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Nachbarn hatten das Unglück kommen sehen. Immer wieder wurden die Hunde durch aggressives Verhalten auffällig und im Januar wurde erstmals von ihnen das Hoppegartener Ordnungsamt darüber informiert.
Anwohner Karsten Rex war wohl der Letzte, der mit dem Verstorbenen gesprochen hat. „Ich war wie jeden Abend nach 20 Uhr mit meinem Hund draußen. Genau dann war auch meist seine Frau mit ihren Hunden unterwegs. Er stand dann am Gartentor und hat geraucht. Es hat immer so schön nach Vanille geduftet. Dann haben wir oft einige Zeit miteinander geredet. Er war ein sehr guter Gesprächspartner, sehr gebildet und immer an Neuigkeiten interessiert“, beschreibt der Waldesruher den Verstorbenen. Kurz nach dem Gespräch muss es dann passiert sein, dass der rumänische Hirtenhund sein Herrchen angefallen hat.

Auch Karsten Rex, der selbst einen Labrador hält, berichtet von gefährlichen Situationen mit Hunden des Ehepaares. „Es soll Verbeißungen mit anderen Hunden gegeben haben, die danach sogar tierärztlich behandelt werden mussten. Auffällig waren die Hunde schon.“

Etwa zweieinhalb Jahre alt ist der Hirtenhund, den Pia G. vor einem Jahr aus Rumänien bekommen hat. Mioritica ist die Kurzform der Rasse, was kleines Schaf bedeutet. Als sensible Beschützer werden die Hirtenhunde beschrieben, die bei Gefahr mutig ihre Herde verteidigen. „Was genau passiert ist, darüber kann man nur spekulieren“, sagt Thomas Fritsch vom Tierheim Wesendahl, das auf Anweisung des Hoppegartener Ordnungsamtes den Hund von Pia G. am Mittwoch abgeholt hatte. Viele Hunde, auch Problemfälle, hat er bereits begleitet und ins Tierheim gebracht. „Der Hund war recht unauffällig. Er ist ganz ruhig aus dem Auto ausgestiegen und in den Zwinger gegangen“, schilderte Fritsch. Dass ihm dabei auch etwas mulmig war, gibt er zu: „Es ist nicht gerade ein kleiner Hund. Man kennt ihn nicht und weiß nicht, wie er in bestimmten Situationen reagiert.“ Den Anschein einer Killerbestie habe das Tier nicht gemacht, jetzt soll ein Wesenstest Aufschluss über den Zustand des Hundes geben. Dazu prüfen Sachverständige sein Verhalten in verschiedenen Alltagssituationen. Auch mithilfe eines Schrecktests, bei dem der Hund unvorbereitet mit einer Stresssituation überrascht wird.

Keine Verstöße erkennbar

Das Veterinäramt des Landkreises teilte auf Anfrage der Märkischen Oderzeitung mit, dass sowohl nach dem allgemeinen Tierschutzgesetz als auch des Speziellen für Hunde keine Verstöße erkennbar waren, die im eigenen Wirkungsbereich liegen. Die Grundstücksgröße von etwa 800 Quadratmetern und die acht Hunde seien durchaus vereinbar. Außerdem bestehe kein Verdacht, dass die Tiere vernachlässigt wurden. Insofern liege die Verantwortung für den Umgang mit dem tödlichen Vorfall beim Ordnungsamt der Kommune, hieß es aus dem Landratsamt.

Das Hoppegartener Ordnungsamt verwies auf das laufende Verwaltungsverfahren und wollte deswegen keine Stellungnahme zum Vorfall abgeben. Jedoch sei man im Gespräch mit anderen Behörden über den weiteren Fortgang, erklärte das Rathaus.

„Wir haben Angst, echte Angst“, sagt eine Anwohnerin aus der direkten Nachbarschaft, die deshalb auch keinen Namen nennen will. „Es ist nicht nur einmal passiert, dass die oft frei laufenden Hunde nicht auf die Kommandos der Besitzerin gehört haben. Selbst nicht nach mehrmaligem Rufen. Da traut man sich einfach nicht auf die Straße, wenn sie mit den Hunden unterwegs ist. Wenn ich mir überlege, dass sie auch hinten am Spielplatz oft unangeleint mit ihren Hunden spazieren geht ... Das möchte ich mir gar nicht vorstellen.“

Die kriminaltechnische Untersuchung, ob der Hundebiss ursächlich für den Tod von Alfred G. war, dauert derweil noch an, teilte Polizeisprecher Stefan Möhwald am Donnerstag mit.

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