Ausflugstipps für Brandenburg: Rund um Seelow und Neuhardenberg – die spannendsten Denkmäler

Mehr als nur ein schönes Denkmal: Das Schloss Neuhardenberg ist jeden Sommer Spielstätte eines gut kuratierten Kultur-Programms.
Patrick Pleul/dpaDie Region um Seelow und Neuhardenberg ist reich an Geschichte. Davon künden auch die dortigen Denkmäler. Sie zeugen von blutiger Vergangenheit, lassen kulturreiche Zeiten wieder aufleben oder laden zu Spaziergängen vor unvergleichlicher Kulisse – einem Architekturgenie sei Dank.
Eine Auswahl der interessantesten Denkmäler und Orte.
Gedenkstätte Seelower Höhen

Zeugen der größten Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf deutschem Boden: sowjetische Kriegstechnik auf dem Gelände der Gedenkstätte Seelower Höhen
Patrick Pleul/dpaEs war ein blutiger Kampf, der sich vom 16. bis 19. April 1945 nahe Seelow zutrug. Die Rote Armee war auf dem Vormarsch Richtung Berlin und traf dort auf die Wehrmacht. Was folgte, war die größte Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf deutschem Boden. An ihrem Ende standen Zehntausende tote Soldaten auf beiden Seiten. An die Schlacht um die Seelower Höhen erinnert heute eine Gedenkstätte. Wo damals gekämpft wurde, informiert nun ein Museum über die Geschichte der Schlacht und ihre Erinnerung in der Vor- und Nachwendezeit.
Von den Kampfhandlungen, an deren Ende die Sowjetunion und Polen siegreich hervorgingen, kündet auch eine monumentale Bronzestatue eines Rotarmisten sowie eine Gräberstätte von Soldaten, die bei der Schlacht ums Leben kamen. Vor Ort bietet die Gedenkstätte begleitete Führungen über das Gelände. Außerdem wird derzeit eine neue Dauerausstellung konzipiert, deren Eröffnung für April 2026 geplant ist. Aktuell (wohl bis Ende Juni 2024) ist der Weg zum Ehrenmal und der Kriegsgräberstätte wegen Bauarbeiten gesperrt.
Adresse: Küstriner Str. 28, 15306 Seelow / Eintritt Museum: 5 Euro, ermäßigt Euro / Weitere Infos gibt es hier.
Schloss Neuhardenberg

Einst Geschenk eines Königs, heute Kulisse für zahlreiche Kulturveranstaltungen: das Schloss Neuhardenberg
Patrick Pleul/dpa„Gratia regis“ („Dank des Königs“) ist am Eingang zum Schloss Neuhardenberg zu lesen. Der König war Friedrich Wilhelm III. Der Dank gebührte Karl August von Hardenberg, seinem Staatskanzler. Erkenntlich zeigte sich der preußische Monarch mit eben jenem Schloss, das damals noch in einem Ort stand, der Quilitz hieß und schließlich in Neu-Hardenberg umbenannt wurde.
Hardenberg bezog sein Geschenk 1815, das in den darauffolgenden Jahren von Karl Friedrich Schinkel von einer barocken in eine klassizistische Anlage umgebaut wurde. Schinkel zeichnete auch für den Bau der heute nach ihm benannten Kirche nahe dem Schloss verantwortlich. Heutiger Hausherr des Ensembles mit Landschaftsgarten ist die Stiftung Schloss Neuhardenberg, die dort jährlich ein vielfältiges Programm aus Theater, Musik und Lesungen mit international renommierten Künstlerinnen und Künstlern anbietet. Zum Repertoire gehören auch Ausstellungen, etwa jene zum 21. Brandenburgischen Kunstpreis, die ab dem 16. Juni zu sehen ist.
Adresse: Schinkelplatz 1-8, 15320 Neuhardenberg / Aktuelles aus dem Veranstaltungsprogramm auf Schloss Neuhardenberg gibt es hier.
Schul- und Bethaus Altlangsow

Nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbaut: das Schul- und Bethaus Altlangsow
Michael MärkerAuch im beschaulichen Altlangsow, heute ein Gemeindeteil von Seelow, hat Karl Friedrich Schinkel ebenfalls seine architektonischen Spuren hinterlassen. Nach seinen Plänen wurde dort 1832 ein Fachwerkhaus mit roten Ziegelausfachungen errichtet. Der fast unscheinbare Bau erfüllte eine Doppelfunktion und war Schule und Dorfkirche zugleich. Ein wegweisender Entwurf, den der preußische König zum Modell für Landkirchen im ganzen Hohenzollern-Staat erhob.
Unterricht und Gottesdienste finden im Schul- und Bethaus mittlerweile zwar nicht mehr statt, ein kultureller Treffpunkt aber ist es geblieben. Heute können dort Ausstellungen betrachtet und Konzerte besucht werden. Außerdem wartet ein Café auf Besucher. Damit wird an die jüngere Geschichte des Hauses angeknüpft, denn bereits während der Friedlichen Revolution und der Wende war es Begegnungsort von Künstlern und Intellektuellen im Oderbruch.
Adresse: Altlangsow 11, 15306 Seelow / Aktuelle Ausstellungen: Robert Weber – „LUX AETERNA“ (Vom Lernen und Beten – eine Spurensuche, Malerei) / Weitere Infos gibt es hier.
Chamisso Museum im Kunersdorfer Musenhof

Knüpft an die Geschichte des Cunersdorfer Musenhofs an – und erinnert an den Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso: das Chamisso Museum in Bliesdorf
Saeed PirkehAnfang des 19. Jahrhunderts war Cunersdorf beliebter Anlaufpunkt für ideenreiche Köpfe aus Politik, Wissenschaft und Kunst. Im dortigen Schloss herrschte reger Austausch und reichlich Geselligkeit. An die Tradition des sogenannten Cunersdorfer Musenhofes knüpft heute das Chamisso Museum in Kunersdorf an (das „C“ wurde nach 1945 zum „K“). Der neue Kunersdorfer Musenhof, als den sich das Museum sieht, existiert seit 2007 in einer Villa des Ortes, in der Musik, Literatur und Kunst eine Bühne bekommen.
Benannt ist das Museum nach Adelbert von Chamisso, einem deutsch-französischen Dichter und Naturforscher – einst selbst gern gesehener Gast im Cunersdorfer Schloss. Eine Ausstellung erinnert dort an sein Leben und Schaffen. Umgeben ist das Museum von einem weitläufigen Garten, der einst die Küche des Schlosses versorgte. Zwischen dem alten Baumbestand warten Werke von Bildhauern aus Brandenburg und Berlin. Spaziergänge werden so zur kulturellen Entdeckungsreise.
Adresse: Dorfstraße 1, 16269 Bliesdorf / Am 29. Juni 2024, um 16 Uhr, findet am Museum ein Gartenkonzert statt / Das aktuelle Programm des Chamisso Museums gibt es hier.


