Angriffe auf Stromnetz
: Tatverdächtiger soll in die JVA Cottbus gebracht werden

Nach Sabotage-Angriffen auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Perspektivisch soll der Mann in die JVA Cottbus gebracht werden.
Von
dpa
Cottbus
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Ein Fahrrad, das gefunden wurde, steht als mögliches Beweismittel vor dem Fahrzeug der Spurensicherung. Die Polizei hatte zuvor den Verdächtigen im Zusammenhang mit Angriffen auf das deutsche Stromnetz festgenommen. Derzeit sitzt der Mann in U-Haft, soll aber in die JVA Cottbus gebracht werden.

Thomas Banneyer/dpa
  • Festnahme nach Sabotage an Stromnetzen in NRW, Brandenburg und Sachsen bestätigt.
  • Der 48-Jährige sitzt in Untersuchungshaft – Haftbefehl wurde eröffnet.
  • Vorwürfe: Sprengstoffexplosion herbeigeführt, Störung öffentlicher Betriebe, Zerstörung von Arbeitsmitteln.
  • Verlegung in die JVA Cottbus ist geplant, Zeitpunkt bleibt offen.
  • Ermittler: Abschussvorrichtungen mit selbstgebauten Raketen führten zu Kurzschlüssen bei Kraftwerken.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einer Serie von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern kommt der tatverdächtige 48-Jährige in Haft. „Der Haftbefehl ist eröffnet worden, der Beschuldigte geht in Untersuchungshaft“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Cottbus. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Störung öffentlicher Betriebe und die Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel vor. 

Perspektivisch werde der Verdächtige in die JVA Cottbus gebracht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wann der 48-Jährige dorthin verlegt werde, sei bislang nicht klar. Das werde normalerweise in Sammeltransporten organisiert, sagte der Sprecher. Aktuell befinde sich der Tatverdächtige noch bei der Polizei in Aachen und werde dann in eine JVA in der Nähe gebracht. 

Der Gesuchte war Polizisten am Dienstag bei einem Großeinsatz in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen aufgefallen. Sie nahmen ihn fest. Die Ermittler glauben, dass der Verdächtige an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht hat, Stromleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken zu sabotieren - in einigen Fällen ist ihm das gelungen.

Den Ermittlungen zufolge soll der Mann an mehreren Orten Abschussvorrichtungen aufgebaut und mit selbstgebauten Raketen einen Draht über Hochspannungsleitungen geschossen haben. Mindestens zweimal kam es dadurch zu Kurzschlüssen, einzelne Blöcke von nahegelegenen Kraftwerken wurden lahmgelegt.

Der Verdächtige wollte seine Angriffe nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) fortsetzen. „Der war immer noch unterwegs und wollte weitermachen. Dieses Spiel ist heute beendet worden“, sagte Reul nach der Festnahme in Duisburg. „Im Moment spricht alles dafür, dass es ein Einzeltäter und alles aus seiner Hand war.“