippen. Das soll aber kein Statement gegen den Reitsport dort sein. Die Rennbahn braucht Betriebsstätten, das ist klar, aber dafür müssen sie endlich die Katze aus dem Sack lassen, was genau wo gebraucht wird."
Mit nur einer Gegenstimme spricht der Ausschuss nach weiterer Diskussion eine Empfehlung für den Antrag aus.
Die Fortschreibung des Grünordnungsplans (GOP) für die Trainierbahn wirft auch grundsätzliche Fragen auf. Welche Fassung soll zugrunde gelegt werden, da die Neuste von 2017 sei. Ohne die Diskussion zu vertiefen, bot Steffi Wieland von aus der Verwaltung an, bereits Mitte August einen neuen Entwurf vorzulegen, der alle bis dato geäußerten Inhalte enthalte. So könne er auch bereits in der Ausschussrunde nach der Sommerpause behandelt werden. Am 3. September würde dann die Gemeindevertretung darüber entscheiden. "Ambitioniert", nennt Obendorf die Zeitplanung, die noch vor der angedachten Zeitspanne liegt.
In der Diskussion stellt Obenauf die Verbindung mit Hoppegarten her, das eine "ähnliche Planung" für die Rennbahn bekommen hat. Da beide Standorte, Rennbahn und Trainierbahn, in einer Wechselbeziehung bei der baulichen Entwicklung stehen, schlägt er vor, Hoppegarten auch mit ins Boot zur Trainierbahn-Diskussion zu holen. Mit Einstimmigkeit soll dies den Nachbarkollegen nun vorgeschlagen werden.
Formulierung erweitert
Fachbereichsleiterin Christiane Fälker regt an, die Vereinbarung zum GOP zu erweitern und neben Reitställen und Nebengebäuden im Bereich des Alten Guts auch den Begriff "weitere bauliche Anlagen" aufzunehmen. So sei man nicht an diese strikte Formulierung im weiteren Werdegang gebunden, begründet sie.
Mit einer Gegenstimme findet diese Änderung Zustimmung. Die gesamte Beschlussvorlage wird einstimmig zur Annahme durch die Gemeindevertretung empfohlen.