Gegenworte gab es nur wenige. Sonja Zeymer (UfW Pro ­Strausberg) erklärte, sie glaube nicht, dass "uns die Ausrufung des Notstandes bei der Lösung von Problemen hilft". Das Wort Notstand habe für sie eine größere Bedeutung. Andreas Fuchs (CDU) stellte zwar fest, dass der Wandel im Wald, in dem reihenweise Bäume eingingen, gravierend sei. Er befürchte allerdings, "dass wir hier eine Worthülse produzieren, die keiner ernst nimmt". Und Daniel Krebs (Zusammen für Strausberg) sah in dem Ansinnen "Polemik".
"Das ist keine Polemik", konterte Carsten Wenzel (Linke). "Wir wollen die Bevölkerung damit sensibilisieren. Wie andere auch erlebe er, dass Bäume vor Trockenheit umfallen. "Nur wenn wir das Problem klar benennen, können wir viele Menschen mit ins Boot holen." Der Ausschussvorsitzende Matthias Michel (Zusammen für Strausberg) sagte, der Kampf gegen den Klimawandel müsse auf allen Ebenen geführt werden. "Wir als Stadt müssen hier mehr tun. Andere Kommunen wie Wriezen und Frankfurt sind da schon viel weiter." Helga Burgahn (Linke), frisch zur stellvertretenden Ausschussvorsitzenden bestimmt, sagte, es sei ein wichtiges Thema. "Wir haben gerade eine Taskforce ins Leben gerufen, um den Straussee zu retten. Warum tun wir nicht auch etwas, was darüber hinaus geht? Es ist fünf vor zwölf." Sabine Brosch (Linke) sagte, die Ausrufung des Klimanotstandes gehöre zu einer größeren Bewegung, die im Gange sei. "Es wäre ein erster Schritt, mit dem wir das Bekenntnis abgeben, ja es ist ein Notstand", sagte sie und erhielt Unterstützung von Jörg Niklas (AfD). "Man muss drastische Worte wählen, damit die Leute es kapieren", sagte Niklas.

Signal vom Ausschuss gefordert

Auch Frank Weber (UfW Pro ­Strausberg) warb für die Ausrufung des Klimanotstandes. "Wir sind der Klima- und Umweltausschuss. Als dieser wäre es gut, ein deutliches Signal auszusenden." Peter Hönicke (Zusammen für Strausberg) griff das auf. "Dass dieser Ausschuss gegründet wurde, ist ja schon ein Zeichen. Die Frage ist, ob man noch eins oben draufsetzen muss." Jenny Stiebitz schlug vor, sich parteiübergreifend hinter die Resolution zu stellen und sie in eine Vorlage zu gießen, damit sie auch in den anderen Ausschüssen aufgegriffen werden könne. Eine Abstimmung gab es nicht.