Asteroid verglüht über Brandenburg: Mit Experten aus USA – Suche bei Nennhausen beginnt

Ein Asteroid tritt ist in der Nacht nahe Berlin in die Atmosphäre. Ein winziger Asteroid ist in der Nacht nahe Berlin verglüht. Die Asteroidenüberwachung der US-Raumfahrtagentur Nasa hatte den Feuerball zuvor für 1.32 Uhr (MEZ) in der Nacht zum Sonntag westlich von Berlin bei Nennhausen angekündigt. (Bestmögliche Qualität)
Christoph Seidler/dpaEin winziger Asteroid ist in der Nacht nahe Berlin verglüht. Die Asteroidenüberwachung der US-Raumfahrtagentur Nasa hatte den Feuerball zuvor für 1.32 Uhr (MEZ) in der Nacht zum Sonntag westlich von Berlin bei Nennhausen angekündigt. Zahlreiche Bilder und Videos kursierten anschließend in sozialen Medien. Demnach war der Feuerball selbst noch in Leipzig und Prag zu sehen.
Nennhausen liegt im Landkreis Havelland in Brandenburg. Experten gingen davon aus, dass sich Hobby-Astronomen und Neugierige aufmachen werden, um dort nach möglichen Resten des Mini-Asteroiden zu suchen.
Suche in Brandenburg gleicht Nadel im Heuhaufen
Mittlerweile sind Meteoritensucher auf den Feldern bei Nennhausen unterwegs, hieß es am Montag (22. Januar). „Dadurch, dass das Fallgebiet sehr groß ist und die Berechnungen ungenau, sucht man wortwörtlich die Nadel im Heuhaufen. Sobald es erste Funde gibt, können wir das Suchgebiet eingrenzen und die Berechnungen verfeinern“, teilte Andreas Möller vom Verein Arbeitskreis Meteore der Deutschen Presse-Agentur mit.
Auch Mitarbeiter des Berliner Naturkundemuseums und Privatleute hatten sich bereits auf die Suche gemacht. „Es sind auch professionelle Meteoritensucher aus den USA bereits auf dem Weg nach Deutschland“, so Möller.
Das Gebiet bestehe aus großen Feldern, die noch leicht mit Schnee bedeckt waren, der aber aktuell abgeschmolzen sei. „Das ist das ideale Suchgebiet. Die Felder sind nicht gepflügt und die Vegetation sehr niedrig“, erklärte Möller. „Die Woche über sind wir wieder unterwegs und werden die Felder systematisch absuchen“, ergänzte er.
Monika Staesche vom Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin schätzt die Suche als nicht einfach ein. Zum einen sei noch gar nicht klar, aus welchem Material die Teile bestehen. Sie könnten demnach Steinchen ähneln oder auch Kohlestücken. Am leichtesten wäre die Suche demnach, wenn die Meteoriten aus Eisen bestehen, denn dann lassen sie sich mit einem Metalldetektor aufspüren.
„Man kann nach einem ganzen Rang an Steinchen suchen, die vielleicht einen oder einen halben Zentimeter, vielleicht auch kleiner sind“, sagte sie.
Naturkundemuseum Berlin: Auch größere Stücke denkbar
Lutz Hecht vom Museum für Naturkunde Berlin - dem Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung sagte, man könne eventuell auch Stücke finden, die einen halben Meter groß sind. Die Größe variiere stark.
Die Asteroidenüberwachung der US-Raumfahrtagentur Nasa hatte den Feuerball vorab korrekt für 1.32 Uhr Sonntagfrüh bei Nennhausen westlich von Berlin angekündigt. In sozialen Medien kursierten anschließend zahlreiche Bilder und Videos. Demnach war der Feuerball selbst noch in Leipzig und Prag zu sehen. Der Himmelskörper wird als 2024 BX1 geführt.
Das Amt Nennhausen erhofft sich unterdessen, dass die Region nun bekannter wird und mehr Touristen kommen, vor allem in den Sommermonaten, wie eine Sprecherin mitteilte.
Dieser Mann entdeckte den Himmelskörper
Entdeckt wurde der Asteroid mit etwa einem Meter Durchmesser dem Minor Planet Center (MPC) vom ungarischen Astronomen Krisztián Sárneczky. Der Himmelskörper erhielt die vorläufige Bezeichnung Sar2736, inzwischen wird er als 2024 BX1 geführt. In den vergangenen Jahren war es schon mehrfach gelungen, kleine Asteroiden noch vor dem Verglühen in der Atmosphäre auszumachen.
Ende April vergangenen Jahres hatte über Elmshorn in Schleswig-Holstein eine Feuerkugel aufgeleuchtet. Kurz darauf wurden Brocken des Meteoriten von einigen Hundert Gramm bis mehreren Kilogramm Gewicht gefunden. In Frankreich war Mitte Februar 2023 ein Meteorit niedergegangen. Auch dieser ebenfalls etwa ein Meter große Asteroid war schon einige Stunden zuvor bemerkt worden. In den Tagen danach wurden in der Normandie etwa ein Dutzend Stücke gefunden.

