Anschläge geplant?: Mutmaßlicher Islamist in Brandenburg festgenommen

Die Bundesanwaltschaft ließ den Mann in Brandenburg festnehmen. (Archivbild)
Christoph Schmidt/dpa- In Brandenburg wurde ein mutmaßlicher Islamist festgenommen – Verdacht auf Anschlagspläne.
- Laut Bundesanwaltschaft zielten die Pläne auf in seinen Augen Ungläubige in Deutschland.
- Erstes Ziel sollte eine Kirche in Bremen sein, wie die Behörde mitteilte.
- Die Festnahme erfolgte in Brandenburg, zuständig ist die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.
- Der Artikel wird aktualisiert, sobald weitere Informationen vorliegen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Bundesanwaltschaft hat in Eberswalde einen mutmaßlichen Islamisten festnehmen lassen, der Anschläge in Deutschland gegen vermeintlich Ungläubige geplant haben soll. Erstes Anschlagsziel sollte eine Kirche in Bremen sein, wie aus einer Mitteilung der Karlsruher Behörde hervorgeht.
Sie wirft dem 24-jährigen Iraker die versuchte Gründung einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Außerdem gehe es um einen Verstoß gegen das Waffengesetz.
Der Mann teilt laut Bundesanwaltschaft die radikal-islamistische Ideologie der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Für die geplanten Anschläge soll er sich bereits eine Schusswaffe besorgt und die Kirche in Bremen ausgekundschaftet haben.
Er konnte für seine Pläne eine weitere Person gewinnen, die aber noch unbekannt ist, heißt es weiter in der Mitteilung der obersten deutschen Strafverfolgungsbehörde. „Das Anwerben weiterer Personen scheiterte.“
So groß ist die Terrorgefahr in Brandenburg
Dass ein solcher Mann ausgerechnet in Brandenburg verhaftet werden kann, ist keine Überraschung. Zwar gehört das Land nicht zu den Hochburgen islamistischer Prediger in Deutschland. Durch die Nähe zu Berlin gibt es aber auch hier Strukturen, die der Verfassungsschutz seit Jahren beobachtet.
Auf rund 200 Personen schätzt der Brandenburger Verfassungsschutz das Potenzial der gewaltbereiten Islamisten im Land. Etwa die Hälfte davon wird der „Islamistischen Nordkaukasischen Szene“ (INS) zugerechnet, die sich aus den Kindern tschetschenischer Flüchtlinge zusammensetzt. Islamistische Propaganda hat hier einen Nährboden gefunden, der auf ein großes Interesse an Kampfsport und Waffen stößt.
Darüber hinaus beobachtet der Brandenburger Verfassungsschutz aber auch eine Reihe von vermeintlichen Einzeltätern, die über das Internet radikalisiert wurden oder anderweitig Kontakt zur Terrororganisation des Islamischen Staats (IS) erlangt haben.
„Ihre Propaganda und der Aufruf, weiche und symbolhafte Ziele mit leicht zu beschaffenden und einzusetzenden Tatmitteln anzugreifen, richten sich an alle Muslime. Diese Art der Ansprache radikalisiert und inspiriert insbesondere schwer zu identifizierende Einzelpersonen zu Gewalttaten“, heißt es im jüngsten Brandenburger Verfassungsschutzbericht. „Dass zu Anschlägen bereite junge Menschen dabei häufig allein handeln, die Ideologie nur eine nachgelagerte Rolle spielt und es häufig sofort um die Gewalt geht, verdeutlicht die abstrakte Gefahr und die gestiegenen Herausforderungen bei der Verhinderung von Anschlagsplänen.“
Als dritte Quelle für potenzielle Terroranschläge in Brandenburg werden „Haftentlassungen von Gefährdern sowie die Rückkehr von Jihadisten aus den Kampfgebieten“ genannt. Die Gefährdungslage sei daher nach wie vor hoch, so der Verfassungsschutz.
Nicht die erste IS-Festnahme in Brandenburg
Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei haben den 24-Jährigen am 17. September 2026 im Landkreis Barnim festgenommen. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe ordnete den Vollzug eines vor einigen Tagen ausgestellten Haftbefehls an, sodass er in Untersuchungshaft kam.
Die Festnahme reiht sich ein in weitere Polizei-Aktionen der vergangenen Monate. Im Juni 2026 schlugen die Ermittler in Potsdam, Ostprignitz-Ruppin und weiteren Orten zu. Fünf Beschuldigte und elf weitere Personen sollen Mitglieder der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ (IS) sein und versucht haben, in Deutschland Geld und Anhänger für das Islamisten-Kalifat zu sammeln.
Als Beispiel für die Gefährdung, die aus dieser INS-Szene erwächst, führt der Verfassungsschutz den in Brandenburg lebenden Tschetschenen Akhmad E. (18) an, der im Februar 2025 am Flughafen BER verhaftet wurde. Er soll einen Treueschwur auf den „IS“ geleistet und einen Anschlag auf die israelische Botschaft in Berlin geplant haben. Als er nach Pakistan reisen wollte, um sich dort „militärisch ausbilden zu lassen“, griffen die Ermittler zu.
Der IS beherrschte einst große Gebiete in Syrien und dem benachbarten Irak. Ganz verschwunden ist die Bedrohung in Syrien nicht, die Zahl der Anschläge ging aber deutlich zurück. In Deutschland standen bereits zahlreiche Anhänger des IS vor Gericht.
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