Schädlinge in Neuenhagen
: Anwohner aufgepasst – Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich aus. In Neuenhagen bei Berlin sind 230 Bäume befallen. Bald werden die Schädlinge gezielt bekämpft. Was dann für Anwohner wichtig ist.
Von
Dirk Nierhaus
Neuenhagen bei Berlin
Jetzt in der App anhören
Beginn EPS-Bekämpfung in Gardelegen: PRODUKTION - 29.04.2025, Sachsen-Anhalt, Mieste: Ein Lastwagen mit einer montierten Sprühkanone fährt durch eine Allee, in der unter anderem Eichen stehen. Die Hansestadt Gardelegen hatte am 28. April 2025 mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners begonnen. Rund 10.000 Bäume sollen in dieser Woche in der gesamten Einheitsgemeinde Gardelegen besprüht werden. Dabei wird das biologisch abbaubare Bakterium "Bacillus Thuringiensis" versprüht. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen das Bakterium mit den Eichenblättern und verhungern danach. Die Brennhaare der Raupen sind für Menschen und Tiere gefährlich und können allergische Reaktionen auslösen. (zu dpa: «Eichenprozessionsspinner wird wieder bekämpft») Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner: Ein Lastwagen mit einer montierten Sprühkanone fährt durch eine Allee. (Symbolbild)

Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
  • In Neuenhagen bei Berlin werden 230 Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen und Mitte Mai von Schädlingsbekämpfern behandelt.
  • Die Aktion findet am 14. und 15. Mai statt; Anwohner sollen Fenster und Türen schließen.
  • Der Schädling gefährdet Menschen und Bäume; seine Brennhaare können Allergien auslösen.
  • Schädlingsbekämpfer nutzen Biozid und natürliche Feinde wie Fledermäuse und Käfer.
  • Fragen zur Aktion an die Gemeindeverwaltung: 03342 245655.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der ursprünglich in den Eichenwäldern Mittel- und Südeuropas beheimatet war. Infolge des Klimawandels hat sich das Insekt mittlerweile auch in Deutschland massenhaft verbreitet – und wird auch hierzulande regelmäßig bekämpft.

Auch in Neuenhagen bei Berlin. Dort erfolgt Mitte Mai in mehreren Straßen ein Einsatz von einem externen Schädlingsbekämpfer. Insgesamt werden laut Gemeinde 230 Bäume behandelt. Das sollten Anwohnerinnen und Anwohner während der Aktion gegen den „Spinner“ beachten.

Schädlingsbekämpfer zwei Tage in Neuenhagen im Einsatz

Die Schädlingsbekämpfer sind nach Informationen aus dem Rathaus von Neuenhagen am 14. (Mittwoch) und 15. Mai (Donnerstag) jeweils von 7.30 bis 16 Uhr in der Gartenstadt unterwegs. Sie arbeiten die von den Raupen des Eichenprozessionsspinners befallenen Bäume nacheinander ab. Das dauert jeweils bis zu 60 Minuten. Wann sie wo im Einsatz sind, lässt sich nicht im Vorhinein sagen, heißt es von der Gemeinde.

Um die Raupen mit ihren gefährlichen Brennhaaren abzutöten, wird ein Biozid (Foray ES) versprüht. Einsatzgebiete in Neuenhagen sind die Akazienstraße, die Hönower Chaussee, der Gruscheweg, das Bollensdorfer Eck, der Amselsteg, Am Friedensplatz, Platz der Republik, der Spielplatz Pilz in der Geraer Straße sowie die Bergstraße auf Höhe der Nummer 45, wo ein einzelner Baum besprüht wird.

Kampf gegen Eichenprozessionsspinner: Besser im Haus bleiben

Im Umfeld der Einsatzgebiete befinden sich unter anderem die Spielplätze (Am Friedensplatz, Hönower Chaussee, Amselsteg). Die Gemeinde empfiehlt dringend, diese während der Sprühaktion zu meiden. Darüber hinaus sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben und auch Haustiere sicherheitshalber nicht nach draußen gelassen werden, heißt es auf der Neuenhagener Homepage.

Der Nachtfalter selbst ist nicht gefährlich, sondern die Raupen. Sie besitzen für die Gesundheit von Menschen gefährliche Brennhaare, deren Widerhaken sich in der Haut und auf den Schleimhäuten der Atemwege festsetzen und diese reizen. Außerdem enthalten die Härchen ein Nesselgift, das eine allergische Reaktion mit Symptomen wie Hautausschlag oder Atembeschwerden auslösen kann. Die Raupen bekommen ihre Brennhaare für gewöhnlich ab Mai oder Juni.

Eichenprozessionsspinner: ARCHIV - 19.06.2019, Bayern, Nürnberg: Eichenprozessionsspinner in ihrem Nest auf einem Baum.  (zu dpa: «Wie man sich vor stechenden «Plagegeistern» schützt») Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Raupen des Eichenprozessionsspinners mit Brennhaaren in einem Nest auf einem Baum.

Daniel Karmann/dpa

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind nicht nur für Menschen gefährlich. Sie ernähren sich von den Blättern ihrer Wirtsbäume und fressen sie schlimmstenfalls kahl. Tritt der Schädling mehrere Jahre in Folge verstärkt auf, können die Bäume geschädigt werden.

Natürliche Feinde und mikrobiologische Keule

Natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners sind Fledermäuse, Wanzen, Schlupfwespen, Raupenfliegen, der Kuckuck, der Wiedehopf, der Pirol, die Blaumeise und räuberische Käfer. Ansonsten stehen mikrobiologische Wirkstoffe wie Foray ES zur Verfügung. Umweltverbände sprechen sich eigentlich dafür aus, wenn Menschen unmittelbar gefährdet sind. Sie kritisieren, dass es auch andere Insekten tötet. Bakterien und Fadenwürmer werden ebenfalls erfolgreich gegen den „Spinner“ eingesetzt. Zudem können die Schädlinge mechanisch durch Absaugen bekämpft werden.

Wer Fragen zur Sprühaktion gegen den Eichenprozessionsspinner in Neuenhagen bei Berlin hat, kann sich telefonisch bei der Gemeindeverwaltung unter 03342 245655 melden.