Gut 350 Einladungen hatte die Gemeindeverwaltung an Unternehmer des Ortes geschickt, um zur Veranstaltung des Regionalmanagements für die Metropolregion Ost unter dem Titel  „Bürgermeister Thomas Krieger trifft ...“ einzuladen. Etwa 30 Unternehmer fanden sich dazu im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes ein. Wie Bürgermeister Thomas Krieger bei der Begrüßung erwähnte, habe man sich ganz bewusst trotz der Corona-Auflagen für dieses Treffen entschieden, da gerade in dieser Zeit die Netzwerke von großer Bedeutung für Unternehmer sind. Aus ganz unterschiedlichen Gewerken waren die Gäste der Einladung gefolgt. Von Antje Berger, die das Sportstudio S 5 betreibt, über ortsansässige Handwerksbetriebe bis zu Klaus Mielke, Geschäftsführer der EAN Kommunikationssysteme GmbH, der überregional Medien mit seinen Produkten aus der Funktechnik versorgt.

Günstige Gewerbesteuer im Ort

Auf die unterschiedliche Betroffenheit der Firmen während des Corona-Lockdowns ging Krieger ein. Es gab Gewinner, wie etwa Handwerksfirmen, aber auch die, die wie das S 5-Sportstudio komplett schließen mussten. Trotzdem hätte kein Unternehmen aus Fredersdorf-Vogelsdorf, wie angeboten, die Gewerbesteuer auf „null“ stellen lassen. Kontrollen der Corona-Auflagen seitens  der Verwaltung seien mit Augenmaß erfolgt. Man habe versucht, die Situation der Unternehmen zu stärken, erklärte Krieger. Gleichzeitig verwies er auf konstant niedrige Hebesätze bei den Gewerbesteuern im Vergleich mit Kommunen der Region.

Mehr Gebiete für Unternehmen nutzen

Fredersdorf-Vogelsdorf tue aber noch mehr für seine Unternehmer, ließ er wissen, und biete viel Entwicklungspotenzial, wie Krieger bei der Aufzählung der gegenwärtigen und künftigen Gewerbegebiete der Gemeinde hinwies. Das Gebiet des Bebauungsplan 18 (BP) wird nicht wie geplant im nächsten Jahr bezugsfertig sein, in den Jahren 2022 oder 23 sei mit einer kompletten Erschließung zu rechnen. Flächen des BP 24 seien größtenteils verkauft, weitere Grundstücke für Gewerbe seien denkbar, sagte Krieger. So gäbe es in Vogelsdorf noch Flächen, die man entwickeln könnte. Auch am Multicenter gibt es Überlegungen, die Gewerbeflächen zu erweitern. Doch da der Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg ein solches Gewerbewachstum nur den Mittelzentren vorbehält, stehen entsprechende Pläne derzeit hintenan. Aber aufgegeben werden diese vom Eigentümer nicht, sagte Krieger.
Die Märkte mit gebrauchten Autos entlang der B 1 dürften dort gar nicht sein, stellte der Bürgermeister fest. Auch da werden man Zukunftsperspektiven entwickeln und der Gemeindevertretung als Konzept vorlegen. Dabei geht Krieger von einem Zeitraum von etwa zwei Jahren aus, bis Ergebnisse präsentiert werden können.

Für schnellere Datenautobahnen

Die Datenautobahn lässt in Teilen der Gemeinde zu wünschen übrig, teilweise sind Vogelsdorfer Unternehmer noch mit Internet aus dem vorigen Jahrtausend unterwegs. Mit ISDN-Geschwindigkeit sind einige Gewerbetreibende an der B 1 im Internet, das soll sich ändern, sagte Krieger und berichtete von Gesprächen mit DNS-Net  über einen Glasfaserausbau bis zu den Kunden, der Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zulasse.
Nora Rauschke wies auf die verschiedenen Veranstaltungen vom Regionalmanagement hin, die neben Netzwerkarbeit auch für Nachwuchsgewinnung förderlich sind. So findet im nächsten Jahr wieder die Ausbildungsmesse Career Compass am 12. und 13. März statt, ein Drittel der Anbieterflächen sei bereits vergeben, sagte sie.

Allianzen für eigene Ausschreibungen schmieden

Henri Wiedmann von der Vergabestelle der Verwaltung machte Erläuterungen zu kommunalen Ausschreibungen. Krieger rief anschließend Unternehmen der Gemeinde  dazu auf, bei den bevorstehenden Investitionen der nächsten Jahre, u. a. der Oberschulbau für etwa 26 Millionen Euro, sich rege an den Ausschreibungen zu beteiligen und gegebenenfalls Allianzen dafür zu schmieden.