Ausflugstipps für Brandenburg
: Rund um Eberswalde ‒ die schönsten Denkmäler

Architektur, Industrie und Natur: Wer in Eberswalde nach spannenden Denkmälern sucht, wird schnell fündig. Hier sind einige der schönsten Ausflugsziele.
Von
Michael Heider
Eberswalde
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Eines von vielen tollen Ausflugszielen in Eberswalde: Das alte Walzwerk, auf dessen Gelände sich heute der Familiengarten Eberswalde befindet.

Eines von vielen tollen Ausflugszielen in Eberswalde: Das alte Walzwerk, auf dessen Gelände sich heute der Familiengarten Eberswalde befindet.

Thomas Burckhardt

Es ist noch nicht allzu lange her, da hätte ein Besuch in Eberswalde vor allem Fans geschäftiger Industriestätten gelockt. Seine Bedeutung als Industriestandort mag das „märkische Wuppertal“ heute etwas eingebüßt haben, einen Besuch lohnen einige alte Fabrikgelände aber noch immer.

Auch wer Lust auf Freizeit in idyllischer Natur hat, kommt dank eines alten Kanals auf seine Kosten. Von Industriekultur bis Baudenkmal, wir stellen spannende Denkmäler in Eberswalde vor.

Finower Wasserturm

Der Finower Wasserturm ist ein Wahrzeichen der Region um Eberswalde.

Der Finower Wasserturm ist ein Wahrzeichen der Region um Eberswalde.

Thomas Burckhardt

Der Finower Wasserturm kann für sich beanspruchen, mehr als nur ein Denkmal zu sein. Er ist ein Wahrzeichen. Nicht nur ragt er stolze 48 Meter in die Höhe. Der auffällige Bau, der 1917 als Hindenburgturm errichtet wurde, ist ein echter architektonischer Hingucker. Mit seinen vier riesigen Stützen und dem Mix aus Gotik und Backsteinexpressionismus ist der von Architekt Paul Mebes entworfene Turm weit über die Grenzen von Eberswalde hinaus bekannt.

Ursprünglich versorgte das Bauwerk mit 200 m³ Fassungsvermögen das benachbarte Kupfer- und Messingwerk. Nachdem er im Zweiten Weltkrieg nur knapp der Sprengung entgangen war, blieb der Wasserturm bis in die 1960er in Betrieb. Auf langen Leerstand folgte die etappenweise Sanierung und Einrichtung eines Regionalmuseums. Ausgestattet mit Aussichtsrundgang, ist der Finower Wasserturm heute ein lohnenswertes Ausflugsziel, durch das auch Führungen angeboten werden.

Adresse: Am Wasserturm 2, 16227 Eberswalde / Öffnungszeiten: Jedes Wochenende zwischen Ostern und bis nach den Herbstferien Sa, So und Feiertags von 10 bis 17 Uhr. Weitere Infos gibt es hier.

Kupferhäuser in der Messingwerksiedlung

Spannendes Zeugnis der Architekturgeschichte: Die Kupferhäuser in Eberswalde

Spannendes Zeugnis der Architekturgeschichte: Die Kupferhäuser in Eberswalde

Welf Grombacher

Im Schatten des Wasserturms liegt eine weitere architektonische Rarität: Die Kupferhäuser der Messingwerksiedlung. Etwas Vergleichbares wie diese acht Fertighäuser sucht man deutschlandweit vergeblich. Seit Anfang der 1930er Jahre stehen die Musterbauten bereits in Eberswalde. Erdacht haben sie der Architekt Robert Krafft und der Ingenieur Friedrich Förster für die Hirsch Kupfer- und Messingwerke. Für ihr System mit Tafelbauweise, das in nur einem Tag aufbaubar war, erhielten sie 1931 auf der Internationalen Kolonialausstellung in Paris den Grand Prix.

Auch der Name des Bauhaus-Gründers Walter Gropius ist mit den beschaulichen Häusern verbunden. Er leitete für kurze Zeit die Kupferhaus-Abteilung der Eberswalder Fabrik, ehe sie 1932 in finanzielle Schwierigkeiten geriet und geschlossen wurde.

Die Deutsche Kupferhaus-Gesellschaft hatte noch spezielle Modelle für deutsch-jüdische Emigranten nach Palästina entwickelt, doch 1934 kam die Produktion endgültig zum Erliegen. Durchgesetzt hat sich die Kupferbauweise zwar nicht, dennoch ist die kleine Siedlung bis heute Zeugnis außergewöhnlicher Ingenieurskunst.

Adresse: Altenhofer Straße 2, 16627 Eberswalde

Altes Walzwerk/Familiengarten

Die einstigen Industriekanäle des alten Walzwerks sind im heutigen Familiengarten Eberswalde per Tretboot erkundbar.

Die einstigen Industriekanäle des alten Walzwerks sind im heutigen Familiengarten Eberswalde per Tretboot erkundbar.

Thomas Burckhardt

Welch großer Industriestandort Eberswalde einst war, davon zeugt noch heute das Gelände des alten Walzwerks. Stahl wird dort zwar schon länger nicht mehr in Form gebracht. Doch nur weil die ratternden Dampfmaschinen von einst stillstehen, heißt das nicht, dass das rege Treiben aus dem Symbolort des „märkischen Wuppertals“ verschwunden wäre. Das weitläufige Industriegelände dient heute als Freizeitort in Form des „Familiengarten Eberswalde“.

Der Landschaftspark, der im Rahmen der Landesgartenschau 2002 eröffnet wurde, zollt seiner industriellen Vergangenheit aber noch heute Tribut. Reste des alten Walzwerks sind weiterhin sichtbar, ein alter Eberkran dient als Aussichtsplattform und per Tretboot können die alten „Betriebsarchen“ erkundet werden. Neben einer alten Dampflok und der laut Guinnes-Buch der Rekorde „größten Taschenuhr der Welt“ (Gewicht: stolze 20 Tonnen) lockt auch eine Freilichtbühne mit regelmäßigen Konzerten namhafter Künstler zum Ausflug.

Adresse: Am alten Walzwerk 1, 16227 Eberswalde / Öffnungszeiten: Vom 1. April bis 31. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr. Weitere Infos gibt es hier.

Finowkanal

Ob per Boot, im Kanu, auf dem Fahrrad oder in Wanderschuhen: Der Finowkanal lässt sich auf viele Arten entdecken.

Ob per Boot, im Kanu, auf dem Fahrrad oder in Wanderschuhen: Der Finowkanal lässt sich auf viele Arten entdecken.

Thomas Burckhardt

Dass Eberswalde mit Superlativen aufwarten kann, ist kein Geheimnis. Immerhin durchzieht einer von ihnen die Stadt. Der Finowkanal ist der älteste von Menschen geschaffene Wasserweg Deutschlands, der noch schiffbar ist. Die Ursprünge des 43 Kilometer langen Kanals reichen bis ins Jahr 1605 zurück. Jahrhunderte lang wurden auf ihm Waren transportiert. Selbst Fernverkehr fand auf der beschaulichen Wasserstraße statt. Seine Bedeutung verlor der Finowkanal erst mit der Inbetriebnahme des größeren Oder-Havel-Kanals 1914. Vollständig zum Erliegen kam der kommerzielle Schiffsverkehr aber erst im Jahr 1972.

Heute ist der Finowkanal ein beliebter Anziehungspunkt für Naturfreunde und Sportler. Der Treidelweg, auf dem einst Pferde Schiffe zogen, dient heute Wanderern und Radfahrern als Ausflugsziel. Und der 10 Kilometer lange und wunderbar naturbelassene Abschnitt „Langer Trödel“ zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse ist ein ideales Gebiet für Kanufans. Selbst an Geschichte interessierte Besucher kommen auf ihre Kosten: nicht weniger als 12 historische, handbetriebene Schleusen säumen die Strecke des Kanals.

Leselust am Wochenende
Sonntag um 6.00 Uhr
Eine frische Tasse Kaffee und Zeit für die wirklich wichtigen Lesestücke – hier sagen wir Ihnen, welche Geschichten Sie nicht verpasst haben sollten diese Woche.