Nicht verwunderlich ist, dass sich der Rettungsdienst MOL zum eigenen Tag der offenen Tür am Sonnabend den Besuchern gleich doppelt professionell im Strausberger Gewerbegebiet präsentiert. Zum einen waren die Angebote zusammen mit den Partnern sehenswert ausgewählt und zum anderen merkte man keinerlei Umsetzungen der Corona-Auflagen, obwohl die überall gegenwärtig waren. „Wir versuchen, alles so normal wie möglich zu handhaben, die Besucheranzahl ist begrenzt, und weisen auf Fehlverhalten hin. Aber das mussten wir kaum“, erklärte Armin Viert, Geschäftsführer des Rettungsdienstes.

Vertrag mit polnischem Partner

Bevor sich auf dem Hof Rettungsdienst und andere Organisationen präsentierten, hatte Viert mit einem polnischen Partner aus Zielona Gora eine Vereinbarung zum gegenseitigen Austausch unterschrieben. „Wenn alles läuft wie geplant, werden uns ab Oktober drei polnische Mitarbeiter unterstützen. Das ist aber nur der Anfang der Zusammenarbeit im Rahmen des interreg“, sagte Viert.
Mitarbeiter werden beim Rettungsdienst gesucht, wie auch finanzielle Mittel, um die wirtschaftlichen Lücken durch die Corona-Pandemie zu stopfen. Auf über 500.000 Euro beläuft sich der Verlust, der sich aus zusätzlichen Hygienemaßnahmen und weniger Transporten zusammensetzt. 200 Mitarbeiter hat der Rettungsdienst aktuell, die auf 15 Rettungswagen rund um die Uhr Dienst tun.

Mit Porsche Sünder gejagt

Am Stand der Polizeidirektion Ost sorgte ein Porsche 924 in Grün-Weiß mit Polizeiaufkleber für Aufsehen. Echt oder Filmfahrzeug, lautete die häufigste Frage, die Eigentümer und Polizist Kay Kammann jedes Mal mit: „Das war ein Dienstfahrzeug bei der Autobahnpolizei“ beantwortete. Drei Stück wurden gebaut, einer steht im Polizeimuseum, einer ist Schrott und der Dritte wird vom Bernauer gehegt und gepflegt. Elf Polizeioldtimer hat er in seinem Besitz, genug meint seine Frau Dörte, selbst im Polizeidienst tätig. Zusammen mit Einstellungsberaterin Martina Laue hatte sie Fragen der kleinen und großen Interessenten zu beantworten oder auch mal  eine schusssichere Weste anzulegen. 400 Auszubildende nimmt die Brandenburger Polizei jährlich auf, die geeignete Bewerberschar ist meist übersichtlich.

36.000 Einsätze in MOL im Jahr

Ein Stückchen weiter standen die neuen Fahrzeuge des Rettungsdienste. Die erstrahlen ebenso in Blau-Gelb-Rot, wie auch die neue Einsatzkleidung. Alles ist auf dem neuesten Stand der Technik, wie Azubi Jano Weigang immer wieder den Besuchern präsentiert. „Rund 36.000 Einsätze gibt es im Kreis pro Jahr, ein Fahrzeug legt dabei im gleichen Zeitraum 50.000 Kilometer zurück. Deshalb haben sie ein Kofferwechselsystem, womit das Fahrzeug nach drei oder vier Jahren getauscht, der Koffer mit den medizinischen Einrichtung, nach einer Überholung aber wieder genutzt werden kann“, erklärte Rettungsdienstleiter Enrico Kruse.

Der Eisbär ist gerettet

Auf Nachwuchsgewinnung war man am Stand der DRK-Wasserwacht aus. Ein Eisbär war aus den Fluten eines Böschungsgrabens zu retten, dann durften die achtjährigen Emma, Ewa und Elisa ans Steuer des aufgebockten Bootes. Auch wenn Julia Genßler und Marco Exner den drei mit ihrer Aktion das Ehrenamt des Wasserretters näher bringen konnten, wollte es sich das Trio dann noch mal genau überlegen.
Motorsportfreunde fanden im Boot der DLRG einen echten Hingucker. Zwei schnittige schwarze Außenbordmotore mit zusammen 160 PS, die das Boot bis auf 60 km/h beschleunigen, sieht man nicht alle Tage, erklärte Peter Grenz. Doch die Motorisierung kommt nicht der Bespaßung der Mitglieder zugute, sondern dient der harten Arbeit der Lebensretter, wie zum Beispiel beim Ausbringen von Ölnetzen bei Havarien oder dem sicheren Navigieren bei Hochwasser.

Zwei Augen und sechs Monitore

Auf gleich sechs Monitore hatte Egbert Schewski im neuen Feuerwehr-Einsatzleitwagen 2 des Landkreises zu achten. Im Verbund mit dem Katastrophenschutz werden sie bei großen Gefahrenlagen tätig. „Natürlich übt man ständig, damit man die Technik beherrscht, macht zweimal im Monat Ausbildung und alles in der Hoffnung, eigentlich keinen Einsatz fahren zu müssen“, sagte der Rüdersdorfer Teamleiter augenzwinkernd.
Noch neu als Verein in der „Blaulicht-Familie“ ist das „MANV Simulation Team MOL“. Zur Aufgabe hat man es sich gemacht, Helfern wie Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz usw. mittels eines Simulationssystems optimal auf die Bewältigung von Großschadenslagen vorzubereiten.

Aufgeprallt und Überschlagen

Ein besonderes Aha-Erlebnis hatten Arnold Ille und Sven Herzog. Erst knallten sie mit 30 km/h auf ein stehendes Hindernis, dann überschlug sich der Wagen und beide mussten sich selbst aus dem umgekippten Wagen befreien. Beides jedoch unter Aufsicht von Peter Riemann und seinen Kollegen von der Verkehrswacht Oranienburg im Aufprall- und Überschlagssimulator.